Zinsfestschreibung - auxmoney Finanzlexikon

Was ist eine Zinsfestschreibung?

Bei einer Zinsfestschreibung handelt es sich in der Regel um eine Vereinbarung zwischen einem Kreditgeber und dem Darlehensnehmer. Dabei werden die Zinsen für einen bestimmten Zeitraum der Kreditlaufzeit wie zwei oder fünf Jahre festgeschrieben. Dies bedeutet, dass sich in der jeweiligen Zeitspanne der Zinsfestschreibung die Zinsen für den Kreditnehmer nicht verändern. Der Darlehensnehmer erhält dadurch ein höheres Maß an Sicherheit bezüglich der finanziellen Kosten eines Darlehens in der Zukunft, verglichen mit Krediten, die mit variablen Zinssätzen versehen sind. Aufgrund der Zinsfestschreibung lassen sich die Kosten vielmehr genau berechnen und eventuelle Erhöhungen der Zinsen sind nicht zu befürchten. Da der Zinsmarkt sich schnell verändern kann, sind Zinsschwankungen durchaus nicht selten. Gerade vor dem Hintergrund, dass ein Kredit in der Regel eine längere Laufzeit aufweist und die Festschreibung der Zinsen ebenfalls oftmals für mehrere Jahre erfolgt. Zu beachten ist, dass die Banken bei einer Festlegung der Zinsen einen Aufschlag erheben, der umso höher ausfällt, je länger die Unveränderlichkeit der Zinshöhe vereinbart wird.

Nachteil einer Zinsfestschreibung

Die Zinsfestschreibung besitzt aber mitunter auch eine negative Kehrseite. Sollte sich während der Festschreibungszeit das allgemeine Zinsniveau verringern, würde man von diesem Zinsvorteil nicht profitieren. Grundsätzlich lässt sich feststellen, dass es ratsam ist, in Zeiten von niedrigen Kreditzinsen eine längere Zinsfestschreibung vorzunehmen. Hierdurch sichert sich der Kreditnehmer die aktuell attraktiven Zinsen auch besonders lang für die Zukunft. Dies kann beispielsweise bei der Baufinanzierung, also einer Finanzierung über einen langen Zeitraum, sehr lohnenswert sein. Gleichzeitig sollte eine Zinsfestschreibung in einem hohen Zinsumfeld für Darlehen eher kurzfristig vereinbart werden, da somit bei sinkenden Zinsen in den kommenden Jahren erneut mit der Bank verhandelt werden kann.

Umschuldung als mögliche Alternative

Empfehlenswert ist darüber hinaus, dass bei Ablauf der Zinsfestschreibung der Markt für Offerten an Darlehen stets genau sondiert wird. Zwar erhalten Kreditnehmer stets ein neues Angebot von ihrer bisherigen Bank, doch dieses gilt es mit den Konditionen bzw. dem Zinssatz anderer Anbieter zu vergleichen, um in den weiteren Jahren der Finanzierung möglicherweise bessere Darlehensmodelle zu nutzen. Falls einem das Angebot einer anderen Bank mehr zusagt im Vergleich zum alten Kreditgeber, lässt sich dieses durch die Vornahme einer Umschuldung der Verbindlichkeiten in Anspruch nehmen.