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Steuererklärung für Studenten - so werden Sie unterstützt

Die Steuererklärung für Studenten – hilfreiche Tipps für angehenden Akademiker

Veröffentlicht am 11 Nov 2015

Wissenswertes zum Thema Steuererklärung für Studenten:

  • Studiengebühren, Fachliteratur, kostenpflichtige Zusatzkurse, Fahrten zur Uni oder ein neuer Computer – ein Studium ist mit jeder Menge Ausgaben verbunden.
  • Neben den Lebenshaltungskosten kommen schnell Beträge von 200 Euro oder mehr im Monatsdurchschnitt zusammen – darum ist sparen so wichtig.
  • Studienkosten können Sie sich zu großen Teilen vom Staat zurückholen, wenn Sie eine Steuererklärung abgeben. Die Steuererklärung für Studenten ist bares Geld wert.
  • Was man als Student bei der Steuererklärung geltend machen kann

Muss ich als Student eine Steuererklärung machen?

Nur das Studium an sich ist kein Grund für eine Steuererklärung oder verpflichtet gar zu einer Abgabe. Gewisse Rahmenbedingungen machen die Steuererklärung für Studenten dann aber doch obligatorisch. Sind Sie neben Ihrem Studium selbstständig und haben im vergangenen Jahr mehr als den seit 2013 gültigen Grundfreibetrag von 8.130 Euro verdient, müssen Sie genauso eine Steuererklärung abgeben wie bei Einnahmen aus Vermietung von mehr als 8.354 Euro oder Kapitaleinkünften über 801 Euro im Jahr. Beachten Sie auch, dass diese Freibeträge für Alleinstehende und die jeweils doppelten Beträge bei Verheirateten immer wieder angepasst werden.

Sie finanzieren sich Ihr Studium durch Arbeit

Ein Nebenjob im Studium verpflichtet nicht zur Steuererklärung für Studenten. Minijobs auf der Basis von 450 Euro sind ohnehin von der Lohnsteuer befreit und auch bei einer Arbeit als studentische Hilfskraft liegt der Verdienst meist innerhalb des Freibetrags von 8.130 Euro jährlich. Selbst wenn Sie mit einer Arbeit auf Steuerkarte mehr verdienen, müssen Sie keine Erklärung abgeben, denn Ihnen wird bereits ein pauschaler Steuerbetrag bei jeder Abrechnung abgezogen. Hier macht aber häufig eine freiwillige Abgabe Sinn, denn Sie können sich durch die Geltendmachung von Werbungskosten oder anderen Belastungen manchen Euro vom Finanzamt zurückholen. Auch in den anderen Fällen kann die Steuererklärung für Studenten später bares Geld bedeuten, wenn Sie auch hier die Kosten Ihres Studiums in Anrechnung bringen.
Sind Sie zusätzlich BAföG-Empfänger, denken Sie bitte immer daran, dass Ihnen diese Förderung gekürzt wird, wenn Sie mehr als 400 Euro brutto pro Monat verdienen.

Bis wann muss die Steuererklärung als Student eingereicht werden?

Bei einer Steuererklärung für Studenten auf freiwilliger Basis haben Sie viel Zeit. Sie können diese Steuererklärung online oder in Papierform innerhalb von vier Jahren nach dem Veranlagungszeitraum einreichen. Für das Jahr 2015 hätte die Steuererklärung also bis zum Silvestertag 2019 Zeit. Deutlich schneller wird Ihre Erklärung dagegen erwartet, wenn Sie aus den genannten Beispielen heraus zu einer Abgabe verpflichtet sind: dann müssen Sie die Steuererklärung bereits bis zum 31. Mai des Folgejahres an das Finanzamt übermitteln.

Was Sie alles in Ihrer Steuererklärung geltend machen können

  • Semesterbeiträge und Studiengebühren
  • Ausgaben für Literatur, spezielle Software oder sonstige Arbeitsmittel
  • Kosten für Repetitorien, Nachhilfestunden oder benötigte Sprachkurse
  • Reisekosten und Verpflegungspauschalen bei Studienfahrten
  • die Pendlerpauschale für den Weg zwischen Uni und Wohnort oder alternativ die Kosten des Semestertickets
  • den Kauf eines Computers oder anderer benötigter Hardware, wobei das Finanzamt hier eine anteilige Privatnutzung abziehen wird

 

Welche Rechnungen/Dokumente muss ich als Student für die Steuererklärung sammeln?

