Der Erhalt ihrer Zahlungsfähigkeit hat für Unternehmen höchste Priorität. Können Waren oder Dienstleistungen nicht sofort bezahlt werden, kann ein Lieferantenkredit –auch Handelskredit oder Warenkredit genannt – in Anspruch genommen werden. Mit dem eingeräumten Zahlungsaufschub können Unternehmen Zeit gewinnen, um den Betrag zur Begleichung der Rechnung einzunehmen. Viele Betriebe nutzen das Lieferantendarlehen als Form der kurzfristigen Fremdfinanzierung alltäglich als Kredit für den Kauf dringend benötigter Waren.

Der Lieferantenkredit – eine kurze Definition

Bei einem Lieferantenkredit handelt es sich nicht um einen Kredit im klassischen Sinne, sondern vielmehr um einen vom Verkäufer eingeräumten Zahlungsaufschub für die gekaufte Ware. Der Lieferant gewährt seinem Kunden damit ein Zahlungsziel, wofür er im Gegenzug eine Vergütung erhält. Diese verzögerte Zahlung des Rechnungsbetrags gilt jedoch lediglich für die Finanzierung der gelieferten Ware. Ein Lieferantenkredit ist eine beliebte Finanzierungsform für Unternehmen, die benötigte Waren ohne einen Bankkredit finanzieren möchten. Die Absicherung des Lieferantendarlehens erfolgt über den sogenannten Eigentumsvorbehalt. Das bedeutet, dass der Verkäufer, solange diese Lieferforderungen noch offen sind, die Ware bis zur Begleichung der Rechnung einbehält. Da eine Prüfung der Bonität für die Gewährung einer Zahlungsfrist nicht unbedingt notwendig ist, bleibt der Eigentumsvorbehalt in den meisten Fällen die einzige Sicherheit für den Verkäufer.

Kosten für den Lieferantenkredit: Skonto & Zinsen

Üblicherweise ist das Lieferantendarlehen an eine Skontofrist gekoppelt. Das bedeutet, dass Kunden, die den Rechnungsbetrag vor der gesetzten Zahlungsfrist begleichen, von der Summe einen bestimmten Prozentsatz, das Skonto, abziehen und so Geld sparen können. Verzichtet der Kunde auf den angebotenen Preisnachlass und begleicht die Rechnung erst nach Ablauf der Zahlungsfrist, fällt ein Effektivzinssatz für den offenen Betrag an. Die Verzinsung des Lieferantenkredits wird anhand der Skontofrist und des Skontosatzes berechnet.

Wie lassen sich die Kosten für den Lieferantenkredit berechnen?

Die Kosten für den Kredit lassen sich mit dem Skontosatz und der Skontofrist bestimmen. Allerdings muss dazu gesagt werden, dass die Zinsen sich nicht direkt von dem angegebenen Skontosatz ableiten lassen, sondern deutlich höher ausfallen. Der Zinssatz für den Lieferantenkredit wird mit folgender Formel berechnet:

Jahreszinssatz = (Skontosatz × 360) ÷ (Zahlungsziel – Skontofrist)

Bietet ein Lieferant also Waren im Wert von 10.000 Euro an mit einem Zahlungsziel von 30 Tagen und zwei Prozent Skonto, bei Zahlung innerhalb von zehn Tagen, dann bezahlt der Käufer nach Ablauf dieser Frist einen Jahreszinssatz von 36 Prozent. Mit der Anpassung des Zahlungsziels ändert sich zwar der effektive Jahreszinssatz, allerdings wird die zu zahlende Summe dadurch nicht beeinträchtigt.

Welche Arten von Lieferantendarlehen gibt es?

Grundsätzlich wird zwischen dem kurzfristigen und dem langfristigen Lieferantenkredit unterschieden. Hat der Käufer eine Zahlungsfrist von 14 bis 30 Tagen einzuhalten, spricht man von einem kurzfristigen Lieferantendarlehen. Gewähren Lieferanten für die Rechnung einen Zahlungsaufschub von mehr als 30 Tagen, handelt es sich um einen langfristigen Lieferantenkredit. In diesem Fall fallen Zinsen auf den Rechnungsbetrag an.

