Bonität - auxmoney Finanzlexikon

Bonität

Bonität - Bedeutung und Einsatzmöglichkeiten

Bonität bezeichnet die Kreditwürdigkeit einer Person, eines Unternehmens oder sogar die Kreditwürdigkeit ganzer Staaten. Durch die Überprüfung der Bonität versuchen Investoren einzuschätzen, wie sicher eine Geldanlage ist und ob die Rendite dem angemessen ist. Es gilt: Je besser die Bonität, desto eher erhält man das investierte Geld zurück. Gleichzeitig sinkt die Rendite.

Beispiel: Deutsche Staatsanleihen

Wenn sich der Staat Geld leihen will, gibt er Anleihen aus. Diese Anleihen kann man auch als Privatmann kaufen und versuchen, Rendite zu erwirtschaften. Ratingagenturen beurteilen die Bonität deutscher Staatsanleihen als sehr gut. Es besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass man das Geld, welches man in eine deutsche Staatsanleihe investiert hat, zurückbekommt. Deswegen muss der deutsche Staat nur geringe Zinsen für seine Anleihen zahlen – die gute Bonität bewirkt, dass Anleger auch schon mit einer geringeren Rendite zufrieden sind. Wäre die Bonität schlechter, würden Anleger das höhere Ausfallrisiko nur mit einer besseren Renditechance akzeptieren.

Bonität ist kein absoluter Wert

Die Bonität zu ermitteln ist komplex. Man kann verschiedene Kriterien zugrunde legen, wobei alle diese Kriterien sich in zwei Gruppen zusammenfassen lassen: Die wirtschaftliche Rückzahlungsfähigkeit und die individuelle Zahlungsbereitschaft. Für Privatpersonen hieße das zum Beispiel das Folgende: Die wirtschaftliche Potenz kann man zum Beispiel anhand der Einkommens- und Ausgabensituation messen. Ein klassisches Beispiel für persönliche Zahlungsbereitschaft ist die Schufa Auskunft. Anhand dessen versucht man vor allem zwei Dinge herauszufinden: Ob ein Kreditnehmer Zahlungsverpflichtungen vollständig und fristgerecht bedienen kann. Die Zinsen, die ein Kreditnehmer zahlen muss, sind direkt von der ermittelten Bonität abhängig. Dabei gilt: Je besser die Bonität, desto geringer der Zinssatz – und umgekehrt.

Negativmerkmale bedeuten eine schlechte Bonität

Problematisch wird es für Kreditnehmer, wenn die Bonität sehr schlecht ist, zum Beispiel, weil Negativmerkmale vorliegen. Oft wird dann nicht ein hoher Zinssatz berechnet, sondern gar kein Darlehen gewährt. Negativmerkmale unterteilen sich in zwei Gruppen: Die „weichen“ und die „harten“ Negativmerkmale. Als weich gelten beispielsweise ausstehende Forderungen, zu den harten Negativmerkmalen zählen die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens und Zwangsvollstreckungsmaßnahmen. Wenn eine Maßnahme aus dieser Kategorie vorliegt stehen die Chancen dafür, dass ein Kredit gewährt wird, sehr schlecht. Um sich vor Verlusten zu schützen holen Kreditgeber Informationen ein und überprüfen im Vorfeld der Kreditvergabe die Bonität eines potentiellen Schuldners.

Bonitätsprüfung als Dienstleister

Nicht nur Privatpersonen, sondern auch Unternehmen und gar ganze Staaten werden auch auf ihre Bonität hin überprüft. In den beiden letzteren Fällen übernehmen sogenannte Ratingagenturen diese Aufgabe: Sie führen entgeltlich Bonitätsüberprüfungen komplexer Wirtschaftsteilnehmer durch. Gerade im Fall von Staaten und großen Unternehmen ist die wirtschaftliche Lage oft undurchsichtig und die Bonität entsprechend schwer einzuschätzen. Das Konzept ist unabhängig von der Größenordnung dasselbe: Man überprüft die „Vortrefflichkeit“, was Bonität aus dem lateinisch übersetzt bedeutet, von denjenigen, denen man Geld zur Verfügung stellen will.

Weiteres Anwendungsbeispiel: Was bedeutet die Bonität für einen Kreditnehmer?

Die Bonität eines Kreditnehmers beeinflusst den Zinssatz, den er oder sie zahlen muss. Eine Bank will Geld verleihen mit dem Ziel, durch Zinserträge Gewinn zu machen. Diesem potenziellen Gewinn steht das Risiko des Ausfalls gegenüber: Manche Kredite werden nicht bedient. Um das Risiko eines Ausfalls, einer Nichtleistung der Zahlungsverpflichtungen, besser abschätzen zu können wird eine Bonitätsprüfung durchgeführt. Dabei gilt: Je schlechter die Bonität, desto höher das Risiko eines Kredits, und desto höher auch der zu zahlende Zinssatz. Bei einer schlechten Bonität werden Kredite damit teurer als bei einer guten Bonität, weil der Kreditgeber wegen des erhöhten Ausfallrisikos mehr Zinserträge verlangt.