Forderung - auxmoney Finanzlexikon

Forderung

Was bedeutet Forderung?

Die Forderung ist, ganz allgemein ausgedrückt, der rechtliche Anspruch auf Erfüllung einer vertraglichen oder vereinbarten Leistung. Aus juristischer Sicht ist sie ein Anspruch aus dem Schuldrecht nach den §§ 241 ff des BGB, des Bürgerlichen Gesetzbuches. Unternehmerisch ist die Forderung als solche eine unstrittige Angelegenheit. Die vereinbarte Leistung, beispielsweise als Handwerks- oder als Dienstleistung, ist erbracht worden. Sie wurde vom Unternehmer als dem Auftragnehmer gegenüber dem Auftraggeber geschuldet. Im Anschluss an die Leistungserbringung wird der vereinbarte Betrag berechnet; er wird, wie es heißt, in Rechnung gestellt. Jetzt ist die Situation umgekehrt. Der bisherige Schuldner zur Leistungserbringung wird zum Gläubiger der Forderung. Schuldner ist jetzt der Auftraggeber, der die berechnete Leistung anhand der erhaltenen Rechnung bezahlen muss.

Offener Forderungsposten bis zur Gutschrift

Der Forderungsanspruch auf Rechnungsbegleichung entsteht mit dem Zugang der Rechnung beim Schuldner. In der Buchhaltung des Gläubigers wird diese Rechnung als eine offene Forderung geführt. Offen heißt, dass die Bezahlung noch aussteht. Erst dann, wenn sie dem Firmenkonto gutgeschrieben worden ist, gilt sie als ausgeglichen. Bei den offenen Forderungsposten muss unterschieden werden in diejenigen innerhalb der Zahlungsfrist und diejenigen mit Fristüberschreitung. Umgangssprachlich wird der Anspruch dann als noch offen bezeichnet, wenn die Zahlungsfrist ohne den vollständigen Zahlungseingang verstrichen ist. Übliche Zahlungsfristen bewegen sich zwischen zwei und vier Wochen nach Rechnungsausstellung. In größeren Unternehmen werden offene, also unbezahlte Rechnungen, in einer Liste über offene Posten erfasst; es ist die OPOS-Liste. Sie wird regelmäßig mit dem Firmenkonto abgeglichen, wobei Zahlungseingänge möglichst zeitnah in der OPOS-Liste als erledigt ausgebucht werden.

Forderungsmanagement und Liquidität auf dem Firmenkonto

Für den Unternehmer ergibt sich zwangsläufig eine parallele Rechnung für Soll und Ist. Als Sollbuchungen werden alle ausgestellten Rechnungen für die erbrachten Lieferungen und Leistungen erfasst. Dem gegenüber steht das Ist auf dem Firmenkonto, also der Zahlungseingang der beglichenen Rechnungen. Je weniger Rechnungen als offene Forderungsposten geführt werden, umso besser wirkt sich das auf die Liquidität des Firmenkontos aus. Zum Forderungsmanagement gehört also auch ein zeitnahes Mahnverfahren. Idealerweise werden alle ausgestellten Rechnungen pünktlich und vollständig bezahlt. In der OPOS-Liste gibt es dann keine offenen Forderungsposten, und das Firmenkonto ist dementsprechend gut gefüllt. Jede Buchhaltung ist bestrebt, diesem Idealzustand möglichst nahe zu kommen. Das erfordert sowohl Kontinuität als auch Genauigkeit in der täglichen Arbeit mit der OPOS-Liste einerseits und dem Firmenkonto andererseits.

Privatkredit als offene Forderung des Kreditgebers

Bei einem Privatkredit schuldet der Kreditnehmer dem Kreditgeber die Summe des Kredites als geliehenes Geld, zuzüglich der vertraglich festgelegten Kreditzinsen und der eventuell vereinbarten Bearbeitungsgebühren. Die Forderungshöhe des Kreditinstitutes als Gläubiger verringert sich mit jeder Monatszahlung. Die beinhaltet anteilig sowohl die Kreditzinsen als auch die Tilgung, also die Rückzahlung der geliehenen Geldsumme. Die Art des Kredites ist entscheidend dafür, ob sich der monatliche Tilgungsanteil erhöht, oder ob er unverändert gleichhoch bleibt. Die Kreditforderung der Bank oder Sparkasse ist gleichzeitig mit einem Kreditausfallrisiko dahingehend verbunden, dass der Kredit nicht, nicht vollständig oder nicht termingerecht zurückgezahlt wird. Der Privatkredit wird als Konsumenten- oder Verbraucherkredit in aller Regel nicht zur Forderungsabsicherung besichert. Anders ist es bei einem Baudarlehen im sechsstelligen Eurobereich. Zur Besicherung wird eine Hypothek im Grundbuch des Darlehensnehmers eingetragen. Damit hat der Kreditgeber ein Erstzugriffsrecht auf den Erlös aus dem Immobilienverkauf, bis hin zur Zwangsversteigerung.