Diversifikation - auxmoney Finanzlexikon

Diversifikation

Diversifikation kurz erklärt

Im Rahmen von Investitionsstrategien wird sehr häufig das Thema Diversifikation angesprochen. Unter der Diversifikation versteht man im Finanzwesen in aller Regel die Streuung des Risikos. Diverse Diversifikationsansätze gehen auf die moderne Portfoliotheorie zurück. Viele Fonds, Vermögensverwalter bauen ihrs Strategie auf diesem Konzept auf. Eine Diversifikation, auch Diversifizierung genannt, kann auf verschiedene Art und Weise umgesetzt werden.

Die Diversifikation auf Basis der modernen Portfoliotheorie

Unter einem Portfolio versteht man im Finanzwesen eine Zusammenstellung verschiedener Investitionen. Das Portfolio kann aus Währungen, Aktien, indirekten Immobilienanlagen Finanzinstrumenten auf Rohstoffen, Anleihen, Optionen, Futures oder aus Zertifikaten bestehen. Bei einer Diversifikationsstrategie liegt der Fokus nicht auf den einzelnen Teilinvestitionen, sondern auf der Zusammenstellung des Portfolios. Die Diversifizierung ist ein Werkzeug, um das Portfolio zu strukturieren. Ein diversifiziertes Portfolio besteht aus mindestens zwei verschiedenen Einzelinvestitionen. Der sogenannte Diversifikationseffekt kommt jedoch meist erst dann richtig zum Tragen, wenn das Vermögen in Form des Portfolios auf möglichst viele Vermögenswerte, sprich Einzelinvestitionen, aufgeteilt wird. Diese Aufteilung erfolgt im Rahmen der Diversifikationsstrategie jedoch nicht willkürlich, sondern nach einem bestimmten Regelwerk.

Die verschiedenen Arten der Diversifikation

Die Diversifikation kann grundsätzlich auf verschiedene Art und Weise erfolgen. Das Vermögen kann zum Beispiel auf verschiedene Basiswerte aufgeteilt werden. So kann ein diversifiziertes Portfolio zum Beispiel aus Finanzinstrumenten, die sich auf Aktien, Anleihen, Rohstoffe, Immobilien oder Währungen beziehen, aufgeteilt werden. Es besteht jedoch zusätzlich die Möglichkeit, das Vermögen auf diverse Finanzinstrumente aufzuteilen. Finanzinstrumente können verbriefte Anteilsscheine sein, aber auch derivativen Charakter haben. Zu den derivativen Finanzinstrumenten zählen Futures, Optionen, Optionsscheine, Zertifikate und CFDs.

Ziel der Diversifizierung im Finanzbereich

Mit der Diversifikation soll das Risiko des Portfolios gesenkt werden. Unter dem Begriff Risiko versteht man im Finanzwesen die Schwankungsanfälligkeit und Schwankungsintensität des Vermögenswerts oder des Portfolios. Ein häufig verwendetes Risikomaß im Finanzbereich ist die Volatilität. Die Diversifikationsstrategie soll dabei nach Möglichkeit nicht oder nur kaum zu Lasten der Rendite gehen. Mit einer guten Diversifikationsstrategie kann zum Beispiel das Risiko des Totalverlusts des Vermögens deutlich reduziert werden.

Die Kriterien zur Risikodiversifizierung

Der Diversifikationseffekt kann nur zum Tragen kommen, wenn das Portfolio eine bestimmte Struktur aufweist. Eine willkürliche Streuung kann die Kalkulierbarkeit des Portfolios unter Umständen negativ beeinflussen. Im Rahmen von Diversifikationsstrategien werden Risiken meist auf diverse Risikoträger verteilt, die kaum miteinander korrelieren. Die Abhängigkeit zweier Vermögenswerte wird in aller Regel mit dem sogenannten Korrelationskoeffizienten angegeben. Ein Korrelationskoeffizient von 1 bedeutet, dass sich die Vermögenswerte im Grunde genommen identisch entwickeln. Im Gegenzug dazu besagt ein Korrelationskoeffizient von -1, dass gegenläufiger Zusammenhang besteht. Ist der Korrelationskoeffizient 0, wird kein linearer Zusammenhang angenommen.

Um die Abhängigkeit von einzelnen Vermögenswerten in einem Portfolio besser strukturieren zu können, besteht die Möglichkeit, sogenannte Diversifikationskriterien aufzustellen. Zu den typischen Diversifikationskriterien zählen zum Beispiel Länder, Regionen, Städte und Branchen. Demnach wird im Rahmen einer Diversifikationsstrategie beispielsweise in Aktien investiert, die aus verschiedenen Ländern oder Regionen kommen und unterschiedlichen Branchen zugeordnet werden können. In ähnlicher Art und Weise wird oftmals mit direkten oder indirekten Immobilienanlagen verfahren. Auch hier kann das Vermögen gezielt auf Immobilien in diversen Länder, Regionen oder Städte aufgeteilt werden. Zudem besteht die Möglichkeit, sowohl in Wohn- als auch in Gewerbeimmobilien gleichzeitig zu investieren, um eine Diversifikation auf mehreren Ebenen zu erreichen.