Gründungsratgeber

Design thinking – Ideenentwicklung

Veröffentlicht am 01 Aug 2016
Kommentare: Aus

Eine innovative Idee ist häufig die Basis einer gelungenen Existenzgründung. Design thinking hilft dem Existenzgründer, diese innovative Idee zu entwickeln und greift auf Methoden aus unterschiedlichen Disziplinen wie Design, Psychologie, Soziologie oder Ethnologie zurück. Diese innovative Vorgehensweise, um neue Ideen zu kreieren, geht davon aus, dass Innovation nur unter der Voraussetzung entsteht, dass Menschen aus unterschiedlichen Disziplinen zusammenarbeiten und jeder seine eigene Erfahrung und Meinung zu einem bestimmten Thema beiträgt. Das Ziel von Design thinking ist es, die eigene Sichtweise zu verändern, einen Weitblick zu entwickeln und auf diese Weise neue Ideen auszuarbeiten. Die Ideen kann der angehende Existenzgründer zielgerichtet in die geplante Unternehmensgründung einbringen.

Design thinking: Grundvoraussetzung zur Entwicklung einer Gründungsidee

Oftmals stehen bei Existenzgründern ökonomische Aspekte und der Businessplan im Vordergrund. Dies ist natürlich eine wichtige Komponente bei der Gründung eines Unternehmens. Allerdings sollte der kreativen Phase und der Entwicklung von kreativen Gründungsideen ebenfalls ausreichend Zeit beigemessen werden. Bei der Suche nach Ideen kann Design thinking den Existenzgründer maßgeblich unterstützen. Der erste Schritt, um eine Gründungsidee zu entwickeln, besteht darin, verschiedene Personen, die über unterschiedliches Wissen verfügen, an einen Tisch zu setzen. Hier tauschen sie ihre Erfahrungen und ihre Ansichten gemeinsam aus und teilen sie miteinander. Diese Interaktivität ist die Grundvoraussetzung, um innovative Ansätze zu unterschiedlichen Themen auszuarbeiten.

Interdisziplinäres Team

Grundsätzlich geht Design thinking davon aus, dass die Innovation durch eine Kombination der Faktoren Mensch, Wirtschaft und Technologie entsteht. Damit lassen sich die Machbarkeit, Wirtschaftlichkeit und die Erfüllung von Nutzerbedürfnissen für die Idee ableiten. Daher ist es sinnvoll, beim Design thinking unterschiedliche Personen an einen Tisch zu bringen, die alle genannten Bereiche abdecken und verschiedene Herangehensweisen sicherstellen. So kann sich das Team beispielsweise aus Menschen verschiedener Disziplinen, Abteilungen oder auch Hierarchieebenen zusammensetzen. Diese Personen bringen verschiedenste Kompetenzen sowie unterschiedliches Fachwissen ein, um eine möglichste große Themenbandbreite abzudecken.

Kredit für Selbstständige & Unternehmer

Kommunikative Arbeitsumgebung

Zudem empfiehlt es sich, für das Team eine Arbeitsumgebung zu schaffen, welche die Kommunikation und die interdisziplinäre Zusammenarbeit fördert. Dies kann ein Raum sein, der sich variabel möblieren lässt. Auch die Arbeitsmaterialien sollten die Kollaboration unterstützen; hier bietet sich an, ein Flipchart sowie bunte Kärtchen und eine Pinnwand, an die sich die Kärtchen pinnen lassen, zur Verfügung zu stellen.

Strukturierter Prozess

Die Grundlage der Design thinking Methode ist ein klar strukturierter Prozess, der aus folgenden Schritten besteht:

  • Verständnis: Es muss sichergestellt sein, dass die Teammitglieder das Thema verstehen. Es sollten die Herausforderungen des Projekts definiert sein. Zudem muss dem Team die grundsätzliche Fragestellung klar sein.
  • Recherche: Der nächste Schritt besteht darin, so viele Erkenntnisse wie möglich zum Thema zu gewinnen. Eine gründliche Recherchearbeit hilft, den Status quo zu definieren.
  • Nutzerstandpunkt: Die Ergebnisse der Recherche werden auf einen prototypischen Nutzer projiziert. Die Bedürfnisse dieses Nutzers definieren die Teammitglieder in der später folgenden Brainstormingphase.
  • Brainstormingphase: Diese Phase ist der Kern von Design thinking und dient der Entwicklung unterschiedlicher Ideen.
  • Prototyping: In dieser letzten Prozessphase entwickelt das Team erste Prototypen auf Basis der Ideen, die in der Brainstormingphase entstanden sind, und testet diese an der Zielgruppe.
  • Finetuning: Das Produkt wird auf Basis der Erkenntnisse, die durch die Prototypen gewonnen wurden, kontinuierlich weiterentwickelt und verbessert, bis das perfekte, nutzerorientierte Produkt entstanden ist.

Kreativ werden

Die Brainstormingphase ist ein essenzieller Baustein der Design thinking Methode. Hier entwickelt das Team kreative Ideen und Konzepte. Kreativ zu sein bedeutet, seinen Einfällen freien Lauf zu lassen und alle Ideen mit den Teammitgliedern zu teilen, die sich im Kopf befinden. Folgende Aspekte helfen dabei, kreativ und gleichzeitig produktiv zu sein:

  • Die Teammitglieder müssen visuell arbeiten. Hierfür bietet es sich an, Hilfsmittel wie die genannten Kärtchen zu nutzen oder beispielsweise Grafiken auf das Flipchart zu zeichnen.
  • Die Ideen, die im Team entstehen, können gerne ausgefallen und verrückt sein. Ausgefallene Ideen sollten im Team proaktiv gefördert werden.
  • Ideen, die entstehen, sollen durch andere Teammitglieder im Dialog weiterentwickelt werden. Eine Idee baut auf die andere auf.
  • Es ist essenziell, beim Thema zu bleiben und das Gründungsthema nicht aus den Augen zu verlieren.
  • Viele Ideen sind gut. In der Brainstormingphase zählt die Quantität der Ideen und Ansätze.
  • Es spricht immer nur eine Person. Diese Person soll auch nicht unterbrochen werden.
  • Kritik muss zurückgestellt werden.

Design thinking: das fertige Produkt

Die Design thinking Methode ist ein langer Prozess, der aus vielen einzelnen Schritten besteht. Mit jedem Schritt kommt das Team der Problemlösung und damit dem fertigen Produkt etwas näher. Ist der Prozess erfolgreich abgeschlossen, kann sich der Existenzgründer über eine Innovation freuen, die aus einer Kombination von Beobachtung, Recherche, Interpretation sowie Erprobung entstanden ist. Die Innovation bildet neben dem Businessplan eine essenzielle Grundlage für eine erfolgreiche Unternehmensgründung.