Optionsscheine – einfach erklärt

Optionsscheine, auch Warrants genannt, sind Wertpapiere. Sie werden heute zumeist nicht mehr in Form effektiver Zertifikate begeben, sondern als Sammelurkunden hinterlegt und weisen recht unterschiedliche Ausstattungsmerkmale auf. Die genauen Spezifikationen schreibt der Emittent – oftmals eine Geschäftsbank oder ein Broker-Haus – in den Optionsbedingungen fest. Diese geben insbesondere Aufschluss über Basiswert und Basispreis, Optionsrecht-Typ (europäisch oder amerikanisch), Bezugsverhältnis (Optionsverhältnis), Laufzeit (Optionsfrist) oder Restlaufzeit sowie besondere Merkmale wie zum Beispiel eine „Geld-zurück-Garantie“, und werden jedermann in Form eines Verkaufsprospektes kostenlos zur Verfügung gestellt.

Seit wann gibt es Optionsscheine?

Derivate wie Optionen und Optionsscheine gibt es schon lange. Bereits in der Antike wurden Termingeschäfte auf beispielsweise Gewürze oder Textilien abgeschlossen. Und auch wenn man den Rest der Geschichte betrachtet – Derivate sind eine Handelsart, die einem immer wieder begegnet.

Das erste deutsche Unternehmen, das einen Optionsschein herausbrachte, war 1925 die Karstadt AG. Dieser Optionsschein wurde allerdings nicht an der Deutschen Börse, sondern an der NYSE herausgebracht.
Im Jahr 1999 wurde an der Stuttgarter Börse das Handelssegment EUWAX für verbriefte Derivate gegründet, was für eine steigende Beliebtheit von Optionen und Optionsscheinen in Deutschland sorgte. Heutzutage werden mehr als 25.000 Optionsscheine an deutschen Börsen gelistet.

Eine Erklärung der Preisbildung bei Optionsscheinen

Optionsscheine können auf verschiedene Werte ausgegeben werden. Oft beziehen sich Warrants auf Aktien oder einen Aktienindex (z. B. den DAX). Eine weitere Möglichkeit sind Optionen auf Rohstoffe wie Gold und Silber, aber auch andere Metalle oder Öl.
Die Kurse werden dabei von einem „market-maker“ festgelegt. Oft handelt es sich dabei direkt um den Emittenten, also das Finanzinstitut, das den Optionsschein ausgegeben hat. Der Kurs orientiert sich am sogenannten „underlying“.

Die Basiswerte werden also zu einem festgelegten Preis veräußert. Diesen nennt man Basispreis oder „Strike“. Von diesem Basispreis hängt der spätere Preis des Optionsscheins ab. Je höher der Basispreis, desto niedriger (beim Call) oder teurer (beim Put) ist der Optionsschein.

Der Zeitpunkt des Handels ist oft auch entscheidend für den Preis. Denn dieser hängt oft stark von der Volatilität und der Restlaufzeit des Optionsscheins ab.

Die sogenannte Volatilität spielt eine entscheidende Rolle. Die Volatilität beschreibt ein Maß für Schwankungen eines Wertpapiers. Da diese Kursbewegungen Gewinn und Verlust an der Börse stark beeinflussen, ist ein solcher Wert auch bei Optionsscheinen ein wichtiger Einflussfaktor. Eine hohe Volatilität bedeutet dabei, dass ein Kurs stark schwankt. Und je höher die zu erwartende Schwankung, desto besser sind für Anleger die Chancen auf einen Gewinn bei Optionsscheinen. Daher hängt der hohe Preis eines Optionsscheins nicht selten mit seiner hohen Volatilität zusammen.

Auch die Restlaufzeit einer Option ist wichtig für den Preis. Denn je niedriger diese ist, desto niedriger ist auch die Wahrscheinlichkeit, dass der Kurs des Basiswerts in dieser Zeit starken Schwankungen ausgesetzt ist.

Ein weiterer Faktor, der die Preisbildung beeinflusst, ist das Optionsrecht. Wenn es beim Kurs zweier Optionsscheine eine deutliche Abweichung gibt, obwohl diese Optionsscheine mit gleichem Basispreis und identischer Laufzeit ausgezeichnet sind, dann kann das am unterschiedlichen Ausübungsrecht liegen.

Das Bezugsverhältnis und der Hebeleffekt bei Optionsscheinen

Das Bezugsverhältnis beschreibt auf wie viele Einheiten des Basiswerts sich ein Optionsschein bezieht. Oft werden nur Bruchteile des Basiswerts – beispielsweise einer Aktie – gekauft, weshalb auch mit kleinen Summen gehandelt werden kann.
Liegt das Bezugsverhältnis beispielsweise bei 0,1 und der Basispreis des Basiswerts bei 25 Euro, dann bekommt der Anleger bei einer Preissteigerung von 5 Euro am Ende 50 Cent gutgeschrieben. Das beträgt ein Zehntel der Preisdifferenz.

