Gründungsratgeber
Tipps für die Kinoeröffnung

Ein Kino eröffnen: Tipps zur Gründung

Veröffentlicht am 10 Sep 2017

Im Zeitalter von Netflix und Co. ist die Anzahl von Kinobesuchern drastisch gesunken. Trotzdem kann es sich nach wie vor lohnen, ein neues Kino zu eröffnen. Mit einer gezielten Marktanalyse, einem detaillierten Finanzierungsplan und dem Rückenwind eines Kinoriesen wie Cinemaxx ist die Verwirklichung des Traums vom eigenen Kino durch Franchising möglich.

Der richtige Standort, um ein Kino zu eröffnen

Viele Kinofans träumen davon, ein eigenes Kino zu eröffnen. Der Weg dorthin ist jedoch lang und die Erfolgschancen sind nur dann vielversprechend, wenn eine detaillierte Marktanalyse, innovative Ideen und ausreichend Kapital zur Verfügung stehen. Bevor sich ein Kino eröffnen lässt, muss natürlich zunächst der Standort geklärt werden. Je nach Lage fallen hier innerstädtisch enorm hohe Mietkosten an, die natürlich durch eine hohe potenzielle Laufkundschaft ausgeglichen werden können. Wichtig ist beim Standort aber auch die Anbindung mit den öffentlichen Verkehrsmitteln sowie genügend Parkmöglichkeiten. Auch sollten Sie eine Wettbewerbsanalyse durchführen, um den Bedarf einer Kinoeröffnung im Bezug auf Konkurrenten zu prüfen. Ist der passende Standort gefunden, fallen Kosten für den Ausbau bzw. Bau des Kinos an. Diese hängen unter anderem von der Größe des Kinos und von dem Zustand des Grundstücks ab.

Ausstattung und Gestaltung

Um erfolgreich ein Kino zu eröffnen, fallen zunächst Kosten für die Ausstattung an. Nennenswert sind hier insbesondere:

  • Kinosessel
  • Leinwände
  • stimmungsvolle Beleuchtung
  • Projektoren, die mit extrem hohen Anschaffungskosten einhergehen

 

Je nach Leinwandgröße und Qualität sollten für einen digitalen Projektor zwischen 10.000 und 50.000 Euro eingeplant werden. Ebenfalls relevant ist hier die Frage, ob man ein Kino eröffnen möchte, in dem Filme in 4k oder 3D-Filme gezeigt werden sollen. Hinzu kommen Kosten für Sound-Anlagen, eventuelle analoge Projektoren, falls alte Film-Klassiker abgespielt werden sollen, sowie die Einrichtung der Vorsäle und des Kassenbereichs. Vor allem im Verkaufsbereich für Snacks und Getränke können Kosten gespart werden, wenn passende Sponsoren gefunden werden.

Kino eröffnen und leiten

Neben der Kalkulation, die vor allem einmalige Kosten betrifft, um das Kino zu eröffnen, fallen natürlich auch für den laufenden Betrieb Kosten an, die in den Finanzierungsplan mit einfließen müssen. Gehälter für das Personal an der Kasse, im Snackbereich sowie beim Einlass auf der einen Seite und technische Fachkräfte, die für die Bedienung der Projektoren und Sound-Anlagen zuständig sind, sowie Reinigungskräfte auf der anderen Seite bestimmen die monatlichen Personalkosten. Hinzu kommen unregelmäßige Kosten für die Instandhaltung, also Inspektion, Wartung und Instandsetzung der Beamer, Lüftungsanlagen etc. Für eventuelle Renovierungsarbeiten sollte beim Finanzierungsplan für einen möglichen Kredit, um ein eigenes Kino zu eröffnen, jährlich ein Puffer einkalkuliert werden, um beispielsweise beschmierte Wände oder Toiletten, beschädigte Kinosessel oder verschmutzte Teppiche zu reinigen bzw. zu ersetzen.

Marktanalyse vor Kinoeröffnung

Je nach Standort kann entweder das potenzielle Laufpublikum oder aber die Interessen der Bewohner naheliegender Ortschaften ausschlaggebend für die Programmwahl sein, wenn man ein Kino eröffnen möchte. Für eine vor allem von Touristen bestimmte Laufkundschaft sollten beispielsweise Filme in Originalfassung mit Untertiteln angeboten werden. Auch alte Filmklassiker können bei gewissen Zielgruppen großen Anklang finden. Bei der Programmauswahl sollte deshalb vorab eine detaillierte Marktanalyse, beispielsweise durch Umfragen, erfolgen, denn letztendlich nützt das beste Kinoprogramm nichts, wenn die Kinosäle leer bleiben. Je nachdem, welche Art von Filmen gezeigt werden soll, fallen unterschiedliche Leihgebühren an. Diese richten sich meist nach Standort und der erwarteten Besucherzahl und liegen bei etwa 50 Prozent des Eintrittspreises.

Kredit für Selbstständige & Unternehmer

Kosten sparen durch Kino Franchise

Wer ein eigenes Kino eröffnen und finanzielle Risiken minimieren möchte, kann sich auch dafür entscheiden, als Franchise-Partner einer großen Kinokette den Weg in die Selbstständigkeit zu wagen. Die Vorteile liegen auf der Hand: Ist das Kino bereits eröffnet worden, sind zwar die Kosten für die Übernahme zu zahlen, diese sind im Regelfall aber deutlich geringer, als die Anschaffungskosten, wenn man ein neues Kino eröffnen will. Hinzu kommt, dass Kinogiganten wie Cinemaxx fast jedem Kinoliebhaber ein Begriff sind und somit vor allem die Kosten für Werbung geringer ausfallen, als bei einem gänzlich unbekannten Kino. Je nach Deal erhält man so sein eigenes Kino schlüsselfertig und zahlt einen Teil des Gewinns an den Konzessionsgeber, beispielsweise Cinemaxx.

Kino eröffnen ohne Risiko?

Im heutigen Zeitalter ist die Eröffnung eines Kinos in jedem Fall mit Risiken behaftet. Die Zahl der Kinobesucher ist in den letzten Jahren deutlich gesunken, jedoch konnte durch den Einzug der 3D-Technologie dieser Entwicklung entgegengewirkt werden. In Großstädten gibt es viele kleine Kinos, die ausgewählte Klassiker oder Arthouse-Filme zeigen. Diese werden meist sogar als Kulturverein von der Kommune unterstützt. Mit ausreichend Kapital ist aber wohl der risikoärmste Weg, um ein eigenes Kino zu eröffnen, als Franchise-Nehmer durchzustarten. Vor allem für Kino-Neulinge ist die mühsame Kalkulation der Anschaffungskosten vor der Eröffnung ein Unterfangen, dass oftmals unterschätzt wird. Schnell können Kosten vergessen werden, dadurch das Kapital nicht ausreichen und die geplante Eröffnung nicht stattfinden. Sind bereits Mietverträge unterschrieben, kann die Reißleine nur mit erheblichen finanziellen Verlusten gezogen werden. Mit einem großen Franchise-Partner hat man hingegen im Idealfall einen kompetenten Partner an seiner Seite, der vor allem unerfahrene Geschäftsführer berät und unterstützt.