Wenn Du von Deinem Arbeitgeber gekündigt wirst, dann heißt es in diesem Moment vor allem: Ruhe bewahren! Unser Artikel „Kündigung durch Arbeitgeber“ verrät Dir das Wichtigste über den gesetzlichen Kündigungsschutz, Arten der Kündigung, Meldung der Arbeitslosigkeit und Höhe des Arbeitslosengeldes.

Auf einen Blick:

  • Es gibt einen gesetzlichen Kündigungsschutz
  • Kündigungsfristen schützen den Beschäftigten
  • Arbeitslosengeld wird bis zu 24 Monate lang gezahlt

Kündigung durch Arbeitgeber

Gesetzlicher Kündigungsschutz bei Kündigung durch Arbeitgeber

Die Kündigung durch Arbeitgeber ist laut Arbeitsrecht in den meisten Fällen nur erlaubt, wenn ein Kündigungsgrund vorliegt. Es wird dabei zwischen 2 Varianten unterschieden:
Der allgemeine Kündigungsschutz gilt für alle Arbeitnehmer. Die Kündigung durch Arbeitgeber muss sozial gerechtfertigt sein, also personen- oder verhaltensbedingte Gründe (etwa mangelnde Eignung, häufige Erkrankungen oder betriebsstörendes Verhalten) beinhalten. Zudem heben dringende betriebliche Erfordernisse den allgemeinen Kündigungsschutz auf.

Damit dieser überhaupt angewendet werden kann, müssen folgende Voraussetzungen gegeben sein:

  • Der Betrieb beschäftigt mehr als fünf Arbeitnehmer, Teilzeitbeschäftigte werden je nach Stundenanzahl zur Hälfte oder zu Dreiviertel gezählt.
  • Das Arbeitsverhältnis dauert mehr als sechs Monate an.

Der besondere Kündigungsschutz gilt für schutzbedürftige Arbeitnehmergruppen. Darunter fallen etwa Schwangere, Frauen im Mutterschutz, Elterngeldbezieher, Beschäftigte in Elternteilzeit oder im freiwilligen Wehrdienst sowie Behinderte. Für diese Personengruppen besteht ein Kündigungsverbot, die Auflösung des Arbeitsverhältnisses ist nur nach Einholung der Zustimmung einer staatlichen Behörde zulässig.

Unterscheidung: ordentliche, außerordentliche, fristlose Kündigung Arbeitgeber

Das Arbeitsverhältnis kann je nach Kündigungsgrund ordentlich oder außerordentlich beendet werden. Im Rahmen der ordentlichen Kündigung – betriebs-, verhaltens- oder personenbedingt – ist die Einhaltung der gesetzlichen Kündigungsfrist unerlässlich.

Bei der außerordentlichen Kündigung durch Arbeitgeber sind keinerlei Fristen zu berücksichtigen, dafür sind aber besondere Gründe vorzuweisen, etwa erhebliche Pflichtverletzungen wie Arbeitsverweigerung, sexuelle Belästigung, grobe Beleidigung oder Verdacht auf eine Straftat. Bei der außerordentlichen Kündigung wird in 2 Varianten unterschieden, die sich nach dem Zeitpunkt der Wirksamkeit richten:

  • Die außerordentliche, fristlose Kündigung wird mit Zugang wirksam
  • Die außerordentliche Kündigung wird mit Auslauffrist zum im Kündigungsschreiben angegebenen Zeitpunkt wirksam

Kündigung durch Arbeitgeber

Bei der fristlosen Kündigung ist Folgendes wichtig zu wissen: Diese muss innerhalb von 2 Wochen nach Kenntnis der Verfehlung schriftlich mitgeteilt werden. Verstreicht diese Frist, so ist eine fristlose Kündigung unwirksam. Ebenso sind Abmahnungen für die fristlose Kündigung durch den Arbeitgeber erforderlich. Je geringer der Verstoß, desto größer die Notwendigkeit einer vorherigen Abmahnung. Bei schwerwiegenden Verstößen kann auch ohne Abmahnung gekündigt werden.

Abfindung bei Kündigung durch Arbeitgeber

Anders als oftmals vermutet, zieht die Kündigung durch den Arbeitgeber keine Abfindung mit sich. Ausnahmen sind Ansprüche im Rahmen vertrieblicher Vereinbarungen.
Im Zusammenhang mit einer betriebsbedingten Kündigung kann der Arbeitgeber eine Abfindung anbieten, mit der Bedingung, dass der Beschäftigte nicht gegen die Kündigung vor Gericht zieht. Pro Jahr Betriebszugehörigkeit wird in der Regel ein halbes Monatsgehalt als Abfindung gezahlt.

