Wer Schulden nicht mehr begleichen kann, muss mit einer Lohnpfändung rechnen. Sie ist eine der letzten Möglichkeiten für Gläubiger, ihr Geld zurückzubekommen. Doch was ist eine Lohnpfändung überhaupt und wie viel Geld bleibt Schuldnern am Ende zum Leben übrig? Hier erhältst Du alle wichtigen Infos zum Thema.

Was ist eine Lohnpfändung?

Unvorhergesehene Kosten, Schicksalsschläge, Jobverlust: Es gibt viele Gründe, warum sich Menschen Geld leihen müssen. Damit Gläubiger ihr Geld zurückerhalten, kommt es in manchen Fällen zu einer Lohnpfändung. Das bedeutet, dass Dein Gehalt gepfändet wird. Man spricht daher auch von Gehaltspfändung.

Der Gläubiger kann diese Maßnahme nur ergreifen, wenn er eine Berechtigung dazu hat. Das kann ein Gerichtsurteil oder ein Vollstreckungsbescheid sein. Ist Dein Gläubiger eine öffentliche Behörde, zum Beispiel das Finanzamt, dann ist eine Lohnpfändung auch ohne Bescheid möglich. Wichtig: Der Gläubiger kann Deinen Lohn nur pfänden lassen, wenn Dein Arbeitgeber der Lohnpfändung zustimmt.

Wird mein kompletter Lohn gepfändet?

Nein. Damit Du Deine Lebenshaltungskosten und Miete bezahlen kannst, wird nur ein Teil Deines Lohns gepfändet. Man spricht auch von einem Pfändungsfreibetrag. Dieser ist individuell festgelegt und ist von unterschiedlichen Bedingungen abhängig. Bist Du zum Beispiel verpflichtet, eine unterhaltspflichtige Person zu versorgen, steigt der Pfändungsfreibetrag für Dich.

Wie hoch ist der Pfändungsfreibetrag?

Aktuell liegt die Pfändungsfreigrenze bei 1.179,99 Euro. Liegt Dein monatliches Nettoeinkommen unterhalb dieser Grenze, bekommst Du weiterhin Dein normales Gehalt. Wichtig: Die Pfändungsfreigrenze wird alle zwei Jahre neu berechnet. Die aktuellen Zahlen findest Du im Bundesgesetzblatt.

Lernen, Geld zu sparen

Außerdem: Nicht alle Bezüge Deines Arbeitgebers sind pfändbar. Von der Pfändung befreit sind zum Beispiel:

  • die Hälfte Deiner bezahlten Überstunden
  • Aufwandsentschädigungen
  • Entgelt für selbst beschafftes Arbeitsmaterial
  • Gefahrenzulagen
  • Weihnachtsgeld bis 500 Euro oder bis zur Hälfte Deines monatlichen Gehalts
  • Heirats- und Geburtsbeihilfen
  • Erziehungsgelder oder Studienbeihilfen
  • Sterbe- und Gnadenbezüge aus Arbeits- oder Dienstverhältnissen

Wie läuft eine Lohnpfändung ab?

Wichtig: Solange Du Schulden bei Deinen Gläubigern in regelmäßigen Raten abbezahlst, musst Du Dir um Deinen Lohn keine Sorgen machen. Sieht ein Gläubiger jedoch keinen anderen Ausweg mehr, ist eine Lohnpfändung ein rechtmäßiges Mittel, um wieder an sein Geld zu kommen. Eine Lohnpfändung läuft folgendermaßen ab:

 

  1. Antragsstellung: Der Gläubiger muss gerichtlich beantragen, dass das Gehalt seiner Schuldnerin oder seines Schuldners gepfändet werden soll. Es wird ein Pfändungs- und Überweisungsbeschluss ausgestellt, der an den Arbeitgeber übermittelt wird.
  2. Überweisung: Stimmt der Arbeitgeber der Lohnpfändung zu, überweist er den pfändbaren Teil des Gehalts an den Gläubiger. Der Betrag wird vom Nettolohn des Arbeitnehmers abgezogen.
  3. Der Schnellste gewinnt: Wenn mehrere Gläubiger einen Pfändungsbeschluss beantragt haben, gilt das Prioritätsprinzip: Der Arbeitgeber muss den Pfändungsbetrag an den Gläubiger überweisen, der den Pfändungsbeschluss als erstes beim Arbeitgeber hat eingehen lassen. Es muss die vollständige Schuldensumme beim ersten Gläubiger beglichen werden, bevor der nächste Gläubiger an sein Geld kommt.

Tipps: Was tun bei einer Lohnpfändung?

Eine Lohnpfändung kommt in den meisten Fällen nur dann in Frage, wenn Du keine Rate mehr an Deinen Gläubiger überweisen kannst. Wichtig ist, dass Du das Gespräch zu Deinem Gläubiger suchst, um andere Lösungen zu finden. Erkläre ihm oder ihr Deine finanzielle Situation. Möglicherweise kannst Du Deine Raten stunden oder verringern lassen. Gibt es keine andere Möglichkeit, kann eine Privatinsolvenz Dir helfen, die Lohnpfändung aufzuheben. Im Idealfall bist Du nach spätestens 6 Jahren schuldenfrei.

Informiere Deinen Arbeitgeber
Ist eine Lohnpfändung unumgänglich, musst Du unbedingt Deine Chefin oder Deinen Chef darüber informieren. Er ist dazu verpflichtet, Deinen Pfändungsbetrag zu ermitteln und ihn an die Gläubiger zu überweisen.

 

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Was ist eine Lohnpfändung

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Wenn Du Dich allein gelassen fühlst, wende Dich bitte an eine Schuldnerberatung. Wir haben für Dich einige Anlaufstellen aufgelistet, die ihren Service kostenlos anbieten: Kostenlose Beratungsstellen für Menschen mit Schulden.

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