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Ist die Bitcoin-Blase geplatzt?
Veröffentlicht am 05 Feb 2018

China verbietet Krypto-Handel: Ist der Bitcoin am Ende?

Veröffentlicht am 05 Feb 2018
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Der South China Morning Post nach plant China, den Handel mit Kryptowährungen im Land nun komplett zu verbieten. Bis dato war dieser noch über ausländische Plattformen möglich. Der Bitcoin und der gesamte Krypto-Markt befinden sich nach dieser Ankündigung bereits wieder im freien Fall.

China greift durch: Wird der komplette Krypto-Handel verboten?

„Um finanzielle Risiken zu vermeiden, wird China seine Maßnahmen verstärken, jegliche Onshore- und Offshore-Plattformen für den Handel mit virtuellen Währungen oder ICOs zu entfernen.“ So liest sich der entscheidende Satz in der Meldung der South China Morning Post. Diese zitiert dabei nach eigenen Angaben wiederum die Financial News, welche eng mit der chinesischen Zentralbank verknüpft ist. Sollte die Meldung der Wahrheit entsprechen und das Zitat richtig wiedergegeben sein, worauf anderweitige Aussagen hochrangiger chinesischer Offizieller hindeuten, würde dies mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit umfassende Umbrüche für den Krypto-Markt bedeuten.

Chinas Bevölkerung ist einer der entscheidenden Treiber für die Preisentwicklung des Bitcoin und anderer Kryptowährungen. Würde das Land komplett vom Markt abgeschnitten werden, wären die Folgen wohl verheerend. Schon jetzt geht China gezielt gegen Kryptowährungen vor. Die bisherigen Maßnahmen waren dabei jedes Mal mit starken Kursverlusten verbunden. Es ist damit zu rechnen, dass es im Vorfeld eines kompletten Handelsverbots in der Region zu panikartigen Verkäufen kommt. Ein Blick auf die aktuellen Kurse würde dies belegen, denn diese befinden sich derzeit wieder im freien Fall.

Nächster Rückschlag für den Bitcoin: Ist das Ende der Blase nahe?

Bitcoin & Co. ächzen im Moment wieder unter massiven Kursverlusten. Schon Ende letzter Woche hatte es massive Abwertungen für Kryptowährungen gehagelt, die auf eine Vielzahl an Negativschlagzeilen zurückzuführen waren. Der Bitcoin-Kurs fiel in der Folge kurzzeitig auf unter 8000 Dollar – so niedrig wie zuletzt im November! Auch jetzt hat der Bitcoin diese Marke wieder unterschritten. Tendenz: sinkend. Wenig überraschend sind auch praktisch alle anderen Kryptowährungen von der Abwärtsbewegung getroffen. Fast über die gesamte Bandbreite bestimmen rote Zahlen das Bild. Es stellt sich die Frage: Ist der Bitcoin am Ende? Ist die Blase nun geplatzt?

Die meisten Marktbeobachter und Analysten sprechen bereits seit Wochen von einer Blase und einer massiven Überbewertung von Kryptowährungen. Tatsächlich scheinen die sprunghaften Kursanstiege, die Ende 2017 dem Bitcoin und dem Kryptomarkt generell ein hohes Maß an Aufmerksamkeit beschert hatten, zu schnell und zu stark für eine nachhaltige Entwicklung. Am Ende wurde daher sogar der Zweck und Nutzen des Bitcoin selbst in Frage gestellt, da er sich als Zahlungsmittel kaum noch anbot und immer weniger Händler die Währung für Zahlungsvorgänge unterstützten. So gesehen könnte eine Abkühlung dem Bitcoin und Kryptowährungen als Konzept sogar dienlich sein. Eine Kurskorrektur, so heftig sie auch ausfällt, dürfte keinen Einfluss auf die Zukunftsfähigkeit virtueller Währungen an sich haben, auch wenn dies viele Anleger wohl kaum trösten dürfte. Am Ende wird sich der Kurs wieder auf einen bestimmten Wert über null einpendeln. Damit mag die Blase womöglich geplatzt sein, aber verschwinden werden Bitcoin & Co. sicherlich nicht. Da es so schwer einzuschätzen ist, wie viel Geld ein Bitcoin, ein Ether, ein Ripple etc. wirklich „wert“ ist, ist auch eine Prognose der Kurse aber so gut wie unmöglich.

Für die Zukunft von Kryptowährungen viel interessanter als die eigentlichen Kurse sind vielmehr die Gründe hinter den jüngsten Abstürzen. Diese lassen sich im Prinzip allesamt unter dem Lemma „staatliche Kontrolle“ zusammenfassen und genau diese dürfte den virtuellen Währungen letztlich am gefährlichsten werden. Am Beispiel China wird sehr klar deutlich, dass die Politik einen großen Einfluss auf das Schicksal des Bitcoin hat und diesen im Extremfall sogar zum Tode verdammen könnte.

Der einzige „Gewinner“: Ist Tether ein Instrument zur Marktmanipulation?

Wer sich die Kurse der nach Marktkapitalisierung größten Kryptowährungen ansieht, sieht inmitten der stark negativen Kurszahlen eine Anomalie: Tether. Die Kryptowährung, die im Verhältnis 1:1 an den US-Dollar gekoppelt ist, ist aufgrund ihres einzigartigen Prinzips gegen jegliche äußere Einflüsse auf den Kryptomarkt praktisch immun. Allerdings hat Tether gerade mit seinem eigenen Skandal zu kämpfen: Offenbar ermittelt die US-amerikanische Finanzaufsicht gegen die Personen hinter Tether, da die Währung nicht komplett gedeckt sei. Würden alle Anleger ihre Tether in Dollar umtauschen, gäbe es also nicht genug Kapital. Laut der Paradise-Papers steht die Krypto-Handelsplattform Bitfinex hinter der Währung. Diese sieht sich zusätzlich mit Gerüchten konfrontiert, dass sie Tether genutzt habe, um Stützkäufe des Bitcoin durchzuführen. Durch das hohe Medieninteresse, angetrieben durch hohe Kurse, waren Handelsplattformen wie Bitfinex die klaren Gewinner des Hypes. Ob an den Gerüchten etwas dran ist, ist allerdings ebenso unklar wie die Stichhaltigkeit der neuesten Behauptungen.

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Gerrit Neumann
Über den Autor
Gerrit Neumann schreibt seit November 2017 für den Finanzpiloten und ist auf den Bereich Kryptowährung und Finanzen spezialisiert.