Wann ist ein Lieferantenkredit sinnvoll?

Ein Lieferantenkredit ist für Unternehmen immer dann eine gute Möglichkeit, wenn Ware dringend benötigt wird, aber nicht direkt bezahlt werden kann, und aufgrund von mangelnder Kreditwürdigkeit ein Bankkredit nicht in Frage kommt. Da beim Lieferantenkredit die Rechnung erst später beglichen werden muss, kann der Zahlungsaufschub dazu genutzt werden, um mit den Einnahmen durch den Verkauf der Waren den Rechnungsbetrag zu bezahlen.

Für Lieferanten kann die Vergabe eines Lieferantendarlehens zur Kundenbindung vorteilhaft sein. Es kommt häufig vor, dass Kunden nach der Bestellung nicht sofort zahlungsfähig sind. Gewährt der Verkäufer hier einen Zahlungsaufschub, kann das ein entscheidender Punkt sein, diesen Händler zu wählen.

Der Lieferantenkredit bietet Vor- und Nachteile

Ein Warenkredit bietet sowohl für den Käufer als auch für den Lieferanten einige Vor- und Nachteile. Bevor Unternehmen sich dafür entscheiden, den Zahlungsaufschub in Anspruch zu nehmen, sollten diese daher genau abgewogen werden.

Die Vorteile des Lieferantendarlehens

Der Lieferantenkredit bietet viele Vorteile für Unternehmen. Vor allem die schnelle und formlose Abwicklung des Lieferantendarlehens ist für die meisten Käufer attraktiv. Der Kredit steht sofort zur Verfügung, wenn die Waren geliefert sind. Dabei müssen keine zusätzlichen Formalitäten eingehalten werden. Gleichzeitig entstehen keine vertraglichen Verpflichtungen gegenüber Dritten wie beispielsweise Banken. Im Gegensatz zum Bankkredit sind für den Lieferantenkredit keine Sicherheiten seitens des Käufers notwendig, da keine Prüfung der Bonität bzw. Kreditwürdigkeit erfolgt. Besonders für Unternehmen mit nicht optimaler Bonität ist das Darlehen daher eine passende Möglichkeit. Der Zahlungsaufschub ermöglicht es dem Käufer, über den Weiterverkauf der erworbenen Waren den offenen Rechnungsbetrag begleichen zu können. Der Verkäufer sichert das eingeräumte Zahlungsziel über den Eigentumsvorbehalt ab.

Nachteile des Lieferantenkredits

Der größte Nachteil des Lieferantendarlehens für den Käufer sind die damit verbundenen Kosten. Die Effektivverzinsung für einen Lieferantenkredit ist nach Ablauf der Skontofrist sehr hoch: Hier können mehr als 30 Prozent effektiver Jahreszins anfallen. Problematisch ist hierbei auch, dass der Zinssatz für den Lieferantenkredit nicht aus dem Rechnungsbetrag ersichtlich ist. Viele Kunden glauben deshalb, dass ihnen im Rahmen der Zahlungsfrist ein Kredit ohne Zinsen gewährt wird. Viele Unternehmen bemerken so nicht, dass mit einem Handelskredit unter Umständen deutlich höhere Kosten auf sie zukommen als mit einem Bankkredit.

Für den Lieferanten ergeben sich dagegen nahezu keine Nachteile. Zahlt der Kunde innerhalb der Skontofrist, ergeben sich daraus geringe Einbußen im Umsatz. Diese sind jedoch meist bereits einkalkuliert. Darüber hinaus kann sich der Eigentumsvorbehalt als einzige Absicherung des Kredits als nachteilig für den Verkäufer erweisen, allerdings ist das Risiko eines Zahlungsausfalls hier vergleichsweise gering, da der Lieferantenkredit auch im Falle einer Insolvenz des Käufers rechtlich abgesichert ist.

