Gründungsratgeber

Gewerbeanmeldung – rund um die Anmeldung

Veröffentlicht am 21 Nov 2016
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Es ist ein aufregender Schritt, in die Selbstständigkeit zu starten und beispielsweise ein eigenes Ladengeschäft oder einen kleinen Betrieb zu eröffnen. Eine Gewerbeanmeldung gehört in vielen Fällen zwingend dazu und ist eine der „bürokratischen Aufgaben“, die Sie als Gründer vorzunehmen haben. Wer weiß, wie die Gewerbeanmeldung funktioniert, hat sie schnell erledigt und kann anschließend voll und ganz legitimiert sein Gewerbe ausüben.

Aufgaben einer Gewerbeanmeldung

Eine Gewerbeanmeldung wird mitunter auch als „Gewerbeanzeige“ bezeichnet und ist die offizielle Erklärung darüber, dass man ein Gewerbe aufnimmt. Auch wenn ein Unternehmen bzw. ein Kaufmann eine neue Filiale eröffnet, muss dies über eine Gewerbeanmeldung mitgeteilt werden. Da in Deutschland Gewerbefreiheit herrscht und somit in der Regel jede Person zur Aufnahme eines Gewerbes berechtigt ist, ist die Gewerbeanmeldung – der Name sagt es bereits – nur eine Anmeldung und nicht etwa ein Antrag oder eine „Bitte um Erlaubnis“. Informiert wird jeweils die für Sie zuständige Behörde, in der Regel die Gemeinde oder Stadt, in der Sie das Gewerbe betreiben möchten. Die Regelungen zur Gewerbeanmeldung finden sich in der sogenannte Gewerbeordnung (kurz GewO) im Paragraphen 14. Von der Anmeldung eines Gewerbes werden verschiedene Stellen benachrichtigt. Dies erfolgt in der Regel automatisiert, nachdem die Anmeldung erfolgt ist. Zu den Stellen, die informiert werden, gehören beispielsweise (je nach Gewerbe) das Finanzamt, die Handwerkskammer oder IHK, das Amtsgericht und die zuständige Berufsgenossenschaft (kurz „BG“).

Wer ist zur Gewerbeanmeldung verpflichtet?

Zur Gewerbeanmeldung sind die meisten Personen oder Unternehmen verpflichtet, die in Deutschland geschäftlich aktiv werden möchten. Die wichtigsten Gruppen der sogenannten anzeigepflichtigen Gewerbetreibenden sind

  • Juristische Personen (z. B. GmbHs oder AGs), die der Anzeigepflicht für Gewerbetreibende durch ein Handeln Ihres Vertretungsberechtigten (z. B. Vorstand oder Geschäftsführer) nachkommen
  • Geschäftsführende Gesellschafter von Personengesellschaften wie z. B. von einer BGB-Gesellschaft oder von einer OHG oder KG
  • Einzelgewerbetreibende (also natürliche Personen)

Die sogenannten Freiberufler (also z. B. Ärzte, Steuerberater oder Architekten) müssen allerdings keine Gewerbeanmeldung vornehmen, hier gelten dann wiederum andere Gesetze und Vorgaben, die bei der Gründung berücksichtigt werden müssen. Ebenfalls keine Gewerbeanmeldung benötigt man, wenn man in der sogenannten „Urproduktion“ tätig werden möchte. Dieser Begriff bezieht sich auf das, was im Betrieb hergestellt, an- oder abgebaut bzw. kultiviert wird. In der Regel sind daher land- und forstwirtschaftliche Betriebe von der Gewerbeanmeldung ausgenommen, ebenso der Gartenbau, der Weinbau, der Bergbau und die Fischerei. Auch die Verwaltung des eigenen Vermögens, beispielsweise durch Vermietung oder Verpachtung von Häusern und Grundstücken, ist nicht gewerbeanmeldungspflichtig. Einige Berufszweige und Tätigkeitsgebiete bringen noch weitere Regelungen mit sich, wenn es um die Gewerbeanmeldung geht. Hier ist die Ausübung des Gewerbes an eine offizielle Erlaubnis gebunden. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn besondere fachliche Kenntnisse für die Berufsausübung notwendig sind und/oder wenn es sich um sehr verantwortungsvolle Aufgaben handelt, die übernommen werden sollen. So zählen beispielsweise der Handel mit Waffen, der Betrieb eines Taxiunternehmens, die Eröffnung einer Spielhalle, der Betrieb eines Inkassobüros und die Eröffnung eines klassischen Handwerksbetriebs zu den zulassungspflichtigen Unternehmungen. Wenn Sie hier eine Gründung planen, müssen Sie sich daher vorab unbedingt über die branchenspezifischen Besonderheiten informieren.

