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VAI_VolksbankBerlin
Veröffentlicht am 26 Sep 2017

Digitaler Einkaufsfinanzierer VAI erhält 5,5 Millionen

Veröffentlicht am 26 Sep 2017
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Gemeinsam mit dem Berliner Company-Builder BridgeMaker und Unternehmer Garry Krugljakow hat die Berliner Volksbank heute das Fintech VAI gelauncht. Zum offiziellen Start der Finanzierungsplattform erhält VAI 5,5 Millionen Euro im Rahmen einer Seed-Finanzierung.

Schnelle Einkaufsfinanzierung mittels KI

Das in Berlin ansässige Fintech VAI hat das Ziel dem Mittelstand beim Meistern der Digitalisierung zu helfen. Der Fokus des Startups liegt dabei darauf bessere Finanzierungsmöglichkeiten für kleine und mittelständische Unternehmen zu schaffen.

VAI_VolksbankBerlin

“Wir leben in einer immer schnelleren Welt. Wer als Unternehmer mithalten möchte, muss schnell agieren können. Das von uns entwickelte Tool ist mit Hilfe von Artificial Intelligence imstande, kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) innerhalb von wenigen Augenblicken eine Einkaufsfinanzierung zu gewähren und das benötigte Geld zu transferieren.”

– Garry Krugljakow, Gründer VAI, in der Pressemitteilung vom 26.09.2017

VAI agiert bei Wareneinkäufen als Intermediär zwischen Lieferant und Einkäufer; Die Ware wird vorfinanziert und dem Käufer wird ein verlängertes Zahlungsziel von bis zu 180 Tagen gewährt. Das verschafft gerade kleinen und mittelständischen Unternehmen erhöhte finanzielle Flexibilität. Die zusätzliche Liquidität hilft den Umsatz zu steigern und kann das Wachstum beschleunigen. Finetrading, wie diese besondere Finanzierungsform genannt wird, berücksichtigt neben den Interessen des Käufers auch die des Lieferanten. Dessen Verwaltungsaufwand für Inkasso- und Mahnwesen fällt durch die sofortige Begleichung der Rechnung einfach weg.

Mithilfe von VAI gestaltet sich der Wareneinkauf nicht nur unkomplizierter für beide Seiten, sondern auch wesentlich schneller. Das Unternehmen verspricht, dass mittels künstlicher Intelligenz innerhalb kürzester Zeit geprüft wird, ob dem Käufer ein Kredit gewährt wird. Einzige Voraussetzung bis jetzt: Die eingekaufte Ware muss physisch sein, es ist noch keine Vorfinanzierung von digitalen Gütern oder Dienstleistungen möglich. Ein weiterer Vorteil gegenüber der kurzfristigen Bankenfinanzierung sind die günstigeren Gebühren. Bei einer Begleichung innerhalb von 30 Tagen fallen für den Käufer keine Kosten an. Lediglich 2% Skonto vom Lieferanten beansprucht VAI für sich. Ab dem zweiten Monat wird ein Aufschlag, beginnend bei einem Prozent der Rechnungssumme, je nach Bonität, berechnet. Für jeden weiteren Monat der Inanspruchnahme des Kurzkredits gibt es einen weiteren Aufschlag. Die offene Summe muss innerhalb eines halben Jahres zurückgezahlt werden, wann genau kann der Kunde jedoch selbst entscheiden. Ansonsten entstehen keine weiteren Kosten für den Käufer, auch die Antragsstellung ist immer kostenfrei.

„Banking der Zukunft“

Es vergeht fast kein Tag, an dem nicht eine neue Partnerschaft zwischen einer etablierten Bank und einem Fintech bekannt wird. Immer mehr klassische Kreditinstitute sehen die jungen Finanztechnologie-Unternehmen nicht mehr nur als Konkurrenz, sondern haben verstanden, dass sie durch Kooperationen ihr eigenes Angebot sinnvoll ergänzen können – So auch die Volksbank Berlin, eine der größten Genossenschaftsbanken Deutschlands. Das Geldhaus betreut Privat-und Firmenkunden in Berlin und Brandenburg und bezeichnet sich selbst als „Förderer des Mittelstandes“. Mit VAI will die Berliner Volksbank nun ihren mittelständischen Firmenkunden eine Finanzierungsplattform bieten. Auch wenn VAI unabhängig von Banken agiert sieht Dr. Holger Hatje, der Vorstandsvorsitzender der Berliner Volksbank, in der On-Demand-Einkaufsfinanzierung das „Banking der Zukunft“:

“Es ist uns wichtig, auch im digitalen Zeitalter die Kundenbedürfnisse kleiner und mittelständischer Unternehmen bedienen zu können. Im Falle von VAI haben wir uns bewusst für eine externe Umsetzung eines innovativen Fintech-Produkts entschieden. Mit Garry Krugljakow haben wir einen erfahrenen Fintech-Strategen als Gründer gewinnen können.”

Neben Garry Krugljakow, der mit seinem gehypten Fintech Cookies letztes Jahr Insolvenz anmelden musste, ist auch der Berliner Startup-Förderer BridgeMaker ein starker Partner für VAI. Zusammen will Henrike Luszick, CEO und Gründer von BridgeMaker, die Gelegenheit nutzen „ein neues Fintech-Schwergewicht zu etablieren“. Sie glaubt an „digitale Finanzierungsinstrumente gerade in Kombination mit neuartigen Scoring-Möglichkeiten als spannendes Marktsegment mit großem Wachstumspotential“.

Bildquelle: © VAI

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Melina Uhlig
Über den Autor
Melina Uhlig ist Expertin für die aktuellen News aus der FinTech-Branche und der Start-Up-Szene. Sie arbeitet seit 2016 bei auxmoney.