Transaktion - auxmoney Finanzlexikon

Transaktion

Gepflogenheiten am Geldmarkt

Auf dem Geldmarkt werden kurzfristige Kredite und Geldanlage gehandelt. Die "kurze Frist", die den Geld- vom Kapitalmarkt abgrenzen soll, steht jedoch nicht eindeutig fest. Vielfach fallen darunter Geldaufnahmen und -anlagen mit Laufzeiten von bis zu einem, höchstens jedoch zwei Jahren.

Geldmarktteilnehmer

Geldmarktteilnehmer prüfen bei Geschäftsabschlüssen die Bonität (Kreditwürdigkeit) ihrer Handelspartner in aller Regel nicht, weil die Kosten für Bonitätsprüfungen die erzielbaren Renditen zu sehr beeinträchtigen. Aus diesem Grund werden nur Teilnehmer mit einwandfreier Bonität ("erste Adressen"), das sind in erster Linie Geschäftsbanken, toleriert. Daneben handeln aber auch bedeutende, hinsichtlich ihrer Bonität einwandfreie Nichtbanken sowie Bund und Länder. Nichtbanken, die über Geldhandels-Abteilungen verfügen, tätigen Geschäfte selbst, wohingegen Industrie- und Dienstleistungsunternehmen ohne eine entsprechende Infrastruktur Geschäftsbanken einschalten. Bund und Länder schließen Geldmarktgeschäfte über eigene Geldhändler ab, die Mitarbeiter des Bundesfinanzministeriums bzw. der Landesfinanzministerien sind.

Telefongeschäfte

Händler und Makler nehmen vorwiegend über das Telefon Verbindung zueinander auf und schließen Transaktionen auch am Telefon ab. Diese Form der Kommunikation hat sich bewährt, weil Kontakte zwischen einzelnen Marktteilnehmern schnell und unkompliziert hergestellt werden können. Damit wird beispielsweise den raschen Veränderungen im Tagesgeschäft einer Geschäftsbank, die ebenso rasche Reaktionen auf dem Geldmarkt erfordern, Rechnung getragen. Im Anschluss an einen Geschäftsabschluss am Telefon wird in aller Regel eine Bestätigung zu Kontroll- und Buchungszwecken erstellt und dem Handelspartner per Telefax oder E-Mail übermittelt.

Bildschirmsysteme

Hin und wieder wird Geld aber schon über Bildschirmsysteme, die z.B. von Nachrichtenagenturen wie Reuters bereitgestellt werden, gehandelt. Unter einem Bildschirmsystem versteht man ein Netz von Computern, die in aller Regel über einen Zentralrechner miteinander verbunden sind. Geldhändler, die an das System "angeschlossen" sind, können, völlig unabgängig von ihrem jeweiligen Standort, am Terminal eigene Handelswünsche (Geldanlage, -aufnahme) sowie die Konditionen (Zinssätze, Handelsvolumina), zu denen sie zum Handel bereit sind, direkt eingeben und damit den anderen Marktteilnehmern unterbreiten, aber auch die Angebots- und Nachfragekonstellationen anderer Marktteilnehmer sichten. Die eingestellten Zinssätze sind für gewöhnlich Orientierungsgrößen, die näherungsweise anzeigen, zu welchen Sätzen ein Händler bereit ist, Geschäfte abzuschließen. Ein konkreter Zinssatz wird erst dann vereinbart, wenn ein Händler z.B. das Volumen eines Geschäftes und die Bonität der Gegenpartei genau kennt. Ein Geschäft kommt zustande, wenn ein Händler das Angebot oder die Nachfrage eines anderen Marktteilnehmers mittels "Tastendruck" annimmt. Bildschirmsysteme tragen zur Transparenz auf dem Geldmarkt bei, weil die Informationen allen Marktteilnehmern gleichzeitig zur Verfügung stehen.

Geldmarktsätze

Die Zinsen, die für Transaktionen auf dem Geldmarkt gezahlt werden, bezeichnet man als "Geldmarktsätze", oder kurz "Sätze". Sie werden nicht offiziell, z.B. durch amtliche Makler, festgesetzt oder notiert, sondern vielmehr unmittelbar zwischen den Geldhändlern vereinbart. Geldhändler können bei Anfragen anderer Marktteilnehmer zwei Sätze angeben, und zwar zuerst den "Geldsatz", das ist der Satz, zu dem ein Händler bereit ist, Geld aufzunehmen und dann den "Briefsatz", zu dem der Händler bereit ist, Geld zu verleihen.