Realkredit - auxmoney Finanzlexikon

Realkredit

Begriff

Unter einem Realkredit versteht man einen mittel- und langfristigen Kredit, der neben dem Personalkredit (z.B. Bürgschaft) den Kreditsicherheiten zuzurechnen ist. Ein Realkredit wird gegen die Stellung von Realsicherheiten gewährt. Unabhängig von der Person des Kreditnehmers sind Verzinsung und Rückzahlung jederzeit durch die beliehene Immobilie gewährleistet. Der Realkredit ist durch Grundpfandrechte (Hypothek oder Grundschuld) gesichert. Er dient der Finanzierung des Kaufs, des Neubaus, der Sanierung oder des Umbaus von Immobilien.

Hypothek

Das Bürgerliche Gesetzbuch unterscheidet zwischen einer Verkehrshypothek und einer Sicherungshypothek. Ein Grundstück kann in der Weise belastet werden, dass an denjenigen, zu dessen Gunsten die Belastung erfolgt, eine bestimmte Geldsumme zur Befriedigung einer ihm zustehenden Forderung aus dem Grundstück zu zahlen ist. Damit ist die prinzipielle Abhängigkeit dieser Art von Grundpfandrecht von einer zu sichernden Forderung normiert.

Briefhypothek

Die Verkehrshypothek tritt in der Regel als Briefhypothek auf. Die Ausschließung eines Briefes ist im Grundbuch einzutragen. Der Hypothekenbrief wird vom Grundbuchamt ausgestellt. Er muss als solcher bezeichnet sein, den Betrag der Hypothek und das belastete Grundstück angeben, ferner mit Unterschrift und Siegel oder Stempel versehen sein, weil er sonst unwirksam wäre. Es handelt sich bei ihm um eine öffentliche Urkunde, die die Grundbuchseintragung wiedergeben soll. Ein verlorengegangener Brief ist aufzubieten. Übertragen wird die Briefhypothek durch die Übergabe des Briefes und eine Abtretungserklärung, für die Schriftform erforderlich ist. Eine Umschreibung im Grundbuch ist nicht notwendig.

Buchhypothek

Wird der Brief ausgeschlossen, liegt eine Buchhypothek vor. Sie erscheint nur im Grundbuch. Zu ihrer Übertragung sind Abtretung und Eintragung im Grundbuch erforderlich. Zu den Vorteilen der Buchhypothek gegenüber der Briefhypothek zählt die Tatsache, dass sich der Gläubiger die Verwahrung der Urkunde und die mit ihrem etwaigen Verlust verbundenen Unannehmlichkeiter erspart. Außerdem wird der Gläubiger im Falle einer Zwangsversteigerung der Liegenschaft benachrichtigt.

Sicherungshypothek

Die Sicherungshypothek ist streng akzessorisch und kann nur Buchhypothek sein. Um Klarheit über den Inhalt des Rechts zu schaffen, ist zwingend vorgeschrieben, dass sie im Grundbuch ausdrücklich als Sicherungshypothek zu bezeichnen ist. Sie begründet ein grundsätzlich unselbständiges Grundpfandrecht, das dingliche Recht bestimmt sich hier nur nach der Forderung. Dem Erwerber einer solchen Hypothek kommt, falls die Forderung nicht entstanden ist oder erloschen ist oder mit einer Einrede aus der Person seines Rechtsvorgängers behaftet ist, der öffentliche Glaube des Grundbuchs nicht zugute.

Grundschuld

Bei der Grundschuld handelt es sich um ein ohne rechtlichen Zusammenhang mit einer Forderung begründetes Grundpfandrecht, gerichtet auf Zahlung einer bestimmten Geldsumme aus einem Grundstück. Die Besonderheit der Grundschuld liegt in der begrifflichen Selbständigkeit der dinglichen Schuld, für welche das mit ihr belastete Grundstück haftet. Da eine Forderung zusammen mit ihr nicht eingetragen werden darf, tritt die dingliche Schuld im Grundbuch als selbständige Grundstückslast in Erscheinung. Fehlt es an einem Rechtsgrund oder ist ein solcher nichtig oder anfechtbar, entsteht mit der Bestellung des dinglichen Rechts trotzdem zugleich die dingliche Schuld des Eigentümers gegenüber dem Grundschuldgläubiger. Der Eigentümer kann lediglich einen persönlichen Anspruch wegen ungerechtfertigter Bereicherung geltend machen.