Parität - auxmoney Finanzlexikon

Parität

Die Bezeichnung Parität steht eng in Zusammenhang mit dem Devisenmarkt und der Kaufkraft eines Landes, wobei der Begriff in unterschiedlichen Feldern der Wirtschaftswissenschaften Bedeutung findet.

Kaufkraftparität

Die Kaufkraftparität (KKP; englisch: purchasing power parity, PPP) ist ein Indikator, der anzeigt, wie sich die Lebenserhaltungskosten zweier Länder voneinander unterscheiden. Die Kaufkraft der jeweiligen Volkswirtschaften wird durch einen aussagekräftigen Warenkorb errechnet. Eine Kaufkraftparität liegt dann vor, wenn für die gleichen Waren in zwei unterschiedlichen Ländern die gleichen Preise anfallen. Zur Bestimmung der Kaufkraftparität werden entweder Länder miteinander verglichen, die im gleichen Währungsraum liegen, oder die Preise für den Warenkorb werden durch Wechselkurse vergleichbar gemacht. Mit Hilfe der Kaufkraftparität können Wohlstandsniveau und absolute Armut einer Volkswirtschaft verglichen werden.

Das Konzept der Kaufkraftparität geht auf die Kaufkraftparitätentheorie zurück, welche besagt, dass Währungen schwanken um Unterschiede im Preisniveau auszugleichen. Dies basiert auf dem Grundsatz, dass Güter überall auf der Welt den gleichen Preis kosten müssten.

Bei dem „Bic-Mac-Index“ handelt es sich um ein bekanntes Beispiel einer Kaufkraftparität. Dieser ermittelt, wie viel ein Bic-Mac in einem Mc Donalds-Restaurant in verschiedenen Ländern kostet. Somit wird nicht nur die Währung umgerechnet, sondern ein Warenkorb mit gleichem Inhalt miteinander verglichen.

Internationale Organisationen wie die Weltbank errechnen Kaufkraftparitäten, um Wechselkursschwankungen zu ermitteln, auf Basis vom Bruttoinlandsprodukt (BIP) der jeweiligen Staaten. Errechnet man beispielsweise die Kaufkraftparität für Deutschland zu den USA, und würde diese 2 Betragen, so müsste man in Deutschland zwei Euro zahlen, um die gleichen Waren zu erhalten, die in den USA einen US-Dollar gekostet hätten.

Währungsparität

Auf dem Devisenmarkt bildet die Währungsparität (auch: Wechselkursparität) das Verhältnis zweier Währungen zueinander in Form fester Wechselkurse ab. Auch die Abbildung einer Währung zu einer festen Bezugsgröße wie Silber, Gold oder Sonderziehungsrechten durch Kurse ist möglich.

Während in der Vergangenheit eher ein Umtauschverhältnis einer Währung zum Gold geschaffen werden sollte, wurde die Wechselkursparität zwischen zwei Währungen mit zunehmender Bedeutung von Papiergeld jedoch wichtiger als die Parität zu festen Bezugsgrößen. Dies hängt außerdem auch mit der zunehmenden Globalisierung und einem verstärkten internationalen Handelsaufkommen zusammen. Die Notwendigkeit einer Parität der Wechselkurse besteht vor allem, um Wirtschafts- und Kaufkraftleistungen unterschiedlicher Staaten mittels einer Währungsparität auszugleichen.

Die Währungsparität steht im engen Verhältnis mit der Kaufkraftparität eines Landes, da im jeweiligen Wechselkurs auch die volkswirtschaftlichen Verhältnisse, Export- und Import-Situation sowie Wirtschaftskraft eines Langes zum Ausdruck kommen. Eine positive Wirtschaftslage spiegelt sich auch im Kurs der landeseigenen Währung wider. Je größer die Wirtschaftskraft eines Staates, desto höher steigt also der Wechselkurs der Heimatwährung im Verhältnis zu anderen Währungen; die eigene Währung gewinnt an Wert. Auch der umgekehrte Fall ist möglich: Sinkt die Wirtschaftskraft, sinkt auch der Wechselkurs.

Der Währungswert ist meist nicht stabil, da es sich bei dem Währungsmarkt um einen eher volatilen (lebhaften) Markt handelt. Währungskurse unterliegen somit ständigen Schwankungen durch verschiedene Faktoren wie Angebot und Nachfrage.

Währungsparität als Indikator

Durch die Wechselkursparität sollen Wirtschaftsgefälle zwischen einzelnen Ländern vermieden werden. In dieser Hinsicht wird eine Bandbreite als Prozentsatz festgelegt. Innerhalb dieser Bandbreite dürfen die Wechselkurse schwanken, sie aber nicht überschreiten. Damit wird eine flexible Ausgangslage geschaffen, die sich an die wirtschaftliche Lage eines Staates anpasst. Durch die Interventionspolitik der Zentralbanken wird die Wechselkursparität eingehalten, da diese Devisen ankaufen und verkaufen, um eine Währung zu stabilisieren.

Die Währungsparität wird durch den Hoheitsakt eines Staates sowie Zentralbanken festgelegt. Währungsabwertungen aufgrund politischer Erwägungen sind zu vermeiden.