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Pflegeheimkosten - so wissen Sie Bescheid

Altenpflege, Pflegeheimkosten, Pflegestufen: Das kommt auf Sie zu

Veröffentlicht am 04 Aug 2016
  • In der Großstadt sind Pflegeheimkosten in der Regel höher als in einem Heim im ländlichen Gebiet
  • In Deutschland kostet ein Pflegeheim zwischen 1.800 bis zu 4.000 Euro
  • Eine Pflegeversicherung unterstützt Sie bei den Pflegeheimkosten

Ein Pflegeheim ist ein Ort, an dem sich ältere und pflegebedürftige Menschen wohl fühlen sollen. Einen Angehörigen in einem Pflegeheim pflegen zu lassen, ist nicht nur eine Sache der persönlichen Einstellung, sondern auch der Finanzierung. Pflegeheimkosten setzen sich aus dem Aufwand für die Pflege, der Ausstattung und der Lage des Pflegeheims zusammen. Entscheidend für die Kosten sind somit vor allem Pflegestufe der Bewohner, sowie geografische Lage des Pflegeheims. Wobei noch zwischen den Kosten für eine gehobene Seniorenresidenz und einem durchschnittlichem Alten- und Pflegeheim unterschieden werden muss.

Grundlage der Pflegeheimkosten

Im Alltag benötigen pflegebedürftige Menschen Unterstützung bei der Körperpflege oder bei Einkäufen. Die Leistungen und finanziellen Ansprüche der pflegebedürftigen Patienten sind dabei von der jeweiligen Pflegestufe abhängig. Tritt nämlich eine Pflegebedürftigkeit ein, wird Patienten eine Pflegestufe vergeben. Die hierfür zuständige Stelle ist der Medizinische Dienst der Krankenkassen, auch MDK genannt. Dieser nimmt vor Ort eine Begutachtung vor und legt danach die Pflegestufe fest. Die Höhe der Pflegestufe richtet sich danach, in welchem Umfang Hilfe bei Verrichtungen, wie der Körperpflege oder dem Toilettengang, notwendig ist.

In welche Pflegestufe ein Patient eingestuft wird, ist abhängig von der aufgewandten Pflegezeit:

 

Pflegestufe: Täglicher Pflegebedarf: … davon Grundpflege: … davon im Haushalt:
Stufe 1 90 Minuten mehr als 45 Minuten mehrmals in der Woche
Stufe 2 3 Stunden min. 2 Stunden, drei Mal täglich zu verschiedenen Tageszeiten mehrmals in der Woche
Stufe 3 5 Stunden Min. 4 Stunden, rund um die Uhr mehrmals in der Woche

 

Für besondere Härtefälle gibt es die Pflegestufe 3+, die es jedoch nur sehr selten gibt. Da eine höhere Pflegestufe auch einen gestiegenen Arbeitsaufwand für das Pflegepersonal bedeutet, richten sich vor allem die Altersheim-Kosten nach der Pflegestufe. Auch leisten die Kranken- und Pflegeklassen eine monatliche Zahlung, deren Höhe ebenfalls von der Pflegestufe abhängig ist.

Monatliche Zahlungen der Krankenkassen:

  • Pflegestufe 1: bis zu 1.064 Euro
  • Pflegestufe 2: bis zu 1.330 Euro
  • Pflegestufe 3: bis zu 1.612 Euro
  • Pflegestufe 3+: bis zu 1.998 Euro

Die Praxis zeigt, dass die Zuzahlungen der Krankenkassen nicht annähernd reichen, um die tatsächlich anfallenden Pflegeheimkosten zu tragen. Dadurch müssen Angehörige oft das persönliche Vermögen verwenden, um ihren Liebsten eine gerechte Pflege zu ermöglichen.

Pflegeheimkosten im Durchschnitt

Pflegeheimkosten setzen sich aus verschiedenen Faktoren zusammen. Die individuelle Pflege und der Aufwand werden dabei besonders berücksichtigt. Als eine ungefähre Orientierung können hier die jeweiligen Pflegestufen dienen. Jedoch entstehen auch andere Kosten innerhalb der Pflege, die von Bundesland zu Bundesland variieren.

