Abtretung einer Forderung - auxmoney Finanzlexikon

Abtretung einer Forderung

Abtretung einer Forderung – Bedeutung

Die Forderungen gegenüber Kunden, Lieferanten und anderen Personen sind eine der wichtigsten Währungen für den Alltag im Handel. Eine Forderung ist zwar noch kein Bargeld oder Guthaben auf dem Konto, in vielen Fällen aber trotzdem sehr viel wert. Selbst dann, wenn es Schwierigkeiten gibt, die Forderung einzutreiben, kann diese nämlich noch für den Handel genutzt werden. Das Abtreten einer Forderung kann nämlich sowohl als Sicherheit genutzt werden aber auch um sich das lange Mahnverfahren zu sparen. Die Forderungsabtretung ist durch das BGB gesetzlich geregelt.

Wie funktioniert die Abtretung einer Forderung?

Bei der Abtretung einer Forderung werden noch offene Forderungen gegenüber einem Kunden oder Lieferanten an eine andere Partei weitergegeben oder "abgetreten". Wie dies genau passiert, ist immer unmittelbar zwischen den verschiedenen Parteien zu entscheiden. Die Person oder die Institution, die Ziel der Forderung ist, hat dabei kein direktes Mitspracherecht darüber, ob die Forderung an eine andere Person oder Institution abgegeben wird. Meist geschieht dies zudem in Form eines Mahnverfahrens. Der Gläubiger kann seine Forderung an ein Inkassounternehmen abgeben, die dafür eine feste Summe bezahlen und sich um die Eintreibung der offenen Posten bemühen. Der ursprüngliche Gläubiger verliert dabei sein Anrecht und steht in keiner direkten Verbindung mit seinem Schuldner.

Die Forderung als Sicherheit bei Darlehen nutzen

Nicht immer ist die Abtretung einer Forderung auch automatisch mit einem Verkauf der Forderung verbunden. In vielen Fällen werden die offenen Forderungen auch als Sicherheit bei der Gewährung von Darlehen bei einer anderen Stelle genutzt. Banken nutzen zum Beispiel langfristige Forderungen und die Ansprüche darauf, um ein Darlehen auf Geschäftsebene abzusichern. Selbst beim Lieferantenkredit ist die Abtretung einer Forderung aber möglich. Bereits im Vertrag kann festgelegt sein, dass bei einer nicht pünktlichen Zahlung des Darlehens und des Zins die Forderung, die aus der Veräußerung der Waren entsteht, als Eigentum des Darlehensgebers bereitzuhalten ist. Damit sichert sich die Partei ab, die den Lieferantenkredit vergibt und hat somit einen zusätzlichen Schutz vor einem eventuellen Ausfall der Zahlung.

Die Abtretung einer Forderung ist also in der heutigen Zeit und besonders beim Kontakt zwischen Unternehmen und Kaufleuten eine beliebte Form, um entweder eine zusätzliche Sicherheit zu erhalten oder im Falle eines Zahlungsverzugs nicht komplett auf die Forderung verzichten zu müssen.