Kündigung durch Arbeitgeber: Fristen sind einzuhalten

Laut § 622 des Bürgerlichen Gesetzbuches sind die Fristen für die Kündigung durch Arbeitgeber wie Arbeitnehmer einheitlich geregelt. Die Grundkündigungsfrist beträgt 4 Wochen zum 15. jedes Monats oder zum Monatsende. Bei der Auflösung des Dienstverhältnisses durch den Arbeitnehmer ist immer die Grundkündigungsfrist anzunehmen, es sei denn der Kollektivvertrag oder der Arbeitsvertrag sehen andere Fristen vor.
Bei Kündigung durch Arbeitgeber verlängern sich die Kündigungsfristen abhängig von der Länge des Arbeitsverhältnisses:

  • 2 Jahre: 1 Monat zum Monatsende
  • 5 Jahre: 2 Monate zum Monatsende
  • 8 Jahre: 3 Monate zum Monatsende
  • 10 Jahre: 4 Monate zum Monatsende
  • 12 Jahre: 5 Monate zum Monatsende
  • 15 Jahre: 6 Monate zum Monatsende
  • 20 Jahre: 7 Monate zum Monatsende

Eine Ausnahme bildet die Probezeit, die maximal 6 Monate andauern darf. Während der Probezeit gilt für die Kündigung durch Arbeitgeber eine verkürzte Frist von 2 Wochen, es muss kein Kündigungstermin eingehalten werden. Weitere Ausnahmen gibt es bei Tarifverträgen oder Aushilfsverträgen.

Kündigung: Was tun?

Ganz wichtig: Die Kündigung darf nur schriftlich und eigenhändig unterzeichnet von einem Kündigungsberechtigten erfolgen. Eine Zustellung per Fax oder E-Mail ist nicht zulässig! Prüfe sofort nach der Kündigung, ob diese frei von Formfehlern ist. Denn selbst wenn die Kündigung gerechtfertigt ist, können sich Formfehler vor Gericht für den Beschäftigten in Form einer Wiedereinstellung oder einer Abfindung positiv auswirken.

Für die Prüfung bleiben dem Arbeitnehmer 3 Wochen, nur in diesem Zeitraum kann eine Kündigungsschutzklage eingebracht werden. Sind die 3 Wochen verstrichen, ist die Kündigung laut Arbeitsrecht in jedem Fall rechtswirksam, unabhängig von eventuellen Fehlern.

Kündigung durch Arbeitgeber: Sofort beim Arbeitsamt arbeitslos melden

Zur Sicherung finanzieller Ansprüche muss eine Meldung beim Arbeitsamt erfolgen. Spätestens am 1. Tag der Beschäftigungslosigkeit muss der Arbeitnehmer persönlich bei der Agentur für Arbeit erscheinen. Für die Arbeitsuchendmeldung besteht eine gesetzliche Verpflichtung. Diese muss ebenfalls persönlich bis spätestens 3 Monate vor Beendigung des Arbeitsverhältnisses erfolgen.

Liegen zwischen der Kündigung und dem Ende der Beschäftigung weniger als 3 Monate, so muss die Meldung innerhalb von drei Tagen nach Kenntnis des Beendigungszeitpunktes erfolgen. Die Meldung kann vorerst online oder telefonisch gemacht werden, wirksam wird diese aber erst durch das persönliche Erscheinen beim Arbeitsamt.

Wie viel Arbeitslosengeld steht mir zu?

Anspruch auf Arbeitslosengeld hat jeder Arbeitnehmer, der in den letzten 2 Jahren vor Eintritt der Beschäftigungslosigkeit mindestens 12 Monate gearbeitet hat.
Als Berechnungsgrundlage dient das Durchschnittseinkommen der letzten 12 Monate inklusive Weihnachts- und Urlaubsgeld sowie Einmalzahlungen. Daraus wird ein Bemessungsentgelt pro Tag errechnet.

Nach Abzug der Lohnsteuer, des Solidaritätszuschlages und eines pauschalen Sozialversicherungsbeitrages von 21 Prozent ergibt sich das Leistungsentgelt pro Tag. Das Arbeitslosengeld beträgt 60 Prozent dieses Leistungssatzes. Betroffene mit Kindern erhalten 67 Prozent.

Das Arbeitslosengeld wird abhängig von der Dauer der bisherigen Tätigkeit für einen bestimmten Zeitraum ausbezahlt. Wer mindestens 12 Monate gearbeitet hat, bezieht das Arbeitslosengeld für maximal 6 Monate, bei 24 Monaten Beschäftigung für ein Jahr oder – das Maximum – bei mindestens 48 Monaten Arbeit für 24 Monate.

Zusätzlich gibt es weitere Regelungen zum Beispiel für Über-50-Jährige. Nach Ablauf der Zeitspanne kommt das Arbeitslosengeld II, auch „Hartz IV“ genannt, zur Anwendung. Bei einer verhaltensbedingten Kündigung verhängt die Agentur für Arbeit üblicherweise eine Sperrzeit von 12 Wochen. In dieser Zeit wird kein Arbeitslosengeld ausbezahlt.

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