„Später zahlen“ bei Anbietern wie Klarna oder PayPal ist im Checkout zum Standard geworden. Einzeln ist jeder Kauf unkritisch, doch in der Summe verlieren immer mehr Menschen den Überblick. Binnen eines Jahres haben sich die Zahlungsausfälle verdoppelt. Was die Daten zeigen, und warum Transparenz der Ausweg ist.

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der Nutzer halten Buy Now, Pay Later selbst für eine mögliche Schuldenfalle (SCHUFA 2025)
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der BNPL-Nutzer waren binnen 6 Monaten im Zahlungsrückstand, 2024 erst 22 % (SCHUFA 2025)
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der 14- bis 29-Jährigen verlieren den Überblick über parallele Zahlungen (BaFin)
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der Verbraucher nutzen BNPL, häufig bei mehreren Anbietern parallel (SCHUFA 2025)

Warum wir uns äußern

Mittlerweile finden sich bei über 50 % der Kreditanfragen über auxmoney BNPL-Verbindlichkeiten. Ein Anteil, der in den vergangenen Jahren spürbar gestiegen ist, wie auxmoney mit über einer Million vermittelter Konsumentenkredite bestätigen kann. Weil wir diese Entwicklung in unseren eigenen Daten sehen, wollen wir sie einordnen und auf die Risiken paralleler Ratenzahlungen aufmerksam machen.

Wie viel schuldest du wirklich

Wie aus vielen kleinen Raten eine große Schuld wird

Die meisten denken an die nächste Rate. Der Rechner zeigt, was über mehrere Anbieter wirklich zusammenkommt, und was schon eine geplatzte Frist daraus macht.

BNPL-Gesamtschuld-Rechner

Stell ein, was parallel läuft. Die geplatzte Frist trifft 44 % der Nutzer.

Im Kopf: eine Rate
300 €
So viel scheint es zu sein, eine einzelne Zahlung.
Tatsächlich offen
1.212 €
Das 4-Fache, verteilt auf 4 Fälligkeiten über verschiedene Apps. Plus 12 € Mahngebühren aus einer geplatzten Frist.

Ein konsolidierter Ratenkredit macht aus mehreren Fälligkeiten eine transparente Rate mit einem Termin. Mahngebühren sind je Mahnung gerichtlich meist auf 2,50 bis 5 € begrenzt, BNPL-Anbieter staffeln aber mehrere Stufen; Verzugszinsen bis 5 Prozentpunkte über dem Basiszins (§ 288 BGB). Illustrative Annahme: rund drei Mahnstufen je geplatzter Frist.

Transparent oder nicht

Klassischer Ratenkredit vs. „später zahlen“ bei Klarna, PayPal & Co.

Die bekanntesten Anbieter für „später zahlen“ sind Dienste wie Klarna oder PayPal. Diese unsichtbare Summe entsteht nicht zufällig: „Später zahlen“ ist ein Kredit, nur ohne die Transparenz eines klassischen Ratenkredits. Beide sind Kredite, einer ist reguliert und überschaubar, der andere wird es erst mit der EU-Verbraucherkreditrichtlinie ab November 2026.

Merkmal Klassischer Ratenkredit „Später zahlen" (z. B. Klarna, PayPal)
Verbraucherschutz reguliert Vollständig ~Strengere Regeln ab 11/2026
Zinssatz transparent ausgewiesen Effektivzins ausweislich Pflicht Oft „0 %", bis Verzug eintritt
Pflicht zur Bonitätsprüfung Bonitätsprüfung Pflicht ~Bisher minimal, ab 11/2026 verpflichtend
Vertragslaufzeit 12 bis 84 Monate, fix 14 bis 60 Tage Basis, optional länger
Mahngebühren Gesetzlich begrenzt (§ 288 BGB) Mehrstufig, je nach Anbieter
Widerrufsrecht 14 Tage ~Ab 11/2026 Pflicht
Gefahr der Mehrfachverschuldung Gering, ein Vertrag Hoch, parallele Käufe
Überblick über die Gesamtschuld Eine Rate, ein Termin Verteilt über Apps und Fälligkeiten

Der Vergleich bezieht sich auf das typische „später zahlen"-Modell (BNPL), wie es Anbieter wie Klarna oder PayPal bereitstellen. Die genannten Unternehmen führen daneben weitere, teils regulierte Finanzprodukte; maßgeblich ist hier das BNPL-Modell. Die Studienzahlen beziehen sich auf BNPL insgesamt, nicht auf einzelne Anbieter.

