„Später zahlen“ bei Anbietern wie Klarna oder PayPal ist im Checkout zum Standard geworden. Einzeln ist jeder Kauf unkritisch, doch in der Summe verlieren immer mehr Menschen den Überblick. Binnen eines Jahres haben sich die Zahlungsausfälle verdoppelt. Was die Daten zeigen, und warum Transparenz der Ausweg ist.
Warum wir uns äußern
Mittlerweile finden sich bei über 50 % der Kreditanfragen über auxmoney BNPL-Verbindlichkeiten. Ein Anteil, der in den vergangenen Jahren spürbar gestiegen ist, wie auxmoney mit über einer Million vermittelter Konsumentenkredite bestätigen kann. Weil wir diese Entwicklung in unseren eigenen Daten sehen, wollen wir sie einordnen und auf die Risiken paralleler Ratenzahlungen aufmerksam machen.
Wie viel schuldest du wirklich
Wie aus vielen kleinen Raten eine große Schuld wird
Die meisten denken an die nächste Rate. Der Rechner zeigt, was über mehrere Anbieter wirklich zusammenkommt, und was schon eine geplatzte Frist daraus macht.
BNPL-Gesamtschuld-Rechner
Stell ein, was parallel läuft. Die geplatzte Frist trifft 44 % der Nutzer.
Ein konsolidierter Ratenkredit macht aus mehreren Fälligkeiten eine transparente Rate mit einem Termin. Mahngebühren sind je Mahnung gerichtlich meist auf 2,50 bis 5 € begrenzt, BNPL-Anbieter staffeln aber mehrere Stufen; Verzugszinsen bis 5 Prozentpunkte über dem Basiszins (§ 288 BGB). Illustrative Annahme: rund drei Mahnstufen je geplatzter Frist.
Transparent oder nicht
Klassischer Ratenkredit vs. „später zahlen“ bei Klarna, PayPal & Co.
Die bekanntesten Anbieter für „später zahlen“ sind Dienste wie Klarna oder PayPal. Diese unsichtbare Summe entsteht nicht zufällig: „Später zahlen“ ist ein Kredit, nur ohne die Transparenz eines klassischen Ratenkredits. Beide sind Kredite, einer ist reguliert und überschaubar, der andere wird es erst mit der EU-Verbraucherkreditrichtlinie ab November 2026.
| Merkmal | Klassischer Ratenkredit | „Später zahlen" (z. B. Klarna, PayPal) |
|---|---|---|
| Verbraucherschutz reguliert | Vollständig | Strengere Regeln ab 11/2026 |
| Zinssatz transparent ausgewiesen | Effektivzins ausweislich Pflicht | Oft „0 %", bis Verzug eintritt |
| Pflicht zur Bonitätsprüfung | Bonitätsprüfung Pflicht | Bisher minimal, ab 11/2026 verpflichtend |
| Vertragslaufzeit | 12 bis 84 Monate, fix | 14 bis 60 Tage Basis, optional länger |
| Mahngebühren | Gesetzlich begrenzt (§ 288 BGB) | Mehrstufig, je nach Anbieter |
| Widerrufsrecht | 14 Tage | Ab 11/2026 Pflicht |
| Gefahr der Mehrfachverschuldung | Gering, ein Vertrag | Hoch, parallele Käufe |
| Überblick über die Gesamtschuld | Eine Rate, ein Termin | Verteilt über Apps und Fälligkeiten |
Der Vergleich bezieht sich auf das typische „später zahlen"-Modell (BNPL), wie es Anbieter wie Klarna oder PayPal bereitstellen. Die genannten Unternehmen führen daneben weitere, teils regulierte Finanzprodukte; maßgeblich ist hier das BNPL-Modell. Die Studienzahlen beziehen sich auf BNPL insgesamt, nicht auf einzelne Anbieter.
Die Kurve kippt
Die BNPL-Schuldenfalle in Zahlen
Was im Einzelfall harmlos wirkt, summiert sich im Großen. Drei Perspektiven auf die Entwicklung, jede mit ihrer Quelle.
Anteil der BNPL-Nutzer mit versäumter Bezahlfrist und Mahngebühren
SCHUFA-Verbraucherbefragung 2025: Innerhalb eines Jahres von 22 % (Oktober 2024) auf 44 % (Herbst 2025) gestiegen, fast jeder Zweite.
Wer verliert den Überblick über parallele BNPL-Zahlungen?
BaFin-Verbraucherbefragung: Bei den 14- bis 29-Jährigen verliert fast jeder Vierte den Überblick, deutlich mehr als im Schnitt aller Nutzer.
Wie BNPL-Nutzer ihr eigenes Bezahlmodell einschätzen
SCHUFA-Verbraucherbefragung 2025: Die Mehrheit der Nutzer sieht die Risiken selbst, trotz hoher Nutzung.
Das Kleingedruckte
Was im Checkout selten sichtbar wird
Hinter den Kurven stehen konkrete Risiken für den Einzelnen. Die Gefahr liegt nicht im einzelnen Kauf, sondern in der Summe: parallele Raten, verpasste Fristen und Mahngebühren, die sich aufschaukeln. Sechs Fakten, die Verbraucher bei „jetzt kaufen, später zahlen“ kennen sollten.
