Sie ist klein, schmal und rechteckig – die Kundenkarte. Wer eine besitzt und besonders fleißig Punkte sammelt, kann sich so auf Prämien, Sonderangebote und Extra-Services freuen. Doch ab wann lohnt sich eine Kundenkarte überhaupt? Wir haben für Dich genauer hingeschaut und verraten, wie viel Geld Du wirklich sparen kannst.

Auf einen Blick

  • Kundenkarten verleiten zu unnötigen Einkäufen
  • 200 Euro kannst Du jährlich mit Payback-Kundenkarten sparen
  • Nachteil: Preisgabe Deiner persönlichen Daten

Kundenkarten

Welche Vorteile haben Kundenkarten und wie funktionieren sie?

Der zentrale Vorteil der meisten Karten ist die Möglichkeit auf Rabatte. Diese erhältst Du meist dann, wenn Du mit Deinen Einkäufen einen Mindestumsatz erreicht hast. Besonders beliebt sind Kundenkarten mit einer Bezahlfunktion: Diese ersetzen beim Einkauf das Bargeld und bieten oft zusätzlich Zahlpausen oder Ratenzahlungen an.

Viele Anbieter nutzen die Karten für die Pflege der Beziehung zu den Kunden. Die wichtigsten Vorteile können sein:

  • persönliche, exklusive Angebote, die auf den vergangenen Einkäufen basieren
  • Geschenke für besondere Anlässe (z.B. Geburtstag)
  • Zeitschriften
  • Zugang zu besonderen Events

 

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Welche Kundenkarten lohnen sich für mich?

Wenn Du Deine  Daten nicht preisgeben willst, dann nimm Dir am besten diesen Tipp zu Herzen: Verzichte auf Kundenkarten und verwende stattdessen anonyme Karten. Der Grund: Anonyme Karten benötigen statt Personendaten meist nur Stempel oder Sticker – so weiß keiner, wie Du heißt, wo Du wohnst oder was Du gerne einkaufst.

Selbst bei weniger großen Bedenken profitierst Du nur begrenzt von Kundenkarten: Payback wirbt oft mit einer jährlichen Ersparnis von 200 Euro für eine vierköpfige Familie. Wer so viel Geld sparen möchte, muss allerdings diese Voraussetzungen erfüllen:

  • nutze die Karte konsequent nur in teilnehmenden Geschäften
  • nimm ebenfalls die vielen Coupons aus Beilagen, Werbebriefen oder E-Mails in Anspruch
  • auch sollten Deine Einkäufe entsprechend hoch sein: Z.B. benötigst Du bei der DeutschlandCard für eine Rückzahlung von 10 Euro zunächst einmal Einkäufe von über 2000 Euro, also immerhin einen wöchentlichen Einkauf von knapp 40 Euro bei den teilnehmenden Unternehmen

Wichtig: Kundenkarten verleiten oft zu Einkäufen, die überflüssig sind. Kaufe daher nie mehr ein, als eigentlich benötigt. Verbraucherschützer und Warentester haben für Rabattkarten ein durchschnittliches Einsparpotenzial von 0,5 bis 1 Prozent festgestellt. Einzelne Kundenkarten bieten sogar bis zu 3 Prozent, erfordern dann aber jährliche Umsätze jenseits von 5000 Euro. Ergänzende Aktionen wie persönliche Sonderangebote oder versandkostenfreie Bestellungen und andere Extras können diese Bilanz zumindest bei einigen Karten verbessern.

Unser Tipp: Prüfe am besten jedes Kartenangebot genauer und gib Deine persönlichen Daten nicht allzu leichtfertig preis. 

Daten und Datenschutz – welche Nachteile haben die Kundenkarten?

2 große Nachteile bringen Kundenkarten mit sich: Dein Einkauf fällt meist teurer aus, weil Du keine Einkäufe in Läden mit aktuellen Angeboten machen kannst. Zum anderen gibst Du mit dem Einsatz von Kundenkarten einen großen Teil Deiner Anonymität auf, weil Du Unternehmen Einblicke in Dein Konsumverhalten gewährst. Viele Unternehmen wie Payback oder DeutschlandCard sehen Deine privaten Lebensgewohnheiten und Vorlieben, die man durch den Einsatz der Karten offenbart.

Jedes Detail Deiner Einkäufe fließt direkt von der Kasse in die Datenbanken der Unternehmen und wird dort für auf Dich abgestimmtes Marketing ausgewertet. Anbieter wie Payback achten zwar auf Datenschutz und erhielten bislang nur sehr geringen Widerspruch in einschlägigen Gerichtsurteilen, aber dennoch gilt: Sei Dir bewusst, dass Du mit Einkäufen breite Datenspuren hinterlässt und tiefe Einblicke in Dein Privatleben gewährst.

Welche Arten von Kundenkarten gibt es?

Egal, ob Supermarkt, Nagelstudio oder Massagesalon: Fast überall werden Kundenkarten angeboten, um der treuen Kundschaft besondere Vorteile zu verschaffen. Schätzungen zufolge gibt es 100 bis 200 Millionen Karten in Deutschland, die von mehreren Hundert Unternehmen ausgegeben werden. Allein Payback gibt über 30 Millionen aktive Nutzer an und liegt damit weit vor anderen Anbietern wie EDEKA mit der DeutschlandCard, Tchibo oder Miles & More der Lufthansa.

Kundenkarten unterscheiden sich in:

  • reine Bonuskarten (wie die Payback-Karte oder Vielfliegerkarten von Airlines)
  • Regiokarten (von Geschäften an einem bestimmten Ort)
  • Mitgliedskarten (z.B. für Fitnessstudios)
  • kombinierte Karten mit Zahlungsfunktion, die Du vor allem bei großen Anbietern findest
  • Karten mit Direktrabatt bei jedem Einkauf, wie sie ein schwedisches Möbelhaus ausgibt
  • virtuelle Kundenkarten speziell für Apps auf dem Smartphone

 

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Seit wann gibt es Kundenkarten und warum gibt es sie überhaupt?

Deutschlands erste Kundenkarte ist über 50 Jahre alt, herausgegeben von einem Stuttgarter Modehaus. Vor allem Rabatte sind charakteristisch für eine Kundenkarte: Dabei wird jeder Einkauf mit Punkten honoriert. Wird ein bestimmter Punktestand erreicht, erhält man oft Prämien, einen Preisnachlass bei neuen Einkäufen oder sogar Bargeldauszahlungen.

Die Idee stammt aus den USA: Dort haben Unternehmen schon lange vor deutschen Händlern die Vorteile erkannt, Kunden auf diese Weise an sich zu binden. Wer auf diesem vergleichsweise günstigen Weg Kundentreue schafft, erspart sich teures Marketing.

Diese Erkenntnis setzte sich bald hierzulande durch und so erlebten Kundenkarten auch hier einen regelrechten Boom. Neben der Pflege der Kundenbeziehung werden die Karten auch aus einem anderen Grund angeboten:

Durch immer effizientere Möglichkeiten bei der elektronischen Datenverarbeitung lernen die Unternehmen ihre Kunden mit Rabattkarten besser kennen. Mussten Unternehmen ohne Kundenkarten noch teure Marktanalysen betreiben, fließen diese wertvollen Daten dank Rabattkarten nun automatisch zu.

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