Gründungsratgeber

Dönerladen eröffnen – so geht’s

Veröffentlicht am 15 Aug 2016
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Frischer Lahmacun, selbst gemachter Döner und goldgelbe Pommes: Der eigene Dönerladen ist für viele ein Traum. Doch was auf den ersten Blick einfach und unkompliziert klingt, braucht einiges an Planung. Hier finden Sie alles, was wichtig ist, bevor Sie den eigenen Dönerladen eröffnen.

Rechtliche Voraussetzungen

Um eine Dönerbude zu eröffnen, genügt es nicht, einfach einen Laden einzurichten. Denn bevor überhaupt ein geeigneter Standort gefunden werden kann, brauchen Sie zunächst eine Erlaubnis, das Gewerbe zu betreiben. Die wichtigste Frage, die sich zu Anfang stellt, ist, ob nur ein einfacher Gewerbeschein ausreicht oder auch eine Gaststättenerlaubnis benötigt wird. Einen Gewerbeschein brauchen Sie in jedem Fall. Dieser lässt sich recht unkompliziert erwerben: Bei der zuständigen lokalen Behörde muss ein Antrag ausgefüllt werden, in dem Sie die Details des beabsichtigten Gewerbes mitteilen. Gegen eine geringe Aufwandsentschädigung bekommen Sie vom Amt den Gewerbeschein. In vielen Fällen ist aber vorab eine Gaststättenerlaubnis nötig. Diese brauchen Sie, wenn Sie in Ihrem Dönerladen auch Alkohol verkaufen, oder wenn das zubereitete Essen vor Ort verzehrt wird. Es reicht also, wenn nur ein Stehtisch zum Verzehr des Döners in der Ecke steht, um eine Gaststättenerlaubnis nötig zu machen. Selbst für einen mobilen Dönerstand kann eine solche Erlaubnis nötig sein, wenn das Essen vor Ort verzehrt wird. Nur wenn Sie ausschließlich alkoholfreie Getränke ausschenken und der Döner ausschließlich mitgenommen wird, brauchen Sie keine Erlaubnis. Dies bedeutet, dass für fast jeden Dönerladen eine Gaststättenerlaubnis vorhanden sein muss. Die Gaststättenerlaubnis aber ist an mehrere Voraussetzungen geknüpft:

  • Nachweis der persönlichen Zuverlässigkeit
  • Nachweis der sachlichen Eignung
  • Nachweis der Eignung der Räumlichkeiten

Zudem müssen Sie für die Gaststättenerlaubnis ein Entgelt bezahlen. Dieses richtet sich nach der Größe des Objekts und kann zwischen 500 Euro und mehreren tausend Euro liegen. Erst wenn die Gaststättenerlaubnis vorliegt, können Sie einen Gewerbeschein beantragen.

Nötige Unterlagen

Um die Gaststättenerlaubnis zu erlangen und Ihren Dönerladen zu eröffnen, müssen Sie einige Unterlagen einreichen. Zum einen muss die persönliche Zuverlässigkeit nachgewiesen werden. Nötig hierfür sind folgende Dokumente:

  • Führungszeugnis
  • Auszug aus dem Gewerbezentralregister
  • Steuerliche Unbedenklichkeitsbescheinigung des Finanzamts
  • Auszug aus dem Schuldnerverzeichnis
  • Auszug aus dem Handelsregister, falls es sich um eine GbR oder GmbH handelt

Auch für den Nachweis der sachlichen Eignung müssen Sie Unterlagen vorweisen. Ihre Eignung sollten Sie entweder durch eine Ausbildung im Bereich der Gastronomie oder eine ausreichend lange gastronomische Tätigkeit nachweisen. Wenn keines von beidem vorliegt, müssen Sie eine lebensmittel- und hygienetechnische Unterrichtung bei der IHK belegen. In jedem Fall benötigen sowohl Sie als auch Ihre Mitarbeiter darüber hinaus ein Gesundheitszeugnis vom Gesundheitsamt, um den Dönerladen zu eröffnen. Räumliche Voraussetzungen werden durch entsprechende Miet- oder Kaufverträge nachgewiesen. Die Räume, in denen Sie Ihren Dönerladen eröffnen wollen, müssen die baulichen und sicherheitsrechtlichen Anforderungen erfüllen. Dazu gehören unter anderem Toiletten für die Gäste. Erst wenn all diese Unterlagen gesammelt der Behörde vorliegen, erhalten Sie die Erlaubnis, einen Dönerladen zu eröffnen.

Startkapital für Ihren Dönerladen

Wenn die rechtlichen Voraussetzungen erfüllt sind, ist die Planung damit noch nicht abgeschlossen. Denn auch die finanziellen Aspekte bedürfen sorgfältiger Planung. Um einen Dönerladen zu eröffnen, benötigen Sie einiges an Startkapital: Einrichtung muss gekauft werden, die nötigen Geräte zur Zubereitung des Essens müssen finanziert und Mitarbeiter eingestellt werden. Außerdem hat ein Dönerladen zahlreiche laufende Kosten. Hierzu zählen unter anderem die Gehälter der Mitarbeiter, die Ausgaben für Essen und Getränke, die Miete sowie die Nebenkosten. Bevor Sie den Laden eröffnen, sollten Sie daher sorgfältig kalkulieren, ob Sie die Summe stemmen können. Kredite können bei der Eröffnung helfen; allerdings gilt es auch hier, sorgfältig zu überlegen, ob sich das Geschäft rentiert. Es empfiehlt sich, einen Plan für die ersten fünf Jahre aufzustellen, in dem Sie die Ausgaben und möglichen Einnahmen gegenüberstellen. Erst wenn eine gute Planung gewährleistet ist, sollten Sie den Dönerladen eröffnen.

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Standort und weitere Faktoren

Der Standort ist für einen Dönerladen ein entscheidender Faktor im Geschäft. Wer sich noch nicht informiert hat, könnte auf den Gedanken kommen, einen Laden dort zu eröffnen, wo möglichst wenig Konkurrenz herrscht. In der Praxis jedoch ist das Gegenteil zu empfehlen. Denn wenn Kunden zum Essen gehen, gehen sie gerne dorthin, wo es auch andere Läden und Restaurants gibt. Konkurrenz schwächt das Geschäft nicht, sondern kurbelt es an. Es macht also Sinn für Sie, Ihren Dönerladen dort zu eröffnen, wo es Konkurrenz gibt. Des Weiteren sollten Sie sich Strategien überlegen, um sich von der Konkurrenz abzuheben: niedrigere Preise, spezielle Angebote oder eine besonders leckere Zutat können entscheidende Faktoren sein. Aber auch der tägliche Umgang mit den Kunden entscheidet über Sympathien und Antipathien. Ein gutes Marketingkonzept ist also unbedingt erforderlich, um einen guten Dönerladen zu eröffnen.