Gründungsratgeber

Partnerschaft gründen & profitieren

Veröffentlicht am 04 Jul 2016
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Eine Partnergesellschaft ist ein Zusammenschluss von Angehörigen freier Berufe, die ausnahmslos natürliche Personen sein müssen. Dazu gehören u.a. Rechtsanwälte, Ärzte, Steuerberater, Wirtschaftsprüfer, beratende Volks- und Betriebswirte, vereidigte Buchprüfer, Ingenieure etc. Eine reine Kapitalbeteiligung ist verboten (wie z.B. bei einer KG), eine Mindestkapitaleinlage ist gesetzlich nicht vorgeschrieben, kann aber im Partnerschaftsvertrag vereinbart werden. Was Sie beachten müssen, wenn Sie eine Partnerschaft gründen möchten, erfahren Sie hier:

Rechtliches

Grundsätzlich beruht die Partnerschaftsgesellschaft auf den Grundlagen der Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR). Dadurch, dass eine Partnergesellschaft kein Handelsgewerbe ausführen kann, ist diese keine Handelsgesellschaft und kann somit auch keine Firma führen.  Darüber hinaus besteht die Pflicht zur Eintragung der Partnerschaftsgesellschaft im Partnerschaftsregister. Dementsprechend müssen sämtliche Änderungen wie Ein- und Austritt der einzelnen Gesellschafter, Namensänderungen oder Sitzverlegungen der Partnerschaft im Partnerschaftsregister nachgetragen werden.

Name der Partnerschaft

Im PartGG ist lauf §2 Abs. 1 sind die Regularien für den Titel einer Partnerschaft festgelegt. Dabei muss dieser „den Namen mindestens eines Partners, den Zusatz ,und Partner‘ oder ,Partnerschaft‘ sowie die Berufsbezeichnung aller in der Partnerschaft vertretenen Berufe enthalten.“ Vornamen sind nicht erforderlich und die Nennung anderer Personen als der Partner ist verboten. Eine Ausnahme sind hingegen Phantasienamen.

Beispiele für Partnerschaftsnamen:

  • Kunz & Jung Partnerschaft Unternehmensberatung
  • Müller & Partner Wirtschaftsprüfung
  • Steiner Partnerschaft Kanzlei

Partnerschaftsgesellschaftsgesetz

Im Partnerschaftsgesellschaftsgesetz (PartGG) wird u.a. der Partnerschaftsvertrag (Pendant zum Gesellschaftsvertrag) geregelt. Demnach muss dieser schriftlich geschlossen werden und laut §3 Abs. 2 mindestens folgendes enthalten:

Zitat:

  1. „Den Namen und den Sitz der Partnerschaft;
  2. den Namen und den Vornamen den in der Partnerschaft ausgeübten Beruf und den Wohnort jedes Partners;
  3. den Gegenstand der Partnerschaft.“

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Vorteile gegenüber anderen Gesellschaftsformen

  • Kein Mindestkapital erforderlich
  • Nur (freiberufliche) Partner im Sinne des PartGG zugelassen
  • Dadurch vereinfachte Buchführungsvorschriften und Gewerbesteuerfreiheit
  • Einzelne Partner haften ausschließlich für ihre eigenen beruflichen Fehler
  • Geschützter Name durch Registereintragung
  • Volle Rechtsfähigkeit, die den Erwerb von Rechten und Verbindlichkeiten ermöglicht

Im Gegensatz zu einer GmbH muss eine Partnerschaft keine Jahresabschlussbilanzen erstellen, unterliegt also keiner Wirtschaftsprüfungspflicht. Die steuerliche Gewinnermittlung erfolgt über eine einfache Einnahmenüberschussrechnung, wodurch diverse steuerliche Vorteile entstehen können. In Fachkreisen wird einer Partnerschaft auch ein gewisser Image- bzw. Seriositätsvorteil gewährt.

Partnerschaftsgesellschaft mit beschränkter Berufshaftung

Am 19. Juli 2013 verabschiedete der Bundestag das „Gesetz zur Einführung einer Partnerschaftsgesellschaft mit beschränkter Berufshaftung und zur Änderung des Berufsrechts der Rechtsanwälte, Patentanwälte, Steuerberater und Wirtschaftsprüfer“ (PartGGuaÄndG).

Dieses Gesetz wurde als Alternative zur englischen Gesellschaftsform „Limited Liability Partnership“ (LLP) eingeführt. Eine Partnerschaftsgesellschaft mit beschränkter Haftung (PartG mbB oder PartG mbH) haftet damit nicht mehr mit dem Gesamtvermögen, sondern ausschließlich mit dem Gesellschaftsvermögen. Vorausgesetzt wird allerdings der Abschluss einer Berufshaftpflichtversicherung mit 2,5 Millionen Euro Mindestversicherungssumme je Versicherungsfall. Zudem gilt die Haftungsbeschränkung nur für berufliche Fehler. Für andere Verbindlichkeiten wie beispielsweise Arbeitslohn, Leasingverträge, Steuer- oder Mietschulden haften weiterhin alle Gesellschafter gesamtschuldnerisch mit ihrem Privatvermögen.

Ein großer Vorteil dieser Variante der Partnerschaftsgesellschaft ist es, dass haftungsrechtliche und steuerliche Begünstigungen vereint werden. Laut Gesetzgeber sind Partnergesellschaften mit beschränkter Berufshaftung dazu verpflichtet, innerhalb ihres Namens die Bezeichnungen „mit beschränkter Berufshaftung“ oder „mbH“ zu tragen (PartGG §8 Abs. 4 Satz 3).

Beispielnamen:

  • Müller & Partner mit beschränkter Berufshaftung Steuerberater
  • Kunz & Jung Partner mbB Kanzlei