Das Sammeln von Belegen ist auch bei der Steuererklärung für Studenten unumgänglich, weil Sie unter Umständen jeden Posten später dem Finanzamt auf Nachfrage dokumentieren müssen. Sammeln Sie solche Rechnungen oder Dokumente am besten an einem festen Platz oder in einem eigenen Ordner. Haben Sie viele solcher Belege, empfiehlt sich von Beginn an eine grobe Vorsortierung nach Ausgabenarten oder anderen Kriterien. Das erleichtert Ihnen später die Arbeit, wenn Sie Ihre Steuererklärung selber machen. Dabei müssen Sie alle Rechnungen oder andere Nachweise archivieren, deren Kosten Sie in Ihrer Steuererklärung geltend machen möchten. Das kann die Rechnung der Uni mit den Studiengebühren, die Quittung Ihres Buchhändlers oder auch eine Werkstattrechnung sein, wenn Sie Ihr Auto nach einem Unfall auf dem Weg zur Uni reparieren lassen mussten. Erst wenn Sie später Ihren Steuerbescheid erhalten haben und dessen Einspruchsfrist abgelaufen ist, können Sie die gesammelten Belege vernichten. Ungefragt müssen Sie keinen dieser Belege, wie früher üblich, mit der Steuererklärung an das Finanzamt übersenden. Ein solcher Nachweiszwang gilt heute nur noch sehr eingeschränkt und umfasst wenige Dokumente wie Spendenbescheinigungen oder den Nachweis einer Behinderung.

Wie werden diese Ausgaben in der Steuererklärung für Studenten geltend gemacht?

Sie haben zwei Möglichkeiten, solche Ausgaben in der Steuererklärung für Studenten geltend zu machen, um damit eine Rückzahlung Ihrer Steuern zu bewirken. Sie können die Kosten als

  • Sonderausgaben oder als
  • Werbungskosten

in Anrechnung bringen.

Was ist der Unterschied zwischen Sonderabgaben und Werbungskosten bei der Steuererklärung für Studenten?

Sonderausgaben und Werbungskosten unterscheiden sich in zwei zentralen Aspekten. Während Sie Werbungskosten in unbegrenzter Höhe absetzen können, sind die Sonderausgaben auf einen Ansatz von maximal 6.000 Euro beschränkt. Außerdem sind Sonderausgaben im Jahr ihrer Entstehung bei der Steuererklärung geltend zu machen. Dagegen können Sie Werbungskosten auch auf folgende Jahre übertragen. Vor allem dieser Punkt wird für Sie als Student interessant. Verdienen Sie während des Studiums nur wenig, zahlen Sie nur geringe Abgaben an den Fiskus und können auch nur entsprechend geringe Kosten gegenrechnen. Sie können den Ansatz Ihrer Werbungskosten aber auch zeitlich verschieben: Wenn Sie später nach dem Studium deutlich höhere Einkünfte erzielen und wesentlich mehr Steuern zahlen müssen, profitieren Sie dort natürlich stärker von der Anrechnungsmöglichkeit Ihrer hohen Studienausgaben als Werbungskosten.

Spielt die Studienart bei diesen unterschiedlichen Anrechnungsmöglichkeiten eine Rolle?

Bei der Steuererklärung für Studenten und diesen beiden Optionen zur Geltendmachung der Studienkosten ist es unerheblich, ob Sie nun Informatik, Medizin oder Theologie studieren. Die Rechtslage Anfang 2015 trifft aber eine andere Unterscheidung. Handelt es sich um ein Studium nach einer abgeschlossenen Berufsausbildung oder lassen Sie einem Bachelor-Abschluss noch Ihren Master folgen, gilt das als Aus- und Weiterbildung. Dann dürfen Sie tatsächlich frei wählen, ob Sie Ihre Studienausgaben nun als Werbungskosten oder als Sonderausgabe deklarieren. Ist Ihr Studium dagegen Ihre erste Berufsausbildung, erlaubt das Steuerrecht aktuell nur eine Berücksichtigung als Sonderausgaben.
Ende 2014 erklärte der Bundesfinanzhof (BFH) unter dem Aktenzeichen BFH – VI R 8/12 diese Praxis für verfassungswidrig und legte den Sachverhalt dem Bundesverfassungsgericht zur Entscheidung vor. Ein Urteil stand im Juni 2015 noch aus. Sie haben aber somit gute Chancen, dass der Fiskus auch bei einem Studium als erste Berufsausbildung schon bald Ihre Ausgaben als Werbungskosten anerkennt. Und das können Sie jetzt schon dafür tun: Machen Sie eine Steuererklärung für Studenten und deklarieren Sie Ihre Ausgaben als Werbungskosten. Ihr Finanzamt wird dies in dem folgenden Steuerbescheid zunächst ablehnen, aber dagegen legen Sie umgehend Einspruch ein. Verweisen Sie dabei auf den Vorlagenbeschluss des BFH inklusive Aktenzeichen und beantragen Sie ein Ruhen Ihrer Steuersache. Damit bleibt der Steuerbescheid zunächst offen und Sie können nach einem positiven Urteil des Verfassungsgerichts ihre jetzigen Studienkosten mit den Steuern auf spätere Einkünfte als Werbungskosten verrechnen lassen.

Steuererklärung selber machen oder Hilfe vom Steuerberater holen?

Die Themen Steuern und Steuererklärung mit ihren vielen Fachbegriffen und seitenlangen Formularen wirken auf den ersten Blick oft abschreckend. Bei näherem Hinsehen verliert eine Steuererklärung aber schnell ihren Schrecken. Wenn Sie Ihre Steuererklärung selber machen, bieten Ihnen verschiedene Steuerprogramme für den PC dabei umfangreiche Unterstützung. Diese Software kostet meist weniger als 50 Euro und führt Sie leicht verständlich mit Interviews durch die komplexe Materie, zeigt Ihnen zusätzliche Steuersparmöglichkeiten und übermittelt am Ende die fertige Steuererklärung online an Ihr Finanzamt. Außerdem können Sie die Rechnung für das Programm wiederum bei den Werbungskosten ergänzend aufführen. Das funktioniert auch mit der Rechnung eines Steuerberaters, der Ihnen die Steuererklärung abnimmt. Allerdings kostet der Sie zunächst einmal deutlich mehr als die Spezialsoftware und tatsächlich ist die Hilfe solcher Spezialisten bei den meisten Menschen mit vergleichsweise einfachen steuerlichen Sachverhalten eher ein bequemer Luxus als eine wirkliche Notwendigkeit.
Alternativ und komplett gratis können Sie auch die Steuererklärung online mit ELSTER erledigen. Dieses von allen deutschen Steuerverwaltungen gemeinsam unterstützte Programm bietet Ihnen ebenfalls alle wesentlichen Funktionen, damit Sie Ihre Steuererklärung selber machen und die fertige Steuererklärung online an das Finanzamt senden können. Das Programm ist allerdings kaum mehr als die digitale Variante einer Steuererklärung auf dem Papier inklusive aller Ausfüllhilfen. Komfortfunktionen wie das fragengestützte Erfassen aller Daten und Sachverhalte, Alternativvorschläge zum Senken Ihrer Steuerlast und andere Extras unabhängiger Steuersoftware finden Sie hier nicht.
Egal für welchen Weg Sie sich bei der Abgabe Ihrer Steuererklärung am Ende entscheiden, nutzen Sie auf jeden Fall die Möglichkeiten, die sich Ihnen mit einer Steuererklärung für Studenten bieten. Holen Sie sich die teuren Kosten Ihres Studiums vom Staat zurück. Sie können an wirklich vielen Stellen Geld zurückbekommen. Bei auxmoney finden Sie außerdem weitere interessante und hilfreiche Texte in Sachen Steuern.

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