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Informieren Sie sich über Fluggastrechte bei Flugannulierungen und Flugverspätungen.

Fluggastrechte nach internationalem Recht

Veröffentlicht am 02 Sep 2015
  • Informationen über Fluggastrechte bei Flugannullierung, Flugverspätung und Nichtbeförderung.
  • Schadenersatz für Gepäckschäden und Körperschäden richtet sich nach dem Montrealer Übereinkommen.
  • Gepäckschäden müssen innerhalb bestimmter Ausschlussfristen geltend gemacht werden.
  • Zivilklagen sind innerhalb von zwei Jahren nach der Flugreise zu erheben.

 

Fluggastrechte nach der EU-Fluggastrechte-Verordnung

Fluggastrechte nach der EU-Fluggastrechte-Verordnung stärken die Flugpassagier-Rechte bei Linien- und Charterflügen,

  • die von einem Flughafen der Europäischen Union oder von Norwegen, Island oder der Schweiz angetreten werden oder
  • die mit Fluggesellschaften mit EU-Sitz erfolgen, soweit der Zielflughafen innerhalb der EU liegt.

 

Fluggastrechte bei Nichtbeförderung

Bei Nichtbeförderung kann der Passagier die Rückerstattung des Ticketpreises, aber auch einen kostenlosen Rückflug zum Abflugort oder eine Transportmöglichkeit zum Zielort verlangen. Außerdem hat der Flugpassagier einen Anspruch auf Pauschalentschädigung: Bei Flugreisen bis 1.500 km 250 Euro, bei Reisen bis 3.500 km 400 Euro und bei längeren Flugstrecken 600 Euro.

Fluggastrechte bei Flugannullierung

Wird ein Flug annulliert, so werden Entschädigungen von 250 Euro (bei bis zu 1.500 km langen Flugstrecken und über 2-stündiger Verspätung), 400 Euro (bei Flugstrecken bis 3.500 km und über 3-stündiger Verspätung) beziehungsweise 600 Euro (bei über 3.500 km langen Flugstrecken und über 4-stündiger Verspätung) gewährt. Diese Fluggastrechte stehen dem Flugpassagier zu, wenn er nicht spätestens 14 Tage vor Abflugtermin über die Annullierung informiert wurde.

Entschädigung bei Flugverspätung

Bei Flugverspätung (je nach Entfernungskategorie: mindestens 2, 3 oder 4 Stunden) kann der Flugreisende bestimmte Entschädigungsleistungen fordern (Mahlzeiten, Getränke und Telekommunikation sowie gegebenenfalls eine Hotelunterkunft). Für die Berechnung der Verspätungsdauer ist nicht das Aufsetzen des Flugzeugs am Zielflughafen, sondern das Öffnen der Flugzeugtüren maßgeblich. Eine über 5-stündige Verspätung berechtigt den Flugpassagier zum Reiseabbruch. Der Flugreisende kann zudem die Ticketpreis-Erstattung verlangen.

Reiserücktrittsversicherung oder EU-Fluggastrechte?

Reiserücktrittsversicherungen und EU-Fluggastrechte-VO decken unterschiedliche Schadenssituationen ab. Während eine Reiserücktrittsversicherung bei Rücktritt des Reisenden Versicherungsleistungen erbringt, bezieht sich ein möglicher Reiserücktritt nach der EU-Fluggastrechte-VO auf nicht vertragsgemäße Leistungen der Fluggesellschaft. Anders als nach der EU-Fluggastrechte-VO gelten für Reiserücktrittsversicherungen oft Selbstbehalte.

Koffer verloren: Fluggastrechte nach dem Montrealer Abkommen

Auch nach dem Montrealer Übereinkommen können Flugpassagiere Fluggastrechte geltend machen: Für Gepäckschäden (Verlust, Beschädigung, Verspätung) haftet die Fluggesellschaft in Höhe von maximal 1.131 Sonderziehungsrechten (SZR). Ein Euro hat den Gegenwert von 0,82176 SZR. Erleidet ein Flugpassagier einen Körperschaden, so hat er (unabhängig vom Verschulden der Fluggesellschaft) einen Schadenersatzanspruch in Höhe von bis zu 113.100 SZR. Für Schäden, die darüber hinausgehen, gilt eine (widerlegbare) Verschuldensvermutung.

An wen muss sich ein Passagier wenden, wenn er Fluggastrechte geltend machen will?

Ansprüche aus der Fluggastrechte-VO sind ausschließlich an die Fluglinie zu richten, nicht also an die Gesellschaft, mit der ein Beförderungsvertrag geschlossen wurde. Möglich ist (nach Kontaktaufnahme mit der Fluggesellschaft) die Anrufung der Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr. Bei Forderungen gegen Fluglinien mit Unternehmenssitz im EU-Ausland kann zudem das Europäische Verbraucherzentrum eingeschaltet werden.
Ansprüche aufgrund eines Gepäckschadens sind nach dem Montrealer Übereinkommen gegenüber der flugausführenden Gesellschaft oder gegenüber der Vertragsgesellschaft geltend zu machen. Für Gepäckschäden besteht für die Anspruchs-Geltendmachung eine Ausschlussfrist von sieben Tagen (bei Gepäck-Verspätung: 21 Tage).
Erfüllt die Fluglinie einen Anspruch nicht, so kann der Passagier innerhalb von zwei Jahren nach Flugzeug-Ankunft nach dem geltenden nationalen Zivilrecht Klage erheben. Informieren Sie sich jetzt in den zahlreichen Fachartikeln über Kostenvorteile für Verbraucher.

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