An Verwandte im Ausland Geld senden oder im Urlaub das eigene Konto auffüllen: Möglich ist das bei einer Bank und bei sogenannten Geldtransfer-Dienstleistern. Welche der beiden Möglichkeiten die günstigere ist, um Geld ins Ausland zu senden – wir haben das für Sie unter die Lupe genommen. 

Auf einen Blick

  • Überweisungen von Euro zu Euro sind dank SEPA kostenlos
  • Bei Auslandsüberweisungen in Fremdwährung fallen bei Banken hohe Kosten an
  • Versteckte Gebühren lauern oft im angebotenen Wechselkurs

Geld ins Ausland senden

Bank oder Geldtransfer-Dienst: Was ist günstiger?

Geld ins Ausland senden mit einer Bank

Bei Auslandsüberweisungen ist entscheidend, in welches Land das Geld versendet werden soll. Am einfachsten und günstigsten sind Überweisungen innerhalb des SEPA-Raums. Völlig kostenlos ist die Überweisung dann, wenn Sie sie mittels Onlinebanking – also elektronisch und ohne Beleg – selbst durchführen. Ansonsten fallen die üblichen Kosten für eine Überweisung an.

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Sobald eine Überweisung ins Ausland nicht in Euro durchgeführt wird, fallen Kosten an. Der Grund: Der Umtausch in eine andere Währung kostet die Bank Geld. Auch innerhalb des SEPA-Raums kann eine Überweisung Geld kosten, wenn das Zielland eine andere Währung als den Euro nutzt: Das ist der Fall in Bulgarien, Dänemark, Island, Kroatien, Liechtenstein, Norwegen, Polen, Rumänien, Schweden, der Schweiz, Tschechien, Ungarn und im Vereinigten Königreich. Dank des SEPA-Verfahrens ist eine Überweisung in diese Länder trotzdem unkompliziert – es reichen IBAN und BIC.

Aber: Da das Geld in eine andere Währung umgetauscht wird, fallen bei Banken trotzdem einige Kosten an. Dazu zählen:

  • Gebühren (z.B. Abwicklungsgebühr, fix oder prozentual)
  • Zuschläge (z.B. bei Eilüberweisungen)
  • Wechselkurs (meist teurer als der reale Devisenmittelkurs)

Hinzu kommt: Banken brauchen für eine Auslandsüberweisung etwas Zeit. Oft dauert es 4-6 Werktage, bis das Geld beim Empfänger ankommt. Unsere Empfehlung: Wenn’s schnell gehen muss, lieber nicht zur Bank gehen.

Geld ins Ausland senden mit Geldtransfer-Diensten

Geldtransfer-Dienste erledigen Überweisungen viel zügiger als eine Bank. Je nach Dienstleister kann die Überweisung persönlich, am Telefon oder online erfolgen. Wie das Geld beim Empfänger ankommt, ist von Anbieter zu Anbieter unterschiedlich – von herkömmlicher Überweisung, über EC oder Kreditkarte bis Bargeld ist alles dabei.

Haben Sie schon von azimo, WorldRemit oder TransferWise gehört? Das sind Geldtransfer-Dienste, die alles online erledigen. Im Gegensatz zu Filialen erheben Sie meist niedrigere Gebühren und bieten einen mindestens genauso guten Wechselkurs an. Der Empfänger bekommt das Geld meist direkt aufs Bankkonto. Der einzige Nachteil: Es stehen nicht alle Länder und Währungen der Welt zur Verfügung.

Besonders hilfreich finden wir den Vergleichsrechner www.geldtransfair.de – eine im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung betriebene Seite. Einfach Land, Überweisungsart, Dringlichkeit und Geldbetrag eingeben und schon spuckt der Rechner die günstigsten Anbieter heraus, die für Sie in Frage kommen.

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Was ist eigentlich ein Wechselkurs?

Ein Wechselkurs zeigt an, wie hoch der Wert einer Währung im Vergleich zu einer anderen ist. Mit dem Wechselkurs wird zum Beispiel klar, wie viel britische Pfund man für einen Euro bekommt. Wechselkurse werden am Devisenmarkt bestimmt. Dort treffen Angebot und Nachfrage aufeinander und bestimmen so den aktuellen Kurs. Wichtig: Banken und Finanzdienste nutzen den (Devisen-)Mittelkurs, um untereinander zu handeln. Das ist der „echte“ Wechselkurs, der gerade von Angebot und Nachfrage auf dem Markt zustande kommt. Der Haken dabei: Nur selten geben Anbieter diesen Kurs an die Kundschaft weiter. Angeboten wird stattdessen ein ungünstigerer Wechselkurs, um mehr Geld zu verdienen.

Devisenmittelkurs

Quelle: transferwise

Geld ins Ausland senden: Grundlegende Tipps und Infos

  • Machen Sie vorab einen Vergleich und wägen Sie ab, welcher Dienstleister sich für Ihre Situation eignet. Die Kosten hängen davon ab, wie viel Geld Sie versenden möchten, wie schnell es zur Verfügung gestellt werden soll und wie hoch die Wechselkurse zu diesem Zeitpunkt sind.
  • Misstrauen bei 0-Prozent-Gebühr: Oftmals sind die Gebühren in einem sehr ungünstigen Wechselkurs versteckt.
  • Informieren Sie sich immer über den aktuellen Devisenmittelkurs: Je weniger der angebotene Wechselkurs des Anbieters vom Devisenmittelkurs abweicht, desto günstiger ist Ihre Überweisung.
  • Lieber ein wenig mehr Geld senden: Viele Dienste geben Rabatt auf die Gebühren oder bieten einen besseren Wechselkurs an.
  • Vorab klären, wie viel Geld des eingezahlten Betrages beim Empfänger ankommt.
  • Klären, wo und wie der Empfänger an das Geld gelangt: Welche Nachweise werden benötigt? Wo ist die nächste Filiale?
  • Dauer des Geldtransfers klären.
  • Belege sorgfältig aufbewahren.

Geld ins Ausland senden: Fazit

Um Geld ins Ausland zu senden, können Sie neben einer Bank auch auf Geldtransfer-Dienste zugreifen. Diese sind oft preiswerter und schneller als die meisten Banken. Am günstigsten sind Euro-Überweisungen in andere SEPA-Länder – hierfür fallen gar keine Kosten an, wenn Sie das Geld online überweisen. Für alle Geldtransfers in anderer Währung als Euro gilt: Machen Sie in jedem Fall einen Preisvergleich und haben Sie die den aktuellen Devisenmittelkurs immer im Blick.

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