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Private Arbeitsvermittlung gründen – so klappt es!

Veröffentlicht am 19 Jun 2019
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Wer sich gut auf dem Personalsektor auskennt und gerne mit Menschen umgeht, kann sich mit einer privaten Arbeitsvermittlung selbstständig machen. Viele Unternehmen konzentrieren sich lieber auf ihr Kerngeschäft und überlassen die Personalsuche heutzutage privaten Arbeitsvermittlern. Häufig bieten die privaten Personalvermittler außerdem die Überlassung von Arbeitskräften auf Zeit an.

Private Arbeitsvermittlung gründen mit Erfolg

Am Anfang steht die Geschäftsidee. Aber bevor diese umgesetzt werden kann, gilt es vieles zu bedenken. Wer allein eine private Arbeitsvermittlung gründen möchte, benötigt hierfür keine Erlaubnis. Etwas anderes gilt, wenn das Unternehmen sich darüber hinaus mit der Überlassung von Arbeitnehmern auf Zeit befassen soll. Dann muss eine Erlaubnis der Agentur für Arbeit beantragt werden, die kostenpflichtig ist. Die Vermittlung von Zeitarbeit rechnet sich insbesondere, wenn es sich um Arbeitsuchende handelt, die im Besitz eines Vermittlungsgutscheins der Agentur für Arbeit sind. Denn grundsätzlich darf der Vermittler nur von dem künftigen Arbeitgeber eine Provision verlangen, nicht jedoch vom Arbeitnehmer. Anders ist dies nur bei arbeitssuchenden Arbeitnehmern mit Aktivierungsschein der Arbeitsagenturen. Denn deren Vermittlung in eine Arbeitstätigkeit darf über den Vermittlungsschein abgerechnet werden. Hierfür ist allerdings erforderlich, dass die private Arbeitsvermittlung eine Zertifizierung nach der Akkreditierungs- und Zulassungsverordnung Arbeitsförderung erworben hat. Wie dies geht, erfährt man bei der Agentur für Arbeit.

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Kenntnisse für Betrieb einer privaten Arbeitsvermittlung

Wer eine private Arbeitsvermittlung gründen möchte, sollte bestimmte Kenntnisse besitzen. Unabdingbar ist, dass der Gründer sich mit den datenschutzrechtlichen Bestimmungen auskennt. Denn um eine private Arbeitsvermittlung gründen und betreiben zu können, muss eine Kartei mit Arbeitssuchenden geführt werden. Dies bringt es mit sich, dass personenbezogene Daten erhoben und gespeichert werden. Die im Mai 2018 europaweit in Kraft getretene Europäische Datenschutz-Grundverordnung bestimmt, dass Betroffene Auskunft darüber verlangen können, welche Daten gesammelt und wie diese verwendet werden. Verstöße werden mit hohen Geldstrafen geahndet. Wer auf dem Gebiet verständlicherweise nicht firm ist, aber eine private Arbeitsvermittlung gründen möchte, sollte sich zuvor von einem Juristen beraten lassen. Außerdem sind kaufmännisches Verständnis und gute Fähigkeiten im Vertrieb vonnöten.

Finanzielle Aspekte der Gründung einer Arbeitsvermittlung

Die wenigsten Existenzgründer verfügen über ausreichendes Startkapital oder arbeiten von vornherein mit Gewinn. Auch wer eine private Arbeitsvermittlung gründen möchte, wird dafür wohl einen Bankkredit benötigen. Dies gilt umso mehr, da Entgelt des Arbeitsvermittlers erst bei Zustandekommen des Arbeitsvertrages zwischen dem Arbeitgeber und dem Arbeitnehmer verdient ist. Deshalb muss ein aussagekräftiger Businessplan erstellt werden, mit dem der Gründer einen Finanzier gewinnen kann. Dieser muss Angaben dazu enthalten, wie Auftraggeber akquiriert werden sollen, welchen Wettbewerbsvorteil der Gründer gegenüber der Konkurrenz mitbringt und welche Kosten anfallen. Außerdem möchte die Bank wissen, mit welchen Einnahmen gerechnet werden kann und in welcher Rechtsform das Unternehmen betrieben werden soll. Beispiele, die bei der Erstellung eines Smartbusinessplans helfen, können Interessierte, die beabsichtigen, eine private Arbeitsvermittlung zu gründen, auch im Internet finden.

Was darüber hinaus zu beachten ist

Da die private Arbeitsvermittlung keiner Erlaubnispflicht unterliegt, muss auch kein Befähigungsnachweis beigebracht werden. Wer aber eine private Arbeitsvermittlung gründen und Mitglied in einem Berufsverband werden möchte, sollte seine Befähigung nachweisen können. Dies kann zum Beispiel durch den erfolgreichen Abschluss einer Ausbildung zum Personaldienstleistungskaufmann geschehen. Auch ein Studium der Betriebswirtschaft ist eine gute Voraussetzung für einen Personalvermittler. Wer über beides nicht verfügt, aber dennoch eine private Arbeitsvermittlung gründen möchte, kann alternativ Kurse bei Berufsverbänden absolvieren, die auf eine Tätigkeit als Arbeitsvermittler vorbereiten. Bevor die Tätigkeit als Personalvermittler aufgenommen werden kann, muss außerdem eine Gewerbeanmeldung erfolgen. Anschließend wird das neue Unternehmen beim Finanzamt erfasst und ihm eine Steuernummer zugeteilt. Erst damit kann derjenige, der eine private Arbeitsvermittlung gründen möchte, auch Rechnungen stellen.

Wird das Unternehmen in der Rechtsform der GmbH betrieben, ist weiter eine Eintragung ins Handelsregister erforderlich. Wer beabsichtigt, eine private Arbeitsvermittlung zu gründen, muss sich und seine Mitarbeiter außerdem bei der zuständigen Berufsgenossenschaft anmelden. Soll eine Zeitarbeitsfirma entstehen, kommt zu den üblichen Gründungskosten die behördliche Verleihgebühr hinzu. Außerdem fallen laufende Fixkosten an. Neben der Miete für das Büro und den Personalkosten sind Versicherungsbeiträge und Jahresbeiträge für die IHK und die Berufsgenossenschaft zu zahlen. Das Unternehmen sollte des Weiteren über den notwendigen Mitarbeiterstamm verfügen, damit genügend Kunden akquiriert werden können. Die Einschaltung eines Steuerberaters kann von Vorteil sein, wenn man eine private Arbeitsvermittlung gründen möchte.

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