Gründungsratgeber
Als Fotograf selbstständig machen

Selbstständig als Fotograf

Veröffentlicht am 07 Sep 2016
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Im Jahr 2004 wurde das Handwerksrecht geändert; seither ist für die Tätigkeit als Fotograf kein Meisterbrief mehr nötig. Jeder Interessierte hat die Möglichkeit, selbstständig als Fotograf zu arbeiten. Durch diese Regelung wurde der Markt sehr eng. Ein hohes Maß an Geschäftstüchtigkeit und ein guter Ruf durch hochwertige Arbeit sind die Voraussetzungen für langfristigen Erfolg.

Selbstständig als Fotograf – die Voraussetzungen

Wer selbstständig als Fotograf arbeiten möchte, benötigt ein gut durchdachtes Konzept, das er konsequent verfolgt. Die unterschiedlichen Fachrichtungen, in denen ein Interessierter selbstständig als Fotograf arbeiten kann, überschneiden sich zwar teilweise – dennoch sind in diesem Gewerbe auftragsbezogene Referenzen von großer Bedeutung.

  • Pressefotograf: Der Beruf des Pressefotografs ist eine Möglichkeit, um freiberuflich selbstständig als Fotograf arbeiten. Eine Gewerbeanmeldung entfällt in diesem Fall. Ein weiterer Vorteil ist die Möglichkeit, die Krankenversicherung der Künstlersozialkasse in Anspruch zu nehmen. Diese punktet mit günstigeren Beiträgen für den Versicherten, wenn ein Fotograf als Künstler tätig ist und die Darstellung der Fotos unabhängig von Auftraggeber-Vorgaben erfolgt. Der Pressefotograf arbeitet bevorzugt für Magazine und Tageszeitungen. Presseagenturen und PR-Agenturen zählen ebenfalls zum Kundenkreis eines Pressefotografen.
  • Studiofotograf: Die Studiofotografie deckt ein breites Spektrum innerhalb der Fotografie ab. Von der Mode- über die Industrie- bis hin zur Food-Fotografie reichen die Betätigungsfelder im Rahmen der Werbefotografie. Vor allem Existenzgründer, die erst kurze Zeit selbstständig als Fotograf tätig sind, bieten auch herkömmliche Porträtfotografien in ihrem Fotostudio an, um in der Anfangszeit ein Zusatzeinkommen zu generieren.
  • Selbstständig als Fotograf für Bildagenturen: Ein weiterer Weg, selbstständig als Fotograf zu arbeiten, ist die Zusammenarbeit mit Bildagenturen. Diese Agenturen locken Fotografen mit speziellen Aufträgen und vermarkten das erhaltene Bildmaterial anschließend. Die Zusammenarbeit mit Agenturen bietet vielen Fotografen ein Zusatzeinkommen und wichtige Referenzen.

Diese Voraussetzungen sind wichtig

Fällt die Entscheidung, selbstständig als Fotograf zu arbeiten und den freiberuflichen Weg einzuschlagen, ist keine Gewerbeanmeldung nötig. Die Kategorisierung, ob Künstler oder Pressefotograf, erfolgt durch speziell von den Finanzverwaltungen gebildeten Gutachterausschüssen. Wird ein Fotostudio eröffnet, ist eine Gewerbeanmeldung und damit eine Zugehörigkeit zur Kammer erforderlich. Trotz der Änderungen im Handwerksrecht sollte eine fundierte Ausbildung die Basis bilden, wenn jemand plant, selbstständig als Fotograf zu arbeiten. Ausbildungsnachweise sind für viele Auftraggeber bereits im Vorfeld ein Qualitätskriterium.

Unverzichtbar für jeden einzelnen Schritt der Existenzgründung, um als Fotograf selbstständig arbeiten zu können, ist ein sorgfältig ausgearbeiteter Businessplan. Der Businessplan dient als Gründungs- und Investitionskonzept und muss unterschiedliche und glaubhaft präsentierte Analysen und die daraus resultierenden Informationen enthalten. Dazu zählen die aktuellen Marktbedingungen sowie die branchenspezifische Entwicklung. Das individuelle Leistungsangebot mit kalkulierten Preisen und Schwerpunkten ist ebenfalls ein wichtiger Teil dieses Plans. Im Rahmen einer Marktanalyse erhobene Daten zum Standort, zur Wettbewerbssituation, zur Zielgruppe, zum Kundenpotenzial und Einzugsgebiet (abhängig von der Spezialisierung) sind unverzichtbare Bestandteile des Businessplans. Weitere Inhalte sind eine kurz-, mittel- und langfristige Planung des Unternehmens und eine daraus resultierende Personalplanung.

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Mit einem Fotostudio selbstständig als Fotograf arbeiten

Abhängig davon, in welchem Spezialgebiet sich jemand selbstständig als Fotograf macht, sind unterschiedlich hohe Investitionen erforderlich. Die Grundausstattung als Pressefotograf ist im Vergleich zum Studiofotografen verhältnismäßig investitionsarm. Oft sind bei Pressefotografen wichtige Teile der Grundausrüstung bereits vorhanden. Anders stellt sich die Situation dar, wenn ein Fotostudio für Werbefotografie eröffnet wird. Von der Mittelstandsgemeinschaft Fotomarketing gibt es folgende Empfehlung der Mindestausstattung:

Reine Stand- und Reportage-Fotografie kann bereits mit einer Standardausrüstung, die zwei Kleinbildkameras, verschiedene Objektive mit Brennweiten zwischen 18 und 300 Millimetern und einen Handblitz beinhaltet, durchgeführt werden.

Liegt die Spezialisierung auf der Fotografie über Studioproduktionen, sind die Anforderungen an die Mindestausstattung wesentlich höher. Die technische Grundausstattung besteht aus mehreren Mittelformatkameras (6×6 Kamera), verschiedenen Objektiven mit Brennweiten von 50 bis zu 150 Millimetern, mindestens drei Fotolampen und alternativ oder im Idealfall zusätzlich einer leistungsstarken Blitzanlage. Unverzichtbar ist eine spezielle Hintergrundvorrichtung für die individuelle Hintergrundgestaltung im Rahmen der Fotografie. Zusätzlich zu dieser Mindestausstattung sind ein entsprechend großes Ladenlokal als Fotostudio und leistungsfähige Hardware mit entsprechender Software nötig.

Gut vorbereitet in die Kundenakquise

Eine durchdachte Akquise bildet die Basis des Erfolgs. Ein wichtiger Schritt für alle, die planen, in Zukunft selbstständig als Fotograf zu arbeiten, ist die Erstellung einer aussagekräftigen Arbeitsmappe. Diese Mappe einschließlich Visitenkarten begleitet den Fotografen zu potenziellen Auftraggebern seiner Zielgruppe. Gespräche sollten gut und intensiv vorbereitet werden, um so Vertrauen in die eigene Leistung zu schaffen. Unverzichtbar ist ein sorgfältig gestalteter und übersichtlicher Internetauftritt, der die eigene Kurzbiographie und eine Auswahl der Arbeiten präsentiert. Viele zukünftige Auftraggeber sind immer auf der Suche nach neuen Talenten.