So gehen Sie bei der Gewerbeanmeldung vor

Es ist nicht schwierig, eine Gewerbeanmeldung durchzuführen. In der Regel ist es eine gute Idee, im ersten Schritt auf der Website Ihrer Gemeinde bzw. der Stadt nachzusehen, wie das Prozedere in Ihrer Region vorgeschrieben ist. In den meisten Fällen finden Sie bereits auf den Internetseiten der Stadt einen Vordruck für eine Gewerbeanmeldung. Ob Sie diese ausdrucken und dann komplett per Hand ausfüllen müssen oder ob Sie das Formular direkt am Rechner ausfüllen können und später nur noch unterschreiben, kommt ganz darauf an, wie serviceorientiert dies in Ihrer Stadt geregelt ist. Mit dem ausgefüllten Vordruck oder auch ohne diesen (wenn Sie ihn vor Ort ausfüllen müssen oder möchten), gehen Sie dann zur zuständigen Stelle der Verwaltungsbehörde. Bitte achten Sie darauf, dass Sie neben dem Vordruck zur Gewerbeanmeldung auch noch alle weiteren notwendigen Unterlagen beisammen haben und mitbringen. Dies sind in der Regel folgende Dokumente:

  • Handelsregisterauszug (falls für Ihre Gesellschaftsform notwendig)
  • Personalausweis oder Pass
  • Nachweis Ihrer Eintragung bei der Handwerkskammer (sofern Sie einen Handwerksbetrieb eröffnen möchten)
  • sowie weitere Unterlagen, die je nach Gewerbe und Ort unterschiedlich sein können

Darüber hinaus empfiehlt es sich, vorab anzufragen, wie teuer die Gewerbeanmeldung in Ihrem Gründungsort ist. Gegebenenfalls kann es notwendig sein, dass Sie den entsprechenden Betrag bar bezahlen. In diesem Fall sollten Sie natürlich genügend Bargeld bei sich haben. Oft kann man heute jedoch auch bargeldlos (zum Beispiel mit einer EC-Karte) bezahlen. Die Kosten für eine Gewerbeanmeldung sind in den meisten Fällen nicht hoch und liegen bei etwa 25 Euro.

Diese Stellen können Ihnen bei Fragen weiterhelfen

Wenn Sie sich unsicher sind, ob Ihnen für Ihre Gewerbeanmeldung noch Unterlagen fehlen, so können Sie in der Regel an jedem Ort in Deutschland auf versierte Ansprechpartner zurückgreifen. Eine wichtige Anlaufstelle ist immer die Behörde, die in Ihrer Stadt für Gewerbeanmeldungen zuständig ist. Wer das genau ist, erfahren Sie in aller Regel bei der Stadtverwaltung. Da eine Gewerbeanmeldung ein relativ häufig vorkommendes Anliegen ist, können Sie nicht nur im Internet recherchieren, sondern beispielsweise auch einfach bei der Zentrale der Stadtverwaltung anrufen und dort anfragen. Man wird Sie mit Sicherheit an die passende Stelle weiterverbinden können. Darüber hinaus können Sie auch bei Ihrer IHK oder bei Ihrer Handwerkskammer nachfragen, welches Prozedere bei einer Gewerbeanmeldung in Ihrer Region und / oder Branche üblich ist. Sicherlich hat man hier eine Liste von Ansprechpartnern parat, die Ihnen weiterhelfen können. Auch Gründungsberater oder Berater von Berufsverbänden kennen sich mit allen Fragen rund um eine Gründung – somit auch mit dem Thema Gewerbeanmeldung – aus. Haben Sie den richtigen Ansprechpartner gefunden, zögern Sie nicht, Ihre Fragen zu stellen. Diese können sich beispielsweise darauf beziehen, ob eine weitergehende Anmeldepflicht oder Genehmigungspflicht für Ihr Gewerbe besteht. Außerdem kann es hilfreich sein, einen erfahrenen Berater zur Seite zu haben, wenn es um das Ausfüllen der einzelnen Formularfelder geht. Dies ist in der Regel nicht schwierig, doch oft geht es um die passenden Formulierungen, die beispielsweise für den Geschäftszweck zu finden sind. Personen mit Erfahrung können Ihnen leicht weiterhelfen.

Haben Sie ein Gewerbe angemeldet, ist die Finanzierung der nächste Schritt.

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