Alternativen zum Lieferantenkredit

Ein Lieferantendarlehen bietet Unternehmen die Möglichkeit, kurzfristig und unbürokratisch einen Zahlungsaufschub zu bekommen. Obwohl es sich bei dem Lieferantenkredit nicht um einen klassischen Kredit handelt, fallen allerdings auch hierbei Zinsen an. Diese gehören zu den zentralen Nachteilen für den Käufer. Der Jahreszinssatz des Lieferantenkredits ist sehr hoch, in vielen Fällen deutlich höher als die Kosten für einen Ratenkredit.  Aufgrund dessen sollten Unternehmen einen Kreditvergleich nutzen und die Kosten von Ratenkredit und Lieferantendarlehen miteinander vergleichen. Die Finanzierung über einen Kredit von auxmoney kann sich hier als vorteilhafter erweisen.

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Lieferantenkredit

Unter Kaufleuten ist es normal, dass für gelieferte Ware und die Bezahlung eben dieser Leistung ein Lieferantenkredit genutzt werden kann. Hierbei stellt der Lieferant seinem Kunden durch ein bestimmtes Zahlungsziel oder einen gesonderten Aufschub der Bezahlung die Möglichkeit, die Waren erst zu verkaufen und dann entsprechende Lieferungen zu bezahlen. Dabei ergeben sich für beide Seiten Vorteile, da der Lieferant seine Ware besser absetzen kann und ein Recht auf Zinsen hat und der Verkäufer gesonderte Möglichkeiten für die Bezahlung seines Eigentums hat.

Vereinfachte Zahlung

Ob der Lieferantenkredit als kurz- oder langfristiges Darlehen gewährt wird, ist vollkommen den beiden Parteien in einem solchen Kauf überlassen. Es geht dabei darum, dass der Käufer sich zwar bereits für die Ware entscheidet und diese auch geliefert bekommt. Allerdings muss er die Ware nicht direkt bezahlen, sondern erhält durch den Verkäufer ein Darlehen für den Wert der entsprechenden Produkte. Meist wird dies unbürokratisch in Form eines langen Zahlungsziels gewährt und automatisch mit entsprechenden Zinsen vergolten. Allerdings gibt es auch Vereinbarungen langfristiger Natur, die wie ein Darlehen durch den Lieferanten passieren und mit einer zusätzlichen Kreditversicherung abgesichert werden. Der Käufer erhält das neue Zahlungsziel und hat so die Möglichkeit, die Waren zu verkaufen und aus dem Erlös die eigentliche Lieferung zu bezahlen.

In der Regel wird für die Zahlung in einem gewissen Zeitraum ein sogenanntes Skonto gewährt. Beim Skonto handelt es sich um einen Preisnachlass, der eine schnelle Zahlung innerhalb der Skontofrist belohnt.

Absicherung im Zuge eines Lieferantenkredits

Natürlich besteht für den Verkäufer oder in diesem Fall den Darlehensgeber immer das Risiko, dass er am Ende einen Ausfall der Bezahlung hat. Damit das nicht passiert, gibt es verschiedene Absicherungen, die weitere Sicherheit versprechen sollen:

  • Kreditversicherung: Die Kreditversicherung lässt sich schnell und unbürokratisch abschließen und versichert die gesamte Kreditsumme gegen eine kleine Gebühr
  • Darlehensvertrag: Wer gerade bei größeren Summen auf einen festen Darlehensvertrag setzt, kann spätere Forderungen geltend machen
  • Eigentumsvorbehalt: Meist geht das Eigentum an den Waren erst auf den Käufer über, wenn der Lieferantenkredit beendet ist

Mit diesen Prozessen und Vorgängen ist der Lieferantenkredit eines der bedeutendsten Werkzeuge für die Unternehmen im Mittelstand. Vor allem die Tatsache, dass es keine bürokratische Rückarbeit mit einer Bank oder einem anderen Kreditinstitut gibt, hat den Lieferantenkredit in den letzten Jahrhunderten zu einem Standard im Handelswesen gemacht.

Über auxmoney

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