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Krankmeldung Tipps

Krankmeldung – wenn der Körper eine Pause braucht

Veröffentlicht am 19 Okt 2015
  • Krankmeldung unverzüglich dem Arbeitgeber mitteilen!
  • Ab dem 3. Tag Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vorlegen!
  • Krankmeldung auch im Urlaub nicht vergessen!

 

Krankmeldung – was Sie wissen sollten

Immer wieder kommt es im Arbeitsalltag dazu, dass körperliche Gebrechen oder Krankheiten den Gang zur Arbeit verhindern. Dies kommt in Deutschland im Schnitt zehn bis fünfzehn Mal pro Jahr und Arbeitnehmer vor. Die Pflichten des Arbeitgebers sowie die Rechte des Arbeitnehmers sind im Arbeitsrecht verankert. Finden Sie hier Antworten auf Fragen wie:

  • Krankmeldung ab wann?
  • Krankmeldung an wen?
  • Krankmeldung als Kündigungsgrund?
  • Krankmeldung im Urlaub?

 

Krankmeldung – Arbeitsrecht

Tritt eine Erkrankung ein, die zur Arbeitsunfähigkeit führt, ist dem Arbeitgeber unverzüglich im Rahmen der Betriebszeiten eine Krankmeldung zu machen. Ist die Form nicht im Arbeitsvertrag verankert, bedarf die Krankmeldung keiner besonderen Struktur und kann telefonisch, per SMS, per Fax oder per E-Mail erfolgen. Im Zuge der Krankmeldung sollte dem Arbeitgeber das ungefähre Ende der Erkrankung mitgeteilt werden. Eine verspätete Abgabe der Meldung oder die gänzliche Verletzung der Anzeigepflicht zieht häufig eine Abmahnung nach sich.
Bei einer Erkrankung, die mehr als drei Kalendertage andauert, ist dem Arbeitgeber spätestens am 4. Tag eine vom Arzt ausgestellte Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vorzulegen. Achtung: Erkrankt der Arbeitnehmer am Freitag, ist die Bescheinigung bereits am Montag zu erbringen. Diese hat die voraussichtliche Dauer der Arbeitsunfähigkeit zu enthalten. Dauert die Krankheit länger an, als im ärztlichen Attest beschrieben, so ist eine neue Bescheinigung notwendig. Im Falle einer Erkrankung lohnt es, seinen Arbeitsvertrag genau zu kennen. Oftmals enthält dieser einen Passus, wonach eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung bereits am 1. Krankheitstag vorzulegen ist.
Der Grund der Erkrankung muss dem Arbeitgeber nicht mitgeteilt werden. Ausgenommen sind Bedienstete im Gesundheitswesen oder in der Gastronomie, sofern eine Ansteckungsgefahr besteht.

Krankenkasse informieren

Um alle Ansprüche zu wahren, muss der Arbeitnehmer auch der Krankenkasse die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung zukommen lassen. Dies wird häufig vom Arzt übernommen und auf der Krankmeldung vermerkt. Wer die Bescheinigung selbst an die Krankenkasse sendet, erledigt dies am besten per Einschreiben, um einen möglichen Verlust zu vermeiden. Die Frist für die Meldung bei der Krankenkasse beträgt eine Woche.
Für die Dauer der Erkrankung, allerdings für maximal sechs Wochen, zahlt der Arbeitgeber weiterhin den Lohn in voller Höhe. Danach übernimmt die Krankenkasse und zahlt 70 Prozent des regelmäßigen beitragspflichtigen Bruttoarbeitsentgelts, gedeckelt mit einer Höchstgrenze. Das Krankengeld wird für ein und dieselbe Krankheit längstens 78 Wochen in drei Jahren ausbezahlt.

Krankmeldung als Kündigungsgrund?

Trotz des gesetzlichen Kündigungsschutzes ist eine Kündigung aufgrund von Krankheit möglich. Kann der Beschäftigte seinen Arbeitsvertrag aufgrund der Erkrankung nicht erfüllen, so ist dies ein ordentlicher Kündigungsgrund. Allerdings müssen dazu einige Voraussetzungen erfüllt sein. So muss etwa eine negative Gesundheitsprognose vorliegen oder der Arbeitgeber nachweisen, dass die zu erwartenden Fehlzeiten zu einer bedeutenden Beeinträchtigung der betrieblichen Interessen führen.
Erfolgt die Kündigung wegen Verstoßes gegen die Krankmeldungspflicht, so ist eine Abmahnung wegen fehlender Krankmeldung die Voraussetzung für eine spätere Kündigung durch den Arbeitgeber.

Krankmeldung im Urlaub

Die Rechte des Arbeitnehmers in Bezug auf die Krankmeldung umfassen auch die Erkrankung während des Urlaubs. Der Beschäftigte hat seinem Arbeitgeber unverzüglich eine Krankmeldung, auch während seiner Erholungszeit, mitzuteilen. Befindet sich der Arbeitnehmer nicht an seinem regulären Wohnort, so ist zudem eine Kontaktadresse mitzuteilen. Die Urlaubstage bleiben dem Mitarbeiter erhalten und können zu einem späteren Zeitpunkt eingelöst werden. Es ist nicht zulässig, dass die versäumten Urlaubstage direkt an die Krankmeldung angehängt werden.

Krankmeldung: Was ist erlaubt?

Wer krank ist und nicht arbeiten kann, muss nicht zwangsläufig im Bett bleiben. Laut Arbeitsrecht sind dem Beschäftigten alle Tätigkeiten erlaubt, die den Heilungsprozess nicht negativ beeinflussen, ausgenommen entgeltliche Nebentätigkeiten. Definiert werden die möglichen Tätigkeiten vom Arzt. Verordnet dieser Bettruhe, so darf der Kranke das Haus nur für Arzt- und Apothekenbesuche sowie für notwendige Einkäufe verlassen. Verweist der Mediziner lediglich auf Schonung, so sind kurze Spaziergänge an der frischen Luft erlaubt.
Das Wechseln des Aufenthaltsortes während der Krankmeldung, insofern gesundheitsfördernd, kann vom Arzt ebenfalls freigegeben werden. Dies kommt etwa dann infrage, wenn der Partner an einem anderen Ort wohnt oder der Kranke die Pflege naher Angehöriger in Anspruch nimmt.
Die Möglichkeit des Besuches von Gaststätten, Restaurants oder Kinos ist jeweils vom Krankheitsbild abhängig. Kranke, die aufgrund ihres Leidens nicht selbst für die Verpflegung sorgen können, dürfen selbstverständlich ein Speiselokal aufsuchen. Arbeitnehmer mit Bindehautentzündung hingegen haben im Kino nichts zu suchen. Gänzlich abzuraten ist vom Genuss von Alkohol, da dieser in den meisten Fällen den Heilungsprozess verzögert. Sie haben Interesse an weiteren arbeitsrechtlichen Themen? Dann besuchen Sie www.auxmoney.com und finden Sie eine Reihe von Antworten auf Ihre Fragen!

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