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Wird Coinbase offiziell zur Maklerfirma?
Veröffentlicht am 09 Apr 2018

Stellt Coinbase Antrag auf Brokerage-Registrierung bei der SEC?

Veröffentlicht am 09 Apr 2018
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Laut Informationen des Wall Street Journals eruiert Coinbase, eines der größten Unternehmen für den Kauf und Verkauf von Kryptowährungen, eine offizielle Registrierung bei der US-amerikanischen SEC als Maklerfirma. Die Entscheidung könnte einen wegweisenden Charakter für ähnliche Services und Handelsplattformen haben.

Wird Coinbase offiziell zur Maklerfirma?

Dem Bericht des Wall Street Journals nach, der auch von Business Insider aufgenommen wurde, befindet sich Coinbase derzeit in Gesprächen mit der Securities and Exchange Commission (SEC) über eine künftige Registrierung als Maklerfirma. Die SEC ist in den USA für die Regulierung und Überwachung von Maklerfirmen und Geldanlage-Produkten zuständig. Der Status von Kryptowährungen ist dabei immer noch nicht einwandfrei rechtlich geklärt, was oft als einer der Hauptgründe dafür genannt wird, warum institutionelle Investoren bisher das Geschäft mit den digitalen Währungen scheuen.

Als Maklerfirma (engl. „Brokerage“) könnte Coinbase künftig auch solche Coins und Tokens für den Handel anbieten, die von der SEC als „Security“ bzw. Geldanlage bewertet werden. Die Frage, ob Kryptowährungen als ebensolche „Securities“ bzw. als Geldanlage, gewertet werden müssen, ist eines der größten Probleme im Zusammenhang mit Krypto-Regulierung in den USA. Im Prinzip müsste diese Entscheidung bei jedem Coin einzeln gefällt werden. Securitys fallen unter die Regulierung der SEC, der sich die allermeisten Kryptowährungen bisher entzogen haben. Im Fall, dass die SEC Krypto-Anlagen offiziell als Geldanlage ansieht, müssten sich Handelsplattformen wie auch Anleger auf deutlich schärfere Regulierungen einstellen. Krypto-Handelsplattformen sind in vielen Ländern bislang noch keiner umfassenden Regulierung unterworfen, wobei in vielen Staaten der Welt aktiv an Lösungen zu diesem Problem gearbeitet wird wie eben auch in den USA. Ende letzter Woche erst hatte sich der SEC-Vorsitzende Clayton zur Einordnung von ICOs geäußert, bei denen die Problematik sehr ähnlich aussieht.

Entscheidung könnte für die Branche richtungsweisend sein

Sollten die Informationen tatsächlich stimmen und Coinbase wirklich einen Antrag auf die Registrierung als Maklerfirma stellen, der von der SEC dann auch angenommen wird, könnte dies große Auswirkungen auf den gesamten Markt haben. Zwar würde eine solche Entscheidung keine direkten Konsequenzen haben, doch erscheint plausibel, dass sich der Druck auf andere Handelsplattformen erhöhen würde, sich ebenfalls registrieren zulassen, zumal viele Beobachter davon ausgehen, dass am Ende sehr viel Kryptowährungen von der SEC als Geldanlage eingestuft werden könnten.

Das Thema Regulierung wird bei vielen Krypto-Anhängern kritisch gesehen, da die dezentrale Organisation der Blockchains, auf denen Kryptowährungen basieren, oft als entscheidender Vorzug der Technologie gewertet wird, da Kryptowährungen aufgrund dieses Prinzips in der Theorie nur sehr schwer durch gesteuerte Interessen manipuliert werden können. Die bislang oft nur mangelhafte Regulierung durch staatliche Behörden führt jedoch zu anderen Problemen wie Steuerhinterziehung und Geldwäsche, weshalb eine umfassende Regulierung von den meisten Beobachtern nur als Frage der Zeit gewertet wird. In Deutschland gibt es bislang jedoch noch keine konkret offengelegten Pläne dieser Art, wobei die Bundesregierung zusammen mit anderen Ländern auf eine einheitliche Regulierung auf dem G20-Gipfel 2018 drängt.

Bildquelle: Shutterstock

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Gerrit Neumann
Über den Autor
Gerrit Neumann schreibt seit November 2017 für den Finanzpiloten und ist auf den Bereich Kryptowährung und Finanzen spezialisiert.