Auf dem Bezugsverhältnis basiert auch der sogenannte Hebeleffekt. Durch die Nutzung von Optionsscheinen als Geldanlage muss nur ein Bruchteil so viel Geld investiert werden wie bei einem Direktinvestment. Der Hebel errechnet sich aus dem Kurs des Basiswerts, dem Bezugsverhältnis und dem Kurs des Optionsscheins.

Layout Briefing: Die folgende Musterrechnung könnte in einem farblich hervorgehobenen Kasten dargestellt werden.

Basiswertkurs x Bezugsverhältnis ÷ Optionsscheinkurs = Hebel

Wer gibt Optionsscheine aus und wo kann man sie kaufen?

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Optionsscheine werden in den meisten Fällen von Finanzinstituten zum Handeln ausgegeben. Gekauft werden können sie sowohl über die Börse als auch über den außerbörslichen Handel, teilweise sogar direkt beim Emissionshaus.

Amerikanisches oder europäisches Optionsrecht

Bei Optionsscheinen gilt das Recht, eine festgelegte Anzahl von Aktien, Rohstoffen oder Währungen innerhalb eines bestimmten Zeitraums zu einem bestimmten Preis zu kaufen oder zu veräußern. Beim amerikanischen Optionsrecht kann der Anleger das Optionsrecht während der gesamten Laufzeit des Optionsscheins wahrnehmen. Durch diesen Vorteil steigt der Kurs des betroffenen Optionsscheins möglicherweise an. Wird ein Optionsschein von einem Emittenten, der das europäische Optionsrecht nutzt, ausgegeben, dann kann der Anleger nur bis zu einem bestimmten Fälligkeitstag davon Gebrauch machen. Das schränkt die Handlungsfreiheit des Anlegers ein, weshalb solch ein Optionsschein oftmals günstiger ist.

In der Regel sind die meisten Optionsscheine, die man an der Deutschen Börse findet, jedoch mit dem amerikanischen Optionsrecht ausgezeichnet.

Klassifizierung von Optionsscheinen – Welche Optionsscheine gibt es?

Optionsscheine lassen sich mithilfe der Kriterien „Basiswert (Underlying)“, „Struktur“, „Emissionsform“ und „Unterlegung“ klassifizieren. Es gibt zahlreiche Optionsscheinvarianten, einige der bekanntesten sind:

  • Plain-Vanilla Optionsscheine
  • Korboptionsscheine
  • Range Optionsscheine
  • Power Optionsscheine
  • Ladder Optionsscheine
  • Barrier Optionsscheine

Optionsscheine nach dem Underlying (Basiswert)

Die Underlyings für Optionsscheine waren zunächst überwiegend Aktien. So emittierten große US-amerikanische Aktiengesellschaften bereits in den 20er-Jahren sogenannte Stock-Option Warrants, die die Inhaber berechtigten, innerhalb einer bestimmten Frist und zu einem vorher festgelegten Preis eine oder mehrere Aktien der jeweiligen Gesellschaft zu erwerben. Heutzutage laufen sowohl Call- als auch Put-Optionsscheine um. Sie beziehen sich auf verschiedene Basiswerte. Die wichtigsten zugrunde liegenden Finanzobjekte sind Aktien und Indizes (Aktien-, Indexscheine), Zinssätze bzw. konkrete Anleihen (Zinsscheine) sowie Währungen (Währungsscheine) und Derivate (Scheine auf Derivate).

Zinsscheine (Struktur)

Im Vergleich zu anderen Scheinen weisen Zinsscheine eine Besonderheit auf. Sie können sowohl auf Anleihen als auch auf Zinssätzen basieren. Im Falle von Anleihen ist der Strike Price ein Kurs, und der Innere Wert ergibt sich als Differenz aus Kurs und Basispreis. Genau wie beispielsweise bei Aktien- oder Devisenoptionen hofft der Käufer eines Calls daher auf steigende, der Käufer eines Puts hingegen auf sinkende Kurse. Mit anderen Worten: Call-Käufer erwarten einen Zinsrückgang und Put-Käufer einen Zinsanstieg, was auf die inverse Beziehung zwischen Zinsniveau und Kursen zurückzuführen ist.

Bei Scheinen, die auf Zinssätzen basieren, ist es im Grunde genommen genauso. Der Call-Anleger profitiert von sinkenden Zinssätzen der Put-Käufer jedoch von steigenden. Da den Scheinen aber ein Zinssatz und kein Kurs zugrunde liegt, hat ein Call genau dann einen Inneren Wert, wenn der Zinssatz am Ausübungstag unterhalb des Basissatzes liegt, und ein Put, sofern das Gegenteil zutrifft. Das Merkwürdige an Optionsscheinen auf Zinssätze ist folglich, dass der Erwerber einer Kaufoption (Verkaufsoption) mit einem fallenden (steigenden) Wert des Underlyings rechnet. Es ist jedoch zu bedenken, dass der Käufer eines „Zinssatz-Calls“ insgeheim genau wie der Käufer eines „Anleihe-Calls“ auf steigende Kurse setzt, die wiederum durch sinkende Zinsen hervorgerufen werden.

