Konsortialkredit - auxmoney Finanzlexikon

Konsortialkredit

Ein Konsortialkredit wird einem Kreditgeber in Zusammenarbeit mehrerer Banken, dem Konsortium, zur Verfügung gestellt. Er wird auch als Metakredit oder syndizierter Kredit bezeichnet. Bei dieser Kreditform benötigt der Kreditnehmer eine sehr hohe Kreditsumme, in der Regel liegt die Untergrenze hierbei bei einem Betrag zwischen dreißig und fünfzig Millionen Euro. Diese Summen würden eine einzelne Bank überfordern, da sie ein zu hohes Risiko bedeuten.

Konsortialkredite spielen im Privatbereich, wie typischerweise die private Baufinanzierung oder ähnliche Kredite, für gewöhnlich keine Rolle.

Diese Darlehensform dient vielmehr der Finanzierung von Großprojekten und Investitionen, wie beispielsweise eines Einkaufszentrums, Fußballstadiums oder einem geschlossenen Immobilienfond.

Ablauf eines Konsortialkredits

Der Kreditnehmer nimmt für die Finanzierung eines Projekts Kredite bei mehreren Banken auf. Hierzu wendet sich der Kreditnehmer zunächst an eine Bank seines Vertrauens, wie bei jeder anderen Finanzierung auch. Wichtig ist dabei allerdings eine Bank zu wählen, die eine starke Marktposition innehat. Nachdem der Kreditnehmer sein Vorhaben geschildert hat, schlägt die Bank für die Finanzierung ungewöhnlich hoher Summen einen syndizierten Kredit vor. Dazu bilden mehrere Kreditinstitute ein Konsortium, einen Zusammenschluss, in Form einer GbR (Gesellschaft bürgerlichen Rechts). Wie bei einer gewöhnlichen GbR auch haften alle Banken gesamtschuldnerisch. Die Aufgabe des Kundenkontakts sowie der Organisation wird von nur einer Bank ausgeübt, dem Konsortialführer. Dies ist in der Regel die zuerst kontaktierte Bank, international auch als "Mandated Lead Arranger", kurz MLA, bezeichnet. Diese Bank ist auch diejenige, die alle weiteren Schritte übernimmt, das heißt sie unterbreitet anderen Geldinstituten das Angebot, sich zu beteiligen. Für gewöhnlich werden natürlich zunächst Banken mit bereits bestehenden Geschäftsbeziehungen herangezogen, allerdings bietet das Konsortium den Banken auch die Möglichkeit des Aufbaus neuer Geschäftsbeziehungen.

Kosten

Das Konsortium übernimmt auch die Vereinbarungen der Kreditkonditionen mit dem Kreditnehmer. Dabei gibt es bei den Zinskonditionen kaum Unterschiede zu denen anderer Kreditarten. Wie bei anderen Finanzierungen auch, spielt die Bonität eines Kreditnehmers dabei die größte Rolle. Haben Ratingagenturen das Unternehmen in eine hohe Bonität eingestuft, wird der Konsortialkredit bereits häufig zu einem effektiven Zinssatz vergeben, der nur knapp oberhalb des Euribors liegt. Als Euribor wird der Zinssatz bezeichnet, zu dem sich die Banken untereinander Geld leihen. Sofern die Bonität eines Unternehmens schlechter ausfällt, wird auch der Zinssatz entsprechend höher ausfallen, da die Banken höhere Risiken einkalkulieren müssen.

Der Konsortialkreditvertrag

Der Abschluss des Konsortialkreditvertrags findet zwischen dem Kreditnehmer und dem Konsortium statt. Dieser Vertrag regelt wie ein gewöhnlicher Kreditvertrag die Kreditsumme, die Tilgungsmodalitäten sowie Folgen für die Fälle möglicher Verstöße gegen die Vertragsbedingungen. Der gemeinsame Kreditvertrag schließt zudem eine Kündigung eines einzelnen Konsortium-Mitglieds aus. Hierdurch wird dem Kreditnehmer die Sicherheit gewährt, dass die gesamte Finanzierung seitens der Banken nicht gefährdet werden kann. Alle wichtigen Entscheidungen werden vom Konsortium nur gemeinsam getroffen. Neben der Korrespondenz und der Organisation läuft auch die Rückzahlung über den Konsortialführer. Das Konsortium wird aufgelöst, sobald der die ausführende Bank die vollständige Tilgung des Kredits verzeichnen kann.