auxmoney Finanzpilot

Das Magazin für FinTech- & Finanznews

deutschland für hochqualifizierte fachkräfte aus dem ausland mittelmäßig attraktiv
Veröffentlicht am 30 Dez 2019

Deutschland ist für hochqualifizierte Fachkräfte nur mittelmäßig attraktiv

Veröffentlicht am 30 Dez 2019
Von:
Kommentare: Aus

Qualifizierte Fachkräfte sind maßgeblich für eine funktionierende Volkswirtschaft. Um den Bedarf zu decken, werden auch Zuwanderer aus dem Ausland immer wichtiger. Die Bertelsmann Stiftung hat in einer Studie die Rahmenbedingungen in verschiedenen Ländern bewertet. Welche Länder sind für ausländische Fachkräfte am attraktivsten und wie schneidet Deutschland ab?

Masterabsolventen mit schlechten Perspektiven konfrontiert

Bei Akademikern mit einem Masterabschluss belegt Deutschland lediglich Platz 12 von 35 und ist somit nur bedingt attraktiv. Am besten werden Australien, Schweden und die Schweiz bewertet. Punkten kann Deutschland beim Kompetenzumfeld. Darunter fallen der Zugang zum Internet, Englischkenntnisse und die Ausgaben für Forschung und Entwicklung. Großen Nachholbedarf gibt es jedoch bei den beruflichen Chancen. Denn obwohl die Arbeitsmarktsituation in Deutschland gut ist, liegt die Arbeitslosigkeit von zugewanderten Fachkräften über dem OECD-Durchschnitt.
Der Grund: Abschlüsse aus dem Ausland werden oft nicht anerkannt, vor allem bei Nicht-EU Bürgern. Bis man jedoch weiß, ob der Anschluss anerkannt wird oder nicht, muss man einen zeitaufwendigen und komplizierten Prozess durchlaufen. Das in diesem Jahr verabschiedete Fachkräfteeinwanderungsgesetz dürfte den Vorgang zwar etwas vereinfachen, doch die Attraktivität und Wettbewerbsfähigkeit werden trotzdem einschränkt. Denn in anderen Ländern kommt es oft nur auf das Bildungsniveau oder auf im Beruf erlernte Kompetenzen an, was weniger Bürokratie erfordert.

Relativ gute Voraussetzungen für Unternehmer und Studierende

Etwas besser ist die Situation für Unternehmer und Gründer aus dem Ausland. Hier belegt Deutschland Platz 6 hinter Ländern wie Kanada, Neuseeland und der Schweiz. Das Einkommen wird von dieser Gruppe besonders positiv bewertet. Wie bei den Akademikern, stellen die beruflichen Chancen dort das größte Problem dar.
Besonders gut schneidet Deutschland bei internationalen Studierenden ab. Auffällig ist, dass Studierende die beruflichen Chancen und ihre Einkommenssituation deutlich besser bewerten als Fachkräfte aus dem Ausland, die bereits einen Abschluss in der Tasche haben. Dazu tragen die vergleichsweise niedrigen Studiengebühren und die vielfältigen Möglichkeiten bei, neben dem Studium einen Nebenjob auszuüben. Das führt dazu, dass Deutschland hinter der Schweiz und Norwegen auf Platz 3 landet.

Fazit: In Deutschland gibt es Verbesserungspotenzial

Vor allem die Anerkennung von Abschlüssen stellt in Deutschland ein Problem dar, das es in vielen anderen Ländern nicht gibt. Dies beeinträchtigt die beruflichen Chancen und somit die Attraktivität des Landes für hochqualifizierte Fachkräfte. Unternehmer und Studierende haben dieses Problem eher nicht, wodurch Deutschland bei diesen Gruppen besser abschneidet.

Bildquelle: shutterstock.com

auxmoney Banner
Michelle Kämpfer
Über den Autor
Michelle Kämpfer beschäftigt sich insbesondere mit der lokalen Startup-Szene mit Schwerpunkt auf der FinTech-Branche. Sie arbeitet seit 2018 bei auxmoney.