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Carsten Maschmeyer startet mit Start-Up Castingshow auf sat.1.
Veröffentlicht am 02 Mrz 2018

Carsten Maschmeyer startet mit Start-Up Castingshow auf sat.1

Veröffentlicht am 02 Mrz 2018
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Mitte März startet die dritte große Start-Up-Show im Deutschen Fernsehen. Nach „Die Höhle der Löwen“ auf VOX und der aktuell laufenden Sendung „Das Ding des Jahres“ auf ProSieben wird ab dem 21. März auf sat.1 die Gründershow „Start Up! Wer Deutschlands bester Gründer?“ zu sehen sein. Die Sendung soll den Weg der Kandidaten zeigen, wie sie eine bloße Idee weiterentwickeln, ein Unternehmen gründen und dieses schließlich aufbauen. Die Gesichter der Show sind Selfmade-Millionär, Investor und „Höhle der Löwen“-Juror Carsten Maschmeyer, sowie die Berliner Gründerin Lea Lange, die ihr Start-Up „Junique.de“, einen Onlinemarkt für Design und Kunst, großgemacht hat und immer noch führt. Gemeinsam mit den 14 Kandidaten gehen die beiden Hosts auf eine achtwöchige Reise, beginnend in Berlin mit weiteren Drehorten in Los Angeles und New York. Das Finale soll schließlich im Start-Up-Mekka Silicon Valley in Kalifornien stattfinden. Gemäß der achtwöchigen Reise wird die erste Staffel auch acht Folgen mit je 2 Stunden Sendezeit haben. Dem Castingshow-Format entsprechend wird jede Woche aussortiert bis am Ende nur noch ein Kandidat, der Sieger, übrigbleibt, der gemeinsam mit Carsten Maschmeyer und dem gewonnen Kapital sein Unternehmen aufbauen darf.

Schmaler Grat zwischen Unterhaltung und Inhalt

sat.1 möchte mit der neuen Gründershow den schmalen Grat zwischen Unterhaltung und fachlichem Inhalt beschreiten. Bisher kennen wir die „Höhle der Löwen“ als erstes und in der Szene anerkanntes Format, in dem Gründer mit ihren Unternehmen vor den Juroren um Investments pitchen. Das Gegenteil dazu ist das neue ProSieben Format „Das Ding des Jahres“, in der als Samstagabend-Unterhaltung Produkte vorgestellt werden, die dann von einer Jury hinsichtlich ihres Nutzens bewertet werden. Das eigentliche Unternehmen oder die Gründungsphase steht dabei nicht im Vordergrund. Letztere Nische möchte nun sat.1 mit der dritten großen Gründershow bedienen. Dabei möchte man das Modewort „Start-Up“ aber nicht nur benutzen, um auf der gegenwärtigen Hypewelle mitzuschwimmen. Trotzdem soll die Show als Unterhaltungsformat zur Primetime massentauglich und attraktiv für den Durchschnittsbürger sein. Wie bereits angesprochen, ein sehr schmaler Grat.

Castingshow für Gründer

Einzelheiten dürfen einen Monat vor Ausstrahlungsbeginn natürlich keine veröffentlicht werden, gegenüber Gründerszene.de haben die Hosts Maschmeyer und Lange aber schon das Konzept der Show näher erklärt. Demnach bewerben sich die Kandidaten mit einer Geschäfts- oder Produktidee und sollen dann im Laufe der Staffel durch verschiedene Coachings und eben Challenges, im echten Castingshow-Stil, zu Gründern gemacht werden. Die Aufgaben haben mal mehr und mal weniger mit der Unternehmensführung oder dem Gründen zu tun, schließlich soll der Unterhaltungsfaktor neben der fachlichen Expertise nicht zu kurz kommen. Die Kandidaten werden von Maschmeyer selbst und dem Expertenteam um ihn herum unterstützt, das für die Sendung, neben Lea Lange, aus Manager Klaus Schieble und dem Autor Matthew Mockridge, als Betreuer der Kandidaten, besteht. Matthew Mockridge scheint als Bruder von Entertainer Luke und Verfasser des Buches „Dein nächstes großes Ding. Gute Ideen aus dem Nichts entwickeln.“ prädestiniert für die Rolle des Kandidatenbetreuers. Klaus Schieble ist als Geschäftsführer der seed + speed Ventures einer der Frühphaseninvestoren der Maschmeyer Group und kennt sich in der gegenwärtigen Gründungsphase der Kandidaten bestens aus.

Sieger gewinnt Geld und Maschmeyer

Bis zum Finale wird sich der Sieger gegen etwa 2.000 Mitstreiter durchgesetzt haben und im großen Finale in Kalifornien den Gewinn entgegennehmen: ein Investment über eine Million Euro in das gegründete Unternehmen. Die Summe wird allerdings an Bedingungen geknüpft sein, schließlich erhält Maschmeyer im Gegenzug 49% des Sieger-Unternehmens. Die Gewinnregelung suggeriert, dass während der acht wöchigen Sendezeit also ein Unternehmen mit einer Bewertung von zwei Millionen Euro aufgebaut wurde. Der dramatische Höhepunkt der Sendung wird daher nicht das Finale selbst sein, sondern der gesamte Weg des Gründers, der nur mit einer Idee ein millionenschweres Unternehmen schafft.. Menschen sollen zu Gründern werden, aus einer Idee soll ein Unternehmen entstehen, so das Credo der Show.

Auf dem Weg dahin werden die Bewerber von den Expertenteams angeleitet. Wichtige Themen, wie die Kreation eines Firmenlogos, den richtigen Umgang mit Kunden und Präsentation vor diesen, sowie die rechtlichen und wissenschaftlichen Rahmenbedingungen und schließlich die Produktion eines Prototyps werden Inhalte der Challenges sein. Die Reise der Kandidaten zeigt also exemplarisch die Herausforderungen, die auf junge Unternehmer in der Gründungsphase zu kommen und wie man diese effizient bewältigen kann.

„Ich möchte mit dir kein Unternehmen gründen.“

Von diesem fachlichen Input geht es wieder in die andere Richtung, denn wie der Name „Challenges“ schon sagt, muss auch das Unterhaltungssegment bedient werden. In tiefen Coaching-Gesprächen wird Carsten Maschmeyer den Kandidaten selbst erklären warum sie ausscheiden, denn das Castingshow-System unter dem Namen „Wer wird Deutschlands bester Gründer?“ bringt mit sich, dass Woche für Woche sukzessive ausgesiebt wird. Auf die Spitze getrieben wird der Casting-Flair durch Maschmeyers Satz „Ich möchte mit dir kein Unternehmen gründen“. Der naheliegende Vergleich zu einer ProSieben-Sendung, in der das nächste Topmodel gesucht wird, sei angeblich nicht beabsichtigt. Allerdings gehen die Parallelen noch weiter, da die Kandidaten während der acht Wochen langen Drehzeit gemeinsam ein Haus bewohnen, zusammenleben müssen und für die Drehtage zu Locations in Los Angeles und New York reisen. Ein wenig abgekupfert wirkt das Casting Prinzip schon, die Hoffnung ist aber, dass sich ganz neue Szenarien ergeben, wenn sich eben ambitionierte Gründer statt der jungen Models ein Haus teilen.

Potentiale und Risiken

Tatsächlich trifft die neue sat.1-Show, zu mindestens dem Konzept nach, den freien Raum zwischen „Die Höhle der Löwen“ und „Das Ding des Jahres“. Neben dem Unterhaltungsaspekt, der zur Primetime definitiv vorhanden sein muss um die breite Masse mitzunehmen, sollen die fachspezifischen Gründerinhalte nicht zu kurz kommen. Trotz des wiederaufgegriffenen Start-Ups-Themas bringt das Format einen ganz neuen Twist in die Fernsehlandschaft: die Frühphasengründung. Kein bestehendes Unternehmen, das sich vergrößern will, kein Produkt, das in den Massenmarkt will, sondern nur eine Idee, die in ein Unternehmen umgesetzt werden soll. Die Produzenten müssen nur aufpassen, dass sie bei all den Stilmitteln nicht zu sehr in die Castingshow Schiene rutschen, schließlich ist die Zielgruppe bei einer Gründershow doch noch eine andere als bei den herkömmlichen Castingformaten, die man sonst so gewohnt ist.

Bildquelle: sat.1 / Claudius Pflug

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Marc Steppke
Über den Autor
Marc Steppke ist seit 2017 bei auxmoney. Neben aktuellen FinTech-News berichtet er über die internationale Wirtschafts- und Finanzbranche.