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Innovation smart Datenschutz abhören Alexa
Veröffentlicht am 21 Jul 2020

Können praktische Innovationen den Schutz der Persönlichkeit gefährden?

Veröffentlicht am 21 Jul 2020
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Immer wieder werden neue Lösungen entwickelt, die versprechen, unseren Alltag zu erleichtern und uns selbst gesünder und schöner zu machen. Dazu zählen Assistenten, die auf Spracherkennung basieren, Fitness-Apps und die immer beliebter werdenden Wearables, zum Beispiel Smart-Watches. Doch können die Daten, die wir den intelligenten Geräten weitergeben, am Ende in die falschen Hände gelangen und zum ernsthaften Problem werden? Schließlich stehen diverse Unternehmen immer wieder wieder in der Kritik, nur unzureichenden Datenschutz zu betreiben.

Innovative Lösungen durchdringen den Alltag

„Alexa, bestell eine Pizza Salami.“ Nur diesen Satz braucht man zu sagen und schon steht das Abendessen auf dem Tisch. Naja, zumindest fast. Da Pizza aber nicht sehr gesund ist, geht man danach noch eine Runde joggen. Die Fitness-App zeichnet alles auf und damit man das Smartphone nicht extra mitnehmen muss, sind alle Apps mit der Smart-Watch verknüpft. Nach ein paar Kilometern fällt auf, dass man das Wasser vergessen hat. Praktischerweise kann man mit manchen Smart-Watches mittlerweile Einkäufe bezahlen und hat damit auch dieses Problem einfach gelöst.

Kann aus den Daten ein Persönlichkeitsprofil erstellt werden?

Dieses Beispiel zeigt bereits, wie innovative Apps, Geräte und andere Lösungen unseren Alltag erleichtern können. Es macht aber auch deutlich, in wie vielen Lebensbereichen sie mittlerweile Anwendung finden. Dies eröffnet zahlreiche Möglichkeiten, die nicht immer im Interesse der Verbraucher sind. Fitness-Apps und Wearables versprechen den Nutzern, sie gesünder und schlanker zu machen, indem sie Körper- und Fitnesswerte aufzeichnen. Damit kann man seinen persönlichen Fortschritt kontrollieren. Allerdings herrscht Unklarheit darüber, was anschließend mit den Daten passiert. Werden sie irgendwann gelöscht? Oder können sie in die Hände von Dritten fallen? Für Versicherungen, Banken und auch zukünftige Arbeitgeber könnte es nämlich interessant sein, zu wissen, wie sehr man auf seine Gesundheit achtet und wie fokussiert man seine Ziele verfolgt. Aus den verschiedenen Daten könnte ein individuelles Profil erstellt werden, woraus dann zum Beispiel geeignete Versicherungs- oder Kreditkonditionen ermittelt werden.

Wie Datenschutz in Zukunft aussehen muss

Dass so etwas mit persönlichen Daten passiert, möchte vermutlich niemand. Und noch ist es auch rechtlich nicht möglich. Warum sollte man sich also Gedanken darüber machen? Der Grund ist, dass eine größere Freizügigkeit von Gesundheits- und Fitnessdaten viele Möglichkeiten bietet, wovon auch der Nutzer profitiert. Zum Beispiel eignen sich diese Daten, um in der Medizin schnellere und bessere Diagnosen zu stellen. Es wird in Zukunft also wichtig sein, ein Gleichgewicht zwischen Forschungsinteressen und dem hinreichenden Schutz der Persönlichkeit zu finden.

Hören Google und Amazon uns ab?

Bei Sprachassistenten wie „Google Home“ oder „Alexa“ (Amazon) ist allerdings bereits mehrfach getestet worden, dass sie öfter zuhören, als sie sollen und auf dieser Basis auch deutlich mehr Daten sammeln können. Zur Aktivierung reicht es oft schon, ein ähnlich klingendes Wort, das keinen Zusammenhang mit dem Signalwort hat, zu sagen. Somit können wir kaum beeinflussen, was analysiert wird. Wer große Datenschutzbedenken hat, sollte Sprachassistenten also nicht nutzen. Für alle anderen können sie eine praktische und zukunftsweisende Hilfe im Alltag sein.

Bildquelle: © Amazon

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Michelle Kämpfer
Über den Autor
Michelle Kämpfer beschäftigt sich insbesondere mit der lokalen Startup-Szene mit Schwerpunkt auf der FinTech-Branche. Sie arbeitet seit 2018 bei auxmoney.