Bei den Pflegeheimkosten gilt es, zwischen festen und zusätzlichen Kosten zu unterscheiden. So ist noch lange nicht alles, was man als Patient vielleicht benötigt, im Grundpreis enthalten. Die festen Kosten umfassen die „Miete“ für das Zimmer, die medizinische und pflegerische Betreuung durch das Personal sowie Speisen und Getränke. Hier sollten Angehörige jedoch beachten, dass manche Altersheime in Bezug auf die Verpflegung nur eine Grundversorgung in den Preis integrieren. So kann es vorkommen, dass nur eine begrenzte Zahl an täglichen Getränken im Preis enthalten ist. Oder Bewohner sich frei am Tee bedienen können, dafür aber für beispielsweise Mineralwasser einen Aufpreis bezahlen müssen. Ebenso werden nicht verschreibungspflichtige Medikamente extra in Rechnung gestellt. Ein weiterer Kostenfaktor kann entstehen, wenn die Medikamente durch eine Apotheke in die Tablettenbox einsortiert werden. Auch die Wäschepflege kann weitere Kosten verursachen. Zusätzliche Angebote (Therapiehunde, Besuch durch Therapeuten oder auch der Besuch beim Frisör) bereichern das Leben im Altersheim, verursachen aber auch oft zusätzliche Kosten, die man einkalkulieren sollte. Wenn Sie nur während des Tages im Heim sind und die Nächte zu Hause verbringen (sogenannte Tagespflege), sollten Sie die Fahrtkosten berücksichtigen. Manche Heime bieten für solche Anlässe einen Fahrdienst an, der jedoch in Rechnung gestellt wird.

Kinder müssen nicht zwingend für die Pflegeheimkosten der Eltern aufkommen

Unterstützung bei den Kosten erhalten Pflegebedürftige zuallererst bei der Pflegeklasse oder der Pflegeversicherung. Die restlichen Kosten müssen dann vom Patienten selbst oder von Angehörigen getragen werden. Bei der Zahlung der restlichen Unterbringungskosten wird erst der Ehepartner und dann die Kinder herangezogen. Wenn diese aber nicht in der finanziellen Lage sind die Pflegeheimkosten zu tragen, kommt der Staat bzw. das Sozialamt für die Kosten auf.

Auf was muss man bei der Wahl eines Pflegeheims achten?

Da ein Seniorenheim für gewöhnlich das alltägliche Umfeld für den Rest des Lebens darstellt, sollten sich Kinder Zeit für die Entscheidung lassen. Angehörige sollten verschiedene Heime besuchen und beobachten, wie das Personal mit den Bewohnern umgeht. Wie sieht es mit dem Essen aus? Wird es frisch gekocht oder von einem Dienstleister geliefert, bei dem man keinen Einblick in die Küche hat? Wie steht es mit einer barrierefreien Bauweise? Sind Grünflächen vorhanden, die man auch betreten darf? Dürfen Tiere mitgebracht werden? Gibt es zusätzliche Angebote? (Dies könnte zum Beispiel eine Fußpflegerin sein, die regelmäßig ins Heim kommt.) Gibt es Beschäftigungsangebote oder sind die Leute sich selbst überlassen? In manchen Heimen kommt regelmäßig eine Friseurin zu Besuch. Wenn Sie noch mobil sind, sollten Sie die Umgebung des Heimes begutachten. Ist vielleicht ein Biergarten oder Park in der Nähe, den Sie zu Fuß erreichen können? Gibt es einen Laden, in dem Sie Dinge des täglichen Bedarfs einkaufen können? Ein weiteres Kriterium stellt die sogenannte „Heimbenotung“ dar. Hierunter versteht man ein System, in welchem Pflegeheime vom MDK in etwa nach Schulnoten beurteilt werden. Die jeweiligen Ergebnisse dieser Beurteilungen finden Sie im Internet.

Der Wohlfühlfaktor spielt eine wesentliche Rolle

Unabhängig von Heimbenotungen oder der Frage, wie viele Gerichte auf der täglichen Speisekarte zur Auswahl stehen, sollte auch der persönliche Wohlfühlfaktor eine Rolle spielen. Die Wahl eines Altersheimes ist vergleichbar mit der Suche nach einer Wohnung: Manchmal ist der Garten etwas kleiner, dafür fühlt man sich mit der Aufteilung der Räume sehr wohl. Und wer würde nicht eine kleinere Garage in Kauf nehmen, wenn dafür die Nachbarschaft „passt“. Prüfen Sie das Pflegeheim genau, nehmen Sie sich Zeit und lassen Sie auch ihren Bauch mitentscheiden. Im besten Fall finden Sie somit ein Pflegeheim, wo sich die Senioren besonders wohl fühlen.

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