H3: Korboptionsscheine

Liegt einem Optionsschein nicht eine einzige Aktie, Anleihe oder etwa Währung zugrunde, sondern eine Vielzahl ähnlicher Basiswerte wie zehn verschiedene Aktientitel aus der Automobilbranche oder fünf unterschiedliche Währungen, so spricht man auch von einem Korboptionsschein oder Basket Warrant.

Plain-Vanilla versus exotische Optionsscheine (Struktur)

Warrants mit gleichartigem Underlying, beispielsweise Aktien-, Währungs- oder Indexscheine, sind entweder „plain-vanilla“ oder „exotisch“. Plain-Vanilla-Scheine verbriefen schlichtweg das Recht zum Kauf oder Verkauf des Underlyings, in den allermeisten Fällen erfolgt ein Cash-Settlement. Die Ausgestaltung exotischer Scheine weicht mitunter erheblich von der Konstruktion der Plain-Vanilla-Scheine ab. Exoten weisen etwa einen überproportionalen Hebel auf oder verfallen bei Überschreiten einer gewissen Kursschwelle wertlos. Die Prämien bilden sich je nach Verteilung der Chancen und Risiken verständlicherweise anders als bei Plain-Vanillas. Gegenüber einfach strukturierten Scheinen können sie möglicherweise höher oder auch geringer ausfallen.

Klassische versus nackte Optionsscheine (Emissionsform)

Warrants sind entweder Bestandteil eines anderen Wertpapiers, etwa einer Anleihe, eines Genussscheins oder einer Aktie („klassische Scheine“) oder aber Titel, die von vornherein ohne ein anderes Wertpapier, also quasi „nackt“, begeben werden. Für sie ist die Bezeichnung „nackte“ Optionsscheine geläufig.

Klassische Scheine verbriefen immer das Recht, ein Finanzobjekt innerhalb eines bestimmten Zeitraumes der Bezugsfrist zu einem festgeschriebenen Preis dem Bezugspreis zu erwerben. Sie sind daher niemals Puts. Das Bezugsrecht gilt vorwiegend für Wertpapiere und wird von Aktiengesellschaften gewährt, um Anleiheemissionen attraktiver zu gestalten beziehungsweise Fremdkapital zu günstigeren Konditionen aufbringen zu können. Die zugrunde liegenden Wertpapiere stammen zumeist von der ausgebenden Gesellschaft selbst. Die Ausübung eines klassischen Optionsscheins auf Aktien oder Anleihen führt grundsätzlich zu einer veränderten Kapitalstruktur des Emittenten, im Falle eines Aktienscheins erhöht sich das Eigenkapital und im Falle eines Anleihescheins das Fremdkapital. Deutsche Aktiengesellschaften dürfen Scheine zum Bezug von Aktien daher ausschließlich im Rahmen einer bedingten Kapitalerhöhung emittieren. Die Zustimmung der Anteilseigner ist folglich immer erforderlich.

Nackte Optionsscheine stellen heute die größere Gruppe der Warrants dar. Sie beurkunden sowohl Kauf- als auch Verkaufsoptionen. Die Finanzobjekte laufen im Ausgabezeitpunkt der Scheine bereits um, sodass etwa die Ausübung eines nackten Aktien-Call-Scheins nicht zu einer Erhöhung des Grundkapitals der betreffenden AG führt. Dieser Aspekt ist letztendlich zu vernachlässigen, da die Emissionsbedingungen nackter Optionsschein generell ein Cash Settlement vorsehen.

Gedeckte versus ungedeckte Optionsscheine (Unterlegung)

Besitzt der Schreiber eines nackten Optionsschein das Finanzobjekt während der Laufzeit des Scheins, so spricht man auch von einem gedeckten Optionsschein oder Covered Warrant. Grundsätzlich können all diejenigen nackten Optionsscheine, die sich auf konkrete Vermögensgegenstände, etwa Aktien oder Anleihen beziehen, als Covered Warrants begeben werden. Der Begriff findet jedoch im Allgemeinen nur im Zusammenhang mit nackten Aktienscheinen Verwendung.

Die Emissionen gedeckter Aktienscheine ist insbesondere für Versicherungs- und Kapitalanlagegesellschaften interessant. Diese verfügen gemeinhin über umfangreiche Wertpapierbestände und können durch den Verkauf der Optionsscheine zusätzliche Finanzierungsquellen erschließen, und zwar insbesondere dann, wenn mit einer Ausübung nicht zu rechnen ist.

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