Ab 20. November 2026
Was sich für „später zahlen“ ändert
Mit der neuen EU-Verbraucherkreditrichtlinie (CCD II) fällt Buy Now, Pay Later erstmals unter dieselben Schutzregeln wie ein klassischer Ratenkredit. Was das konkret bedeutet:
Bonitätsprüfung wird Pflicht
Vor jedem Abschluss eine dokumentierte Prüfung, auch bei Kleinbeträgen von 30, 50 oder 99 Euro. Kredit nur bei positivem Ergebnis.
Erweiterter Geltungsbereich
Auch zinsfreie Kredite, Kurzläufer bis drei Monate und BNPL fallen jetzt unter die Verbraucherkreditregeln, die bisher nicht griffen.
Transparente Werbung
Pauschale Slogans wie „bequem in drei Raten" reichen ohne Pflichtangaben nicht mehr. Vorvertragliche Infos werden verpflichtend.
14 Tage Widerrufsrecht
Auch BNPL-Verträge sind künftig widerrufbar, so wie jeder regulierte Kredit.
Hilfe bei Zahlungsproblemen
Vor einer Kündigung müssen Anbieter angemessene Lösungen anbieten, etwa Stundung, Ratenanpassung oder längere Laufzeit.
Quelle: EU-Verbraucherkreditrichtlinie (RL 2023/2225), Anwendung in Deutschland ab 20. November 2026.
Das große Bild
„Einzeln harmlos, in der Summe gefährlich.“
Buy Now, Pay Later ist im deutschen Online-Handel angekommen, angeboten von Diensten wie Klarna oder PayPal, die im Checkout vieler Shops fest verankert sind. Laut SCHUFA-Verbraucherbefragung 2025 nutzt rund ein Drittel der Verbraucher (33 Prozent) solche Angebote, vor allem wegen der bequemen Abwicklung. Für sich genommen ist jeder einzelne Kauf unkritisch.
Das Risiko entsteht in der Summe. Wer bei mehreren Diensten gleichzeitig „später zahlt“, etwa bei Klarna, PayPal und im Shop-Checkout, baut Verpflichtungen über verschiedene Apps und Fälligkeiten auf, die keine einzelne Plattform zusammenführt. Genau hier verliert sich der Überblick, und aus Bequemlichkeit wird ein Zahlungsrückstand.
Die Entwicklung ist messbar. Der Anteil der Nutzer, die binnen sechs Monaten mindestens eine Bezahlfrist versäumt und Mahngebühren gezahlt haben, ist laut SCHUFA von 22 Prozent (Oktober 2024) auf 44 Prozent (Herbst 2025) gestiegen, fast jeder Zweite. 59 Prozent der Nutzer halten Buy Now, Pay Later inzwischen selbst für eine mögliche Schuldenfalle.
Auch gesamtwirtschaftlich kippt der Trend: Creditreform meldet im SchuldnerAtlas 2025 mit 5,67 Millionen Überschuldeten erstmals seit 2018 wieder einen Anstieg, bei jungen Menschen überdurchschnittlich. Ab dem 20. November 2026 greifen mit der neuen EU-Verbraucherkreditrichtlinie strengere Regeln, unter anderem eine Bonitätsprüfung auch bei kleinen Beträgen.
Für Verbraucher bleibt die Grundfrage der Übersicht. Wer mehrere parallele Raten jongliert, dem hilft kein weiterer Schnellkredit, sondern Transparenz und Konsolidierung. auxmoney vermittelt klassische Ratenkredite mit ausgewiesenem Effektivzins, festem Tilgungsplan und einem einzigen Fälligkeitstermin, auch bei nicht optimaler Schufa und für Selbstständige. Statt vieler verstreuter Verpflichtungen: ein überschaubarer Vertrag.
„Bequeme Bezahlmodelle sind gekommen, um zu bleiben. Und das ist gut so. Aber Bequemlichkeit darf nicht bedeuten, dass Menschen den Überblick verlieren. Als Kreditvermittler sehen wir es als unsere Aufgabe, dass jemand seine gesamte Belastung im Blick hat, nicht nur die nächste Rate. Verantwortung im Kreditmarkt heißt heute: Transparenz schaffen, wo Bezahlmodelle sie verschleiern.“

Quellenangabe
- SCHUFA-Verbraucherbefragung 2025, PM vom 13.11.2025 (NORDLIGHT research im Auftrag der SCHUFA, n = 1.000, bevölkerungsrepräsentativ, Feldzeit September 2025): Zahlungsrückstände, Nutzung und Risikoeinschätzung.
- BaFin: Buy now, pay later (Februar 2026): BNPL-Nutzung und Überblicksverlust nach Altersgruppen.
- BaFin: Risiken im Fokus 2026: Konsumfinanzierung auf Kredit als eines von drei Top-Verbraucherrisiken.
- Creditreform SchuldnerAtlas 2025: 5,67 Mio. Überschuldete, Quote 8,16 %, erstmals seit 2018 wieder steigend.
- EU-Verbraucherkreditrichtlinie (RL 2023/2225, CCD II): erweiterter Geltungsbereich inkl. BNPL, Anwendung in Deutschland ab 20. November 2026.
auxmoney BNPL-Report 2026 · www.auxmoney.com · Veröffentlicht Juni 2026
Datenstand Juni 2026, primärquellen-geprüft (SCHUFA-Verbraucherbefragung 2025, BaFin, Creditreform). Klarna und PayPal sind als bekannte Beispiele für Anbieter von „später zahlen“ genannt; die ausgewiesenen Studienzahlen beziehen sich auf Buy Now, Pay Later insgesamt, nicht auf einzelne Anbieter. Angaben ohne Gewähr. Redaktionelle Nutzung mit Quellenangabe gestattet.