Alterungseffekt - auxmoney Finanzlexikon

Alterungseffekt

Der Alterungseffekt beschreibt die Folgen, die sich für die Gesellschaft durch das kontinuierlich steigende Lebensalter bzw. Durchschnittsalter der Bürger ergeben. Die Alterung hat Einfluss auf die Gesamtsituation der Bevölkerung in Bezug auf deren soziale und wirtschaftliche Absicherung sowie die zukünftige Versorgung.

Alterungseffekt auf die gesetzliche Altersrente

Nach dem deutschen gesetzlichen Rentenversicherungssystem wird die Altersrente von den Rentenbeträgen der Erwerbstätigen finanziert. Diejenigen, die aktuell arbeiten, finanzieren somit nicht ihre eigene, sondern die Rente der aktuellen Rentner. Der Alterungseffekt der gestiegenen Lebenserwartung hat zur Folge, dass Bürger sich länger im Rentenalter befinden und somit eine größere Summe an Rentenzahlungen erhalten. Zurzeit beträgt der Anteil an Senioren bei knapp 25 Prozent der Gesamtbevölkerung mit steigender Tendenz. Der gestiegene Bedarf an Zahlungen muss durch die sozialversicherungspflichtigen Arbeitnehmer finanziert werden. Gerät diese Relation aus der Balance, ist die Rentenversorgung der Senioren gefährdet. Der Staat garantiert aktuellen und zukünftigen Rentnern, dass sie eine sichere Rentenzahlung erhalten. Hieraus ergibt sich, dass auf lange Sicht entweder die zu zahlenden Rentenversicherungsbeiträge und / oder die Zahl der Beitragszahler steigen muss. Darauf hat der Staat jedoch nur bedingten Einfluss. Aktuell befinden sich jedoch, trotz weit verbreiteter Sorgen um die Rente, etwa 30 Milliarden Euro in der Rentenkasse.

Alterungseffekt auf die gesetzliche Pflegeversicherung

Auch die gesetzliche Pflegeversicherung ist vom Alterungseffekt betroffen. Auch diese wird durch das zunehmende Alter der Bevölkerung mehr und mehr belastet. Ebenso wie die Rentenversicherung wird auch die Pflegeversicherung durch Beitragszahlungen finanziert. Die Relation zwischen Beitragszahlern und Pflegebedürftigen muss in einem ausgewogenen, ausgeglichenen Verhältnis stehen, damit ein solches System dauerhaft funktionieren kann. Der Alterungseffekt hat hier zur Folge, dass entweder Mehreinnahmen zur Deckung der Ausgaben, oder Ausgabeneinsparungen notwendig werden. Letzteres ist gleichbedeutend mit einer Leistungseinschränkung oder Leistungsreduzierung der gesetzlichen Pflegeversicherung.

Generelle Folgen

Jede Art von Alterungseffekt zieht Kosten nach sich, so auch bei dem Verfall von unbeweglichen Gegenständen und Dingen. So müssen beispielsweise Immobilien instand gehalten werden, Maschinen erneuert oder Produkte ersetzt. Unternehmen nutzen die bilanzielle Abschreibung, um den sinkenden Wert ihrer materiellen Güter zu bestimmen. Dies geschieht im Rahmen der jährlichen Körperschaftssteuererklärung und wird im Verzeichnis über das Anlage- / Umlaufvermögen des Unternehmens zahlenmäßig dokumentiert sowie fortgeschrieben.

Alterungseffekt und finanzielle Vorsorge sind ein Junktim, also miteinander verbunden. Eins bedingt das andere. Hierbei bestimmen die voraussichtlichen Auswirkungen die geplante Vorsorge.