Bilanzanalyse - auxmoney Finanzlexikon

Bilanzanalyse

Überblick

Die Erlangung eines den tatsächlichen Verhältnissen entsprechenden Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage eines Unternehmens ist Erkenntnis der Bilanzanalyse. Darunter versteht man die systematische Auswertung der in Jahresabschluss und Lagebericht enthaltenen Informationen mit dem Ziel, entscheidungsrelevante Hinweise über die gegenwärtige wirtschaftliche Lage und die künftige wirtschaftliche Entwicklung eines Unternehmens zu gewinnen. Damit begreift sich die Bilanzanalyse als die Aufbereitung sowie die Auswertung erkenntniszielorientierter Unternehmensinformationen mittels Kennzahlen bzw. Kennzahlensysteme. Mit Hilfe der Bilanzanalyse soll das umfangreiche Datenmaterial des Jahresabschlusses verdichtet werden, um mit wenigen aber aussagekräftigen Kennzahlen auf relativ einfache Weise die Unternehmenslage zu beschreiben.

Analyse der Vermögenslage

Untersuchungsgegenstand der Vermögensanalyse ist die durch Sachverhaltsgestaltungen subjektiv beeinflussbare und stichtagsbezogene Vermögensstruktur, d.h. die Zusammensetzung der Aktivseite der Bilanz. Die Analyse der Vermögenslage erfolgt grundsätzlich aufgrund einer zusammengefassten Bilanzübersicht (Strukturbilanz) unter Gegenüberstellung der Vorjahreszahlen. Die relativen Kennzahlen zur Vermögenslage sind mehr zur Beschreibung der Unternehmenssituation und weniger zur Beurteilung der Vorteilhaftigkeit gegenüber einem Vergleichsunternehmen oder gegenüber der Unternehmenssituation im Vergleich zu einem Vorjahr geeignet. Die Kennzahlen sollen zur Darstellung eines Trendverlaufes möglichst in einem Fünfjahresvergleich betrachtet werden.

Analyse der Finanzlage

Die Analyse der Finanzlage erlaubt Aussagen über die finanzielle Stabilität und Liquidität eines Unternehmens. Erkenntnisse über die Finanzlage eines Unternehmens ergeben sich vor allem aus der Passivseite der Bilanz und zwar zur Kapitalstruktur, horizontalen Bilanzstruktur sowie der Zahlungsströme.

Ziel der stichtagsbezogenen Kapitalstrukturanalyse ist, Informationen über die Herkunft und Zusammensetzung des dem Unternehmen zur Verfügung gestellten Kapitals zu gewinnen. Dabei wird die Struktur, die Fristigkeit sowie die Sicherheit des eingesetzten Kapitals untersucht. Der Schwerpunkt bildet dabei die Analyse des Verhältnisses von Eigenkapital zu Fremd- und Gesamtkapital. Außerdem wird die Struktur der einzelnen Eigenkapital- sowie Fremdkapitalbestandteile beleuchtet.

Die Analyse der stichtagsbezogenen horizontalen Bilanzstruktur dient dem Zweck, Aussagen über die Zahlungsfähigkeit des Unternehmens zu treffen. Dazu werden Positionen der Aktiv- und Passivseite der Bilanz zueinander ins Verhältnis gesetzt, um die Beziehungen zwischen Vermögen und Kapital bzw. Mittelherkunft und Mittelverwendung betrachten zu können.

Bei der zahlungsstromorientierten Analyse der Finanzlage wird der Fokus von den stichtagsbezogenen Kapitalbeständen auf zahlungsstromorientierte Größen gerichtet. Sie verfolgt das Ziel, künftige Zahlungsströme aus den Zahlungsströmen der Vergangenheit zu prognostizieren, um hieraus Erkenntnisse zur künftigen Liquiditätssituation zu gewinnen.

Analyse der Ertragslage

Bei der Untersuchung der Ertragslage wird der Erfolg des Unternehmens nach den Kriterien der Nachhaltigkeit und der betrieblichen Verursachung unterschiedlichen Quellen zugeordnet, um die Entwicklung und damit die Herkunft des erwirtschafteten Gewinnes zu ergründen.

Im Rahmen eines Erfolgsspaltungsprozesses wird der Jahresüberschuss zