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Krypto-Newsflash 12.3.18
Veröffentlicht am 12 Mrz 2018

Krypto-Newsflash: Studie zu Handelsvolumen, PBOC und Kakao

Veröffentlicht am 12 Mrz 2018
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Eine Studie kommt zum Ergebnis, dass die Handelsvolumina von Kryptowährungen auf einigen großen Handelsplattformen zu einem großen Teil künstlich aufgebauscht werden, um eine hohe Liquidität vorzutäuschen. Außerdem: Die chinesische Zentralbank PBOC warnt erneut vor Kryptowährungen, doch die Formulierung erlaubt unterschiedliche Interpretationen. Ist eine staatliche Kryptowährung in China geplant? Und: Die südkoreanische Kommunikations-App Kakao plant offenbar die Integration virtueller Währungen in alle Services des Unternehmens. Auch ein ICO sei angedacht.

Ergebnis einer Studie: Sind die Angaben zum Handelsvolumen auf großen Handelsplattformen nur Fake?

Ein weitgehend unregulierter Markt wie der für Kryptowährungen läuft immer Gefahr, Opfer von Manipulationen zu werden. Welches Ausmaß diese annehmen können, hat der Krypto-Trader Sylvain Ribes nun beinahe zufällig herausgefunden. Bei Nachforschungen zu Liquiditätsunterschieden zwischen verschiedenen Coins stellte Ribes Auffälligkeiten zwischen den unterschiedlichen Plattformen fest. Seine privat durchgeführte Studie kommt zum Ergebnis, dass große Handelsplattformen für Kryptowährungen ihre Handelsvolumina massiv künstlich aufpumpen. Vor allem die chinesischen Anbieter OKex und Huobi.Pro werden von der Studie in ein negatives Licht gerückt.

Die Berechnungen Ribes‘ basieren auf den Unterschieden zwischen den mittleren Marktpreisen und dem niedrigsten Angebot, das dem Autor der Studie für Transaktionen in einer Größenordnung von 20.000 bis 50.000 US-Dollar angezeigt wurden. Daraus wurde wiederum ein sogenannter „Slippage“-Wert errechnet, der die Liquidität der untersuchten Krypto-Paare auf den jeweiligen Plattformen zum Ausdruck bringen soll. Auf den Ergebnissen aufbauend deduziert Ribes, dass das tatsächliche Handelsvolumen auf OKex über 90 Prozent und das auf Huobi.Pro über 80 Prozent unter dem von den Unternehmen angegebenen Wert liegen müsse. Dies wäre eine exorbitante Falschdarstellung und würde den Rang der beiden Unternehmen, die nach Handelsvolumen auf dem ersten respektive vierten Platz im weltenweiten Ranking liegen, massiv relativieren. Allerdings gibt Ribes selbst zu bedenken, dass seine Studie keinerlei Fehlerkorrekturmechanismen enthält. Außerdem basierten die Ergebnisse nur auf Daten aus einem Zeitraum von 24 Stunden. Allerdings hat sich der CEO von Binance, der derzeit zweitgrößten Krypto-Handelsplattform, über Twitter positiv zur Studie geäußert, obwohl auch die Angaben von Binance in ihr in Zweifel gezogen werden.

In jedem Fall sollten die Ergebnisse der Studie kritisch hinterfragt werden. Sie geben jedoch interessante Denkanstöße und viele gute Hinweise darauf, dass im Bereich der Handelsplattformen einige Anbieter auf manipulierte Handelsvolumina setzen, um ein höheres Maß an Liquidität vorzutäuschen.

Kritik an Kryptowährungen und ICOs von der PBOC – Bleibt eine Hintertür für den staatlichen China-Coin bestehen?

Dass die People’s Bank of China (PBOC), die chinesische Zentralbank, nicht gerade positiv gegenüber Kryptowährungen und ICOs eingestellt ist, ist schon länger bekannt. So gesehen überrascht die neuerliche Kritik des Direktors der Bank, Zhou Xiaochuan, überhaupt nicht. Glaubt man den übersetzten Aussagen, ist der Tenor weiterhin sehr ähnlich wie zuvor. Zusammengefasst: Die PBOC erkennt keine Kryptowährungen an, sieht sie als gefährliche Spekulationsanlage und möchte sie weiter regulieren. Dies ist der unspannende Teil seiner Aussagen.

Spannender sind folgende Passagen: Zhou sehe digitale Währung als „technologisch unvermeidlich“, allerdings hätten sich die jetzigen Kryptowährungen zu sehr von den Idealen der Bequemlichkeit entfernt und seien zu einem reinen Spekulationsobjekt verkommen. Zhou selbst hoffe darauf, dass offizielle Stellen bei weiterer Forschung zum Thema zusammenarbeiten würden. Einige Beobachter interpretieren diese Aussagen so, dass die PBOC an einer staatlichen Kryptowährung arbeite, wie es in der Vergangenheit bereits öfter aus verschiedenen Kreisen zu hören war. Es ist allerdings zweifelhaft, ob dies in diesem Fall wirklich dem entspricht, was Zhou ausdrücken wollte. Unmöglich ist es jedoch nicht.

Kakao plant Integration von Kryptowährung

Kakao, das südkoreanische Unternehmen, das hinter verschiedenen Apps und Services wie dem Messenger Kakaotalk steht, möchte sich einem Bericht nach, der sich wiederum auf verschiedene Quellen stützt, weiter für Kryptowährungen öffnen. Mit UpBit kontrolliert Kakao bereits eine der erfolgreichsten Handelsplattformen für virtuelle Währungen auf der Welt. Nun möchte das Unternehmen anscheinend Kryptowährungen für Zahlungsvorgänge über alle Dienste des Anbieters hinweg anbieten. Auch ein ICO stehe im Raum. Dieses müsste allerdings in einem anderen Land stattfinden, da es nach der derzeitigen Rechtslage in Südkorea nicht möglich wäre. Die Plattform könnte im Rahmen eines ICO eine eigene Kryptowährung (wie etwa den „Kakao Coin“) für die Zahlung in den Apps des Unternehmens anbieten.

Bildquelle: Shutterstock

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Gerrit Neumann
Über den Autor
Gerrit Neumann schreibt seit November 2017 für den Finanzpiloten und ist auf den Bereich Kryptowährung und Finanzen spezialisiert.