Die Kurve kippt

Die BNPL-Schuldenfalle in Zahlen

Was im Einzelfall harmlos wirkt, summiert sich im Großen. Drei Perspektiven auf die Entwicklung, jede mit ihrer Quelle.

Anteil der BNPL-Nutzer mit versäumter Bezahlfrist und Mahngebühren

SCHUFA-Verbraucherbefragung 2025: Innerhalb eines Jahres von 22 % (Oktober 2024) auf 44 % (Herbst 2025) gestiegen, fast jeder Zweite.

Wer verliert den Überblick über parallele BNPL-Zahlungen?

BaFin-Verbraucherbefragung: Bei den 14- bis 29-Jährigen verliert fast jeder Vierte den Überblick, deutlich mehr als im Schnitt aller Nutzer.

Wie BNPL-Nutzer ihr eigenes Bezahlmodell einschätzen

SCHUFA-Verbraucherbefragung 2025: Die Mehrheit der Nutzer sieht die Risiken selbst, trotz hoher Nutzung.

Das Kleingedruckte

Was im Checkout selten sichtbar wird

Hinter den Kurven stehen konkrete Risiken für den Einzelnen. Die Gefahr liegt nicht im einzelnen Kauf, sondern in der Summe: parallele Raten, verpasste Fristen und Mahngebühren, die sich aufschaukeln. Sechs Fakten, die Verbraucher bei „jetzt kaufen, später zahlen“ kennen sollten.

44 %
im Zahlungsrückstand
der BNPL-Nutzer haben binnen sechs Monaten eine Bezahlfrist versäumt und Mahngebühren gezahlt. Im Oktober 2024 waren es erst 22 %.
59 %
sehen eine Schuldenfalle
der Nutzer halten „später zahlen" selbst für eine mögliche Schuldenfalle. 63 % fürchten, den Überblick über ihre Ausgaben zu verlieren.
50 %
konnten nicht zahlen
jedem zweiten BNPL-Nutzer ist es passiert, dass er an eine offene Zahlung erinnert wurde und sie nicht begleichen konnte.
24 %
der jungen Nutzer
der 14- bis 29-Jährigen verlieren den Überblick über parallele BNPL-Zahlungen. Über alle Nutzer sind es 14 %.
33 %
nutzen BNPL
rund ein Drittel der Verbraucher hat in den letzten sechs Monaten „später zahlen" genutzt, oft bei mehreren Anbietern.
2026
strengere Regeln
Ab 20. November 2026 unterliegt BNPL der neuen EU-Verbraucherkreditrichtlinie: Bonitätsprüfung, Transparenz und Widerrufsrecht.

Ab 20. November 2026

Was sich für „später zahlen“ ändert

Mit der neuen EU-Verbraucherkreditrichtlinie (CCD II) fällt Buy Now, Pay Later erstmals unter dieselben Schutzregeln wie ein klassischer Ratenkredit. Was das konkret bedeutet:

Bonitätsprüfung wird Pflicht

Vor jedem Abschluss eine dokumentierte Prüfung, auch bei Kleinbeträgen von 30, 50 oder 99 Euro. Kredit nur bei positivem Ergebnis.

Erweiterter Geltungsbereich

Auch zinsfreie Kredite, Kurzläufer bis drei Monate und BNPL fallen jetzt unter die Verbraucherkreditregeln, die bisher nicht griffen.

Transparente Werbung

Pauschale Slogans wie „bequem in drei Raten" reichen ohne Pflichtangaben nicht mehr. Vorvertragliche Infos werden verpflichtend.

14 Tage Widerrufsrecht

Auch BNPL-Verträge sind künftig widerrufbar, so wie jeder regulierte Kredit.

Hilfe bei Zahlungsproblemen

Vor einer Kündigung müssen Anbieter angemessene Lösungen anbieten, etwa Stundung, Ratenanpassung oder längere Laufzeit.

Quelle: EU-Verbraucherkreditrichtlinie (RL 2023/2225), Anwendung in Deutschland ab 20. November 2026.

Das große Bild

„Einzeln harmlos, in der Summe gefährlich.“

Buy Now, Pay Later ist im deutschen Online-Handel angekommen, angeboten von Diensten wie Klarna oder PayPal, die im Checkout vieler Shops fest verankert sind. Laut SCHUFA-Verbraucherbefragung 2025 nutzt rund ein Drittel der Verbraucher (33 Prozent) solche Angebote, vor allem wegen der bequemen Abwicklung. Für sich genommen ist jeder einzelne Kauf unkritisch.

Das Risiko entsteht in der Summe. Wer bei mehreren Diensten gleichzeitig „später zahlt“, etwa bei Klarna, PayPal und im Shop-Checkout, baut Verpflichtungen über verschiedene Apps und Fälligkeiten auf, die keine einzelne Plattform zusammenführt. Genau hier verliert sich der Überblick, und aus Bequemlichkeit wird ein Zahlungsrückstand.

Die Entwicklung ist messbar. Der Anteil der Nutzer, die binnen sechs Monaten mindestens eine Bezahlfrist versäumt und Mahngebühren gezahlt haben, ist laut SCHUFA von 22 Prozent (Oktober 2024) auf 44 Prozent (Herbst 2025) gestiegen, fast jeder Zweite. 59 Prozent der Nutzer halten Buy Now, Pay Later inzwischen selbst für eine mögliche Schuldenfalle.

Auch gesamtwirtschaftlich kippt der Trend: Creditreform meldet im SchuldnerAtlas 2025 mit 5,67 Millionen Überschuldeten erstmals seit 2018 wieder einen Anstieg, bei jungen Menschen überdurchschnittlich. Ab dem 20. November 2026 greifen mit der neuen EU-Verbraucherkreditrichtlinie strengere Regeln, unter anderem eine Bonitätsprüfung auch bei kleinen Beträgen.

Für Verbraucher bleibt die Grundfrage der Übersicht. Wer mehrere parallele Raten jongliert, dem hilft kein weiterer Schnellkredit, sondern Transparenz und Konsolidierung. auxmoney vermittelt klassische Ratenkredite mit ausgewiesenem Effektivzins, festem Tilgungsplan und einem einzigen Fälligkeitstermin, auch bei nicht optimaler Schufa und für Selbstständige. Statt vieler verstreuter Verpflichtungen: ein überschaubarer Vertrag.

„Bequeme Bezahlmodelle sind gekommen, um zu bleiben. Und das ist gut so. Aber Bequemlichkeit darf nicht bedeuten, dass Menschen den Überblick verlieren. Als Kreditvermittler sehen wir es als unsere Aufgabe, dass jemand seine gesamte Belastung im Blick hat, nicht nur die nächste Rate. Verantwortung im Kreditmarkt heißt heute: Transparenz schaffen, wo Bezahlmodelle sie verschleiern.“

Matthias von der Heyde, CGO auxmoney
Matthias von der Heyde, CGO auxmoney

Quellenangabe

auxmoney BNPL-Report 2026 · www.auxmoney.com · Veröffentlicht Juni 2026

Datenstand Juni 2026, primärquellen-geprüft (SCHUFA-Verbraucherbefragung 2025, BaFin, Creditreform). Klarna und PayPal sind als bekannte Beispiele für Anbieter von „später zahlen“ genannt; die ausgewiesenen Studienzahlen beziehen sich auf Buy Now, Pay Later insgesamt, nicht auf einzelne Anbieter. Angaben ohne Gewähr. Redaktionelle Nutzung mit Quellenangabe gestattet.