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Liquiditätsplan – ein unternehmerisches „Muss“

Veröffentlicht am 18 Jul 2016
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Der Liquiditätsplan erfüllt auch eine Kontrollfunktion und ermöglicht gleichzeitig eine Einschätzung der unternehmerischen Risiken.

Mit einem Liquiditätsplan schrittweise zur eigenen Existenz

Eine Liquiditätsplanung beinhaltet eine Fülle an Informationen, die in ihrer Gesamtheit einen Rückschluss auf die finanzielle Lage eines Unternehmens ermöglichen. Nur durch eine ausreichende Menge an Zahlungsmitteln zur richtigen Zeit können finanzielle Verpflichtungen gegenüber Lieferanten, Banken und anderen Gläubigern erfüllt werden. Eine fehlende Liquidität ist der beste Weg in die Insolvenz, die Zahlungsunfähigkeit, und leitet meist den Bankrott einer Firma ein. In eine komplette Liquiditätsplanung, die eine reale Einschätzung der finanziellen Verhältnisse ermöglichen soll, müssen ganz spezifische Faktoren einfließen. Diese beinhalten nacheinander:

  • die Berechnung des Unternehmerlohnes
  • die Erstellung des Investitionsplanes
  • auf diesen Grundlagen die Erfassung der Einzahlungen und Auszahlungen einschließlich Unternehmerlohn und Investitionen
  • die Ermittlung des Bedarfs an Kapital (Eigen- oder Fremdkapital in Abhängigkeit von eigenen finanziellen Mitteln)

Im letzten Schritt werden bei der Liquiditätsplanung diese Kriterien gegenübergestellt. So kann sichergestellt werden, dass diese durch einen Finanzierungsplan abgedeckt werden können.

Kredit für Selbstständige & Unternehmer

Sachdienliche Informationen

Der Begriff der Liquidität oder Zahlungsfähigkeit spielt bei der Unternehmensgründung eine ganz zentrale Rolle. Die Sicherung der Zahlungsfähigkeit einer Firma oder einer anderen Wirtschaftsform gehört zu den grundsätzlichen Erfordernissen, die von einem Unternehmer verlangt werden. Darüber hinaus schießt sich ein Selbstständiger auf kurz oder lang „selbst ab“, wenn die Zahlungsbereitschaft und die Zahlungsfähigkeit nicht als feststehende Obliegenheiten wahrgenommen werden. Ohne diese Sicherstellung ist das Fortbestehen eines Wirtschaftsunternehmens gefährdet. Hinter einem Liquiditätsplan, der ein Teilbereich eines sogenannten Finanzplanes ist, verbirgt sich eine konkrete Aufstellung. Diese wird mit dem Ziel erstellt, zur Gewährleistung der Zahlungsfähigkeit eines Unternehmens beizutragen. Die Inhalte einer Liquiditätsplanung umfassen im Großen und Ganzen alle eingehenden Zahlungen und alle finanziellen Ausgaben, die während eines bestimmten Zeitraums auftreten. Neben dem Liquiditätsplan gibt es die als Kapitalbedarfsplan bezeichnete Konzeption.

Mit dem Liquiditätsplan den Finanzfluss verdeutlichen

Wie bereits angesprochen, erfüllt die Liquiditätsplanung eine Multifunktion in einem Unternehmen. Deshalb sind die Liquiditätspläne sowohl für große Unternehmen als auch für kleine und mittelständische Existenzgründungen sowie für die beliebten Ich-AGs eine obligatorische Grundlage. Mit einem entsprechenden Plan ist eine Aussage darüber realisierbar, wann und in welcher Höhe im Wirtschaftsbereich finanzielle Mittel abfließen oder eingenommen werden. Der Unternehmerlohn darf dabei nicht fehlen, sonst kommt es zu einer Fehleinschätzung. Diese Vorgehensweise ähnelt der Führung eines normalen Haushaltes, in dem ebenso alle Einnahmen und Ausgaben miteinander verglichen werden. Durch dieses Verfahren ist eine realistische Einschätzung des Umsatzes und des Absatzvolumens durchführbar.

Der Liquiditätsplan muss ausgewertet werden

Was die lückenlose Gegenüberstellung der Einnahmen und Ausgaben beim Liquiditätsplan bringt, zeigt sich in der Information, ob Sie am Ende des Monats genügend Kapital übrig haben, um alle Kosten zu decken. Das heißt, das Unternehmen ist liquide, wenn die Summe aller Ausgaben unter der Summe aller Einnahmen bleibt. So ist es gleichermaßen beim privaten Haushaltsbudget.

Erfassung verschiedener Posten

Ein Liquiditätsplan beinhaltet ganz unterschiedliche Sachbereiche, die in einem Geschäftsbetrieb üblich sind. Diese sollen eine Aussage darüber unterstützen, ob genügend kurzfristige Geldmittel zur Verfügung stehen. Aufgeführt werden daher:

  • liquide Mittel wie Bank- und Postbankguthaben oder der Kassenbestand
  • Einnahmen aus Warenverkäufen oder Dienstleistungen
  • verfügbare Mittel = liquide Mittel + Einnahmen
  • Ausgaben aus laufenden Kosten pro Monat
  • Gesamtausgaben = betriebliche Mittel + private Entnahmen
  • Überdeckung oder Unterdeckung durch Fehlbeträge oder Kontokorrentkredite

Verantwortungsvolles & erfolgreiches Wirtschaften

Ist der Liquiditätsplan ausgewertet und wurde deutlich, dass es Perioden gab, in denen die Ausgaben größer waren als die Einnahmen, dann müssen zusätzliche Geldmittel zugeführt werden. Das ist nicht selten und auch nicht schlimm, wenn das nicht zur Regelmäßigkeit wird. Bei jeder eigenen Existenz kommt es vor, dass einmal mehr und einmal weniger Geld investiert werden muss, um den Wirtschaftsprozess zu steuern. In der Betriebswirtschaft wird dieser Faktor als Kapitalbedarf bezeichnet. Um die Übersicht über den Kapitalbedarf nicht zu verlieren und sich ein wirkliches Bild machen zu können, ist es ratsam, den Liquiditätsplan nicht zu weit in die Zukunft zu erstellen. Je mehr Zeit im Voraus einbezogen wird, desto umfangreicher werden die Unsicherheiten.

Einfache Erstellung

Für einen aussagefähigen Liquiditätsplan ist es nicht unbedingt nötig, ein Studium der Wirtschaftswissenschaften abzuschließen. Mithilfe spezieller Tabellenwerke und einem guten Auge für die Realität können es auch die Neueinsteiger unter den Existenzgründern schaffen, sich ihren eigenen Liquiditätsplan zu erarbeiten. Solche Tabellenwerke sind entsprechend übersichtlich aufgegliedert und leicht verständlich geschrieben. Sie basieren meist auf einer Verknüpfung relevanter Positionen wie dem Gewinn- und Verlustplan und einem Liquiditätsplan.