Inflation - auxmoney Finanzlexikon

Inflation

Inflation - Geldmengenerhöhung und steigende Preise

Die Inflation ist ein schleichender Prozess. Das Paradebeispiel ist die Kugel Eis, die früher für wenige Pfennige zu haben war und heutzutage oft bei knapp einem Euro liegt. Preiserhöhungen sind indirekt eine Folge davon, dass mehr Geld im Umlauf ist. Verkäufer wollen ihre Kaufkraft beibehalten, dass heißt sie wollen für die gleiche Arbeit auch das Gleiche kaufen können und müssen mehr, um das auch zu können. Deswegen wird, simpel gesprochen, alles teurer – Lebensmittel, Dienstleistungen bzw. allgemein Verbraucherpreise. Aufgrund von Inflation gibt es mehr Geld, sodass die einzelne Geldeinheit damit entwertet wird. Es gelten Angebot und Nachfrage – je größer das Angebot, desto geringer der Wert/ Preis. Je größer die Geldmenge im Umlauf, d.h. das Angebot ist, desto größer ist die Inflation. Für viele Menschen kann das ein großes Problem sein: Diejenigen, die jahrelang keine Anpassung von Gehältern erfahren und vor allem Sparer, deren Erspartes durch die Inflation „aufgefressen“ wird.

Rechenbeispiel Inflation

Es sind 1000 Euro im Umlauf. Ein Brot kostet 1 Euro. Ein Mann verdient 50 Euro, könnte sich also 50 Brote kaufen. Die Zentralbank druckt 20 Euro zusätzlich und bringt sie in den Umlauf: Es gibt jetzt 1020 Euro. Um so viel kaufen zu können wie zuvor, erhöht Bäcker den Preis für ein Brot auf 20/1000 +1 = 1,02 Euro. Der Mann verdient immer noch 50 Euro, kann sich aber jetzt nur noch 49 Brote kaufen. Das ist mit Kaufkraftverlust gemeint. Würde sein Gehalt dagegen auf 51 Euro erhöht werden, könnte er nach wie vor 50 Brote kaufen. Inflation bezeichnet die gesteigerte Geldmenge im Umlauf (1020 statt 1000 Euro im Umlauf) und das dadurch gestiegene Preisniveau (1,02 Euro pro Brot statt 1 Euro).

Politisch ist Inflation gewollt

Von staatlicher Seite ist eine Inflation durchaus gewünscht – solange sie nicht zu groß wird. Was auf den ersten Blick nicht clever aussieht, ergibt bei genauerem Hingucken durchaus Sinn. Manche Staaten wollen damit Staatsschulden abbauen, deren realer Wert bei einer Erhöhung der Geldmenge sinkt – Der absolute Schuldenwert wird durch Inflation nicht beeinträchtigt, egal, ob die Geldmenge im Umlauf signifikant größer (oder kleiner) wird. Mit mehr Geld im Umlauf sind die Schulden entsprechend leichter zu bezahlen, weil eine Währungseinheit eine geringere Kaufkraft hat. Gläubiger müssen hierdurch Geldentwertungen hinnehmen, sodass dieses Denken als Notfallmaßnahme gilt, wenn die Schuldenlast eines Staats den Haushalt desselben zu erdrücken droht; so geschehen zum Beispiel in Italien in der Zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. In Deutschland gilt aktuell eine Inflation von rund 2 Prozent, also deutlich weniger, als ideal.

Der Grund dafür ist die Angst vor Deflation. Das Gegenteil von Inflation, Deflation, bedeutet eine Verknappung der Geldmenge. Dies hat eine sehr negativ Entwicklung der Wirtschaft zur Folge: In der Erwartung, dass die Preise fallen, würden Menschen so wenig Geld wie möglich ausgeben. Unternehmen würden viel weniger Umsätze machen, das würde die Wirtschaft entsprechend um viele Prozent schrumpfen lassen. Verbunden mit dem geschrumpften Wirtschaftswachstum würde auch der allgemeine Lebensstandard sinken. Das ist politisch nicht gewünscht, sodass Inflation als das kleinere übel akzeptiert wird. Ernste Probleme mit dem Thema Deflation gab es zum Beispiel im Japan der 90er Jahre.

Inflation bringt Sparer in not

Die Inflation bringt vor allem Sparer in Not: Wenn Geld nicht gewinnbringend angelegt wird, dann verliert es wegen der Inflation automatisch mit der Zeit an Wert. Viele Anlageformen sind aber nicht lukrativ oder riskant. Gerade „klassische“ Anlageformen sind mitunter problematisch: Sparbücher beispielsweise werden so niedrig verzinst, dass das dort angelegte Geld an Wert verliert. Damit das nicht passiert, müssten die Zinsen die Inflationsrate von momentan rund 2,5 Prozent übersteigen. Das ist aber auch mittelfristig nicht zu erwarten, weil Banken nicht auf private Geldgeber angewiesen sind: Sie können sich bei der Europäischen Zentralbank zu sehr geringen Konditionen Geld leihen. Aktien und Fonds sind hingegen riskant, viele Anleger verlieren und müssen ihre Investitionen abschreiben.