Wird Dir beim Wort „Steuererklärung“ auch schon schlecht? Keine Angst. Bei der Steuererklärung für Studenten gibt es einige wichtige Dinge zu beachten. Mit diesen Tipps holst Du Dir als Studentin oder Student Nachschlag vom Finanzamt.

Auf einen Blick

  • Studienkosten lassen sich teilweise zurückholen, wenn eine Steuererklärung abgegeben wird
  • Eine Steuerklärung ist einfacher als gedacht
  • Was man als Student bei der Steuererklärung alles geltend machen kann

Steuererklärung für Studenten - so werden Sie unterstützt

Muss ich als Student oder Studentin eine Steuererklärung machen?

Nur das Studium an sich ist kein Grund für eine Steuererklärung oder verpflichtet gar zu einer Abgabe. Gewisse Rahmenbedingungen machen die Steuererklärung für Studenten dann aber doch obligatorisch. Bist Du neben dem Studium selbstständig und hast im vergangenen Jahr mehr als den seit 2013 gültigen Grundfreibetrag von 8.130 Euro verdient, musst Du genauso eine Steuererklärung abgeben wie bei Einnahmen aus Vermietung von mehr als 8.354 Euro oder Kapitaleinkünften über 801 Euro im Jahr. Beachte auch, dass diese Freibeträge für Alleinstehende und die jeweils doppelten Beträge bei Verheirateten immer wieder angepasst werden.

Du finanzierst Dir Dein Studium durch Arbeit

Ein Nebenjob im Studium verpflichtet nicht zur Steuererklärung für Studenten. Minijobs auf der Basis von 450 Euro sind ohnehin von der Lohnsteuer befreit und auch bei einer Arbeit als studentische Hilfskraft liegt der Verdienst meist innerhalb des Freibetrags von 8.130 Euro jährlich. Selbst wenn Du mit einer Arbeit auf Steuerkarte mehr verdienst, musst Du keine Erklärung abgeben, denn Dir wird bereits ein pauschaler Steuerbetrag bei jeder Abrechnung abgezogen. Hier macht aber häufig eine freiwillige Abgabe Sinn, denn Du kannst Dir durch die Geltendmachung von Werbungskosten oder anderen Belastungen manchen Euro vom Finanzamt zurückholen. Auch in den anderen Fällen kann die Steuererklärung für Studenten später bares Geld bedeuten, wenn Du auch hier die Kosten Deines Studiums in Anrechnung bringst.
Bist Du zusätzlich BAföG-Empfänger, denke bitte immer daran, dass diese Förderung gekürzt wird, wenn Du mehr als 400 Euro brutto pro Monat verdienen.

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Bis wann muss die Steuererklärung als Student eingereicht werden?

Bei einer Steuererklärung für Studenten auf freiwilliger Basis hast Du viel Zeit. Du kannst diese Steuererklärung online oder in Papierform innerhalb von vier Jahren nach dem Veranlagungszeitraum einreichen. Für das Jahr 2015 hätte die Steuererklärung also bis zum Silvestertag 2019 Zeit. Deutlich schneller wird Ihre Erklärung dagegen erwartet, wenn Du aus den genannten Beispielen heraus zu einer Abgabe verpflichtet bist: dann musst Du die Steuererklärung bereits bis zum 31. Mai des Folgejahres an das Finanzamt übermitteln.

Was Du alles in der Steuererklärung geltend machen kannst

  • Semesterbeiträge und Studiengebühren
  • Ausgaben für Literatur, spezielle Software oder sonstige Arbeitsmittel
  • Kosten für Repetitorien, Nachhilfestunden oder benötigte Sprachkurse
  • Reisekosten und Verpflegungspauschalen bei Studienfahrten
  • die Pendlerpauschale für den Weg zwischen Uni und Wohnort oder alternativ die Kosten des Semestertickets
  • den Kauf eines Computers oder anderer benötigter Hardware, wobei das Finanzamt hier eine anteilige Privatnutzung abziehen wird

Welche Rechnungen/Dokumente muss ich als Student für die Steuererklärung sammeln?

Das Sammeln von Belegen ist auch bei der Steuererklärung für Studenten unumgänglich, weil Du unter Umständen jeden Posten später dem Finanzamt auf Nachfrage dokumentieren musst. Sammle solche Rechnungen oder Dokumente am besten an einem festen Platz oder in einem eigenen Ordner. Hast Du viele solcher Belege, empfiehlt sich von Beginn an, eine grobe Vorsortierung nach Ausgabenarten oder anderen Kriterien. Das erleichtert später die Arbeit, wenn Du Deine Steuererklärung selber machst. Dabei musst Du alle Rechnungen oder andere Nachweise archivieren, deren Kosten Du in der Steuererklärung geltend machen möchtest. Das kann die Rechnung der Uni mit den Studiengebühren, die Quittung Deines Buchhändlers oder auch eine Werkstattrechnung sein, wenn Du Dein Auto nach einem Unfall auf dem Weg zur Uni reparieren lassen musstes. Erst wenn Du später Deinen Steuerbescheid erhalten hast und dessen Einspruchsfrist abgelaufen ist, kannst Du die gesammelten Belege vernichten. Ungefragt musst Du keinen dieser Belege, wie früher üblich, mit der Steuererklärung an das Finanzamt übersenden. Ein solcher Nachweiszwang gilt heute nur noch sehr eingeschränkt und umfasst wenige Dokumente wie Spendenbescheinigungen oder den Nachweis einer Behinderung.

Wie werden diese Ausgaben in der Steuererklärung für Studenten geltend gemacht?

Du hast zwei Möglichkeiten, solche Ausgaben in der Steuererklärung für Studenten geltend zu machen, um damit eine Rückzahlung Deiner Steuern zu bewirken. Du kannst die Kosten als

  • Sonderausgaben oder als
  • Werbungskosten

in Anrechnung bringen.

Was ist der Unterschied zwischen Sonderabgaben und Werbungskosten bei der Steuererklärung für Studenten?

Sonderausgaben und Werbungskosten unterscheiden sich in zwei zentralen Aspekten. Während Du Werbungskosten in unbegrenzter Höhe absetzen kannst, sind die Sonderausgaben auf einen Ansatz von maximal 6.000 Euro beschränkt. Außerdem sind Sonderausgaben im Jahr ihrer Entstehung bei der Steuererklärung geltend zu machen. Dagegen kannst Du Werbungskosten auch auf folgende Jahre übertragen. Vor allem dieser Punkt wird für Dich als Student interessant. Verdienst Du während des Studiums nur wenig, zahlst Du nur geringe Abgaben an den Fiskus und können auch nur entsprechend geringe Kosten gegenrechnen. Du kannst den Ansatz Deiner Werbungskosten aber auch zeitlich verschieben: Wenn Du später nach dem Studium deutlich höhere Einkünfte erzielst und wesentlich mehr Steuern zahlen musst, profitierst Du dort natürlich stärker von der Anrechnungsmöglichkeit Ihrer hohen Studienausgaben als Werbungskosten.

Spielt die Studienart bei diesen unterschiedlichen Anrechnungsmöglichkeiten eine Rolle?

Bei der Steuererklärung für Studenten und diesen beiden Optionen zur Geltendmachung der Studienkosten ist es unerheblich, ob Du nun Informatik, Medizin oder Theologie studierst. Die Rechtslage Anfang 2015 trifft aber eine andere Unterscheidung. Handelt es sich um ein Studium nach einer abgeschlossenen Berufsausbildung oder Du lässt einem Bachelor-Abschluss noch den Master folgen, gilt das als Aus- und Weiterbildung. Dann darfst Du tatsächlich frei wählen, ob Du Deine Studienausgaben nun als Werbungskosten oder als Sonderausgabe deklarierst. Ist Dein Studium dagegen Deine erste Berufsausbildung, erlaubt das Steuerrecht aktuell nur eine Berücksichtigung als Sonderausgaben.
Ende 2014 erklärte der Bundesfinanzhof (BFH) unter dem Aktenzeichen BFH – VI R 8/12 diese Praxis für verfassungswidrig und legte den Sachverhalt dem Bundesverfassungsgericht zur Entscheidung vor. Ein Urteil stand im Juni 2015 noch aus. Du hast aber somit gute Chancen, dass der Fiskus auch bei einem Studium als erste Berufsausbildung schon bald Deine Ausgaben als Werbungskosten anerkennt. Und das kannst Du jetzt schon dafür tun: Mache eine Steuererklärung für Studenten und deklariere Deine Ausgaben als Werbungskosten. Dein Finanzamt wird dies in dem folgenden Steuerbescheid zunächst ablehnen, aber dagegen legst Du umgehend Einspruch ein. Verweise dabei auf den Vorlagenbeschluss des BFH inklusive Aktenzeichen und beantrage ein Ruhen der Steuersache. Damit bleibt der Steuerbescheid zunächst offen und Du kannst nach einem positiven Urteil des Verfassungsgerichts die jetzigen Studienkosten mit den Steuern auf spätere Einkünfte als Werbungskosten verrechnen lassen.

Steuererklärung selber machen oder Hilfe vom Steuerberater holen?

Die Themen Steuern und Steuererklärung mit ihren vielen Fachbegriffen und seitenlangen Formularen wirken auf den ersten Blick oft abschreckend. Bei näherem Hinsehen verliert eine Steuererklärung aber schnell ihren Schrecken. Wenn Du die Steuererklärung selber machst, bietet Dir verschiedene Steuerprogramme für den PC dabei umfangreiche Unterstützung. Diese Software kostet meist weniger als 50 Euro und führt Dich leicht verständlich mit Interviews durch die komplexe Materie, zeigt Dir zusätzliche Steuersparmöglichkeiten und übermittelt am Ende die fertige Steuererklärung online an Ihr Finanzamt. Außerdem kannst Du die Rechnung für das Programm wiederum bei den Werbungskosten ergänzend aufführen. Das funktioniert auch mit der Rechnung eines Steuerberaters, der Dir die Steuererklärung abnimmt. Allerdings kostet der Dich zunächst einmal deutlich mehr als die Spezialsoftware und tatsächlich ist die Hilfe solcher Spezialisten bei den meisten Menschen mit vergleichsweise einfachen steuerlichen Sachverhalten eher ein bequemer Luxus als eine wirkliche Notwendigkeit.
Alternativ und komplett gratis kannst Du auch die Steuererklärung online mit MEIN ELSTER erledigen. Dieses von allen deutschen Steuerverwaltungen gemeinsam unterstützte Programm bietet Dir ebenfalls alle wesentlichen Funktionen, damit Du Deine Steuererklärung selber machen und die fertige Steuererklärung online an das Finanzamt senden kannst. Das Programm ist allerdings kaum mehr als die digitale Variante einer Steuererklärung auf dem Papier inklusive aller Ausfüllhilfen. Komfortfunktionen wie das fragengestützte Erfassen aller Daten und Sachverhalte, Alternativvorschläge zum Senken Ihrer Steuerlast und andere Extras unabhängiger Steuersoftware findest Du hier nicht.
Egal für welchen Weg Du Dich bei der Abgabe der Steuererklärung am Ende entscheidest, nutze auf jeden Fall die Möglichkeiten, die sich mit einer Steuererklärung für Studenten bieten. Hole Dir die teuren Kosten des Studiums vom Staat zurück. Du kannst an wirklich vielen Stellen Geld zurückbekommen.

 

Hier findest Du eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für MEIN ELSTER: Steuererklärung kostenlos machen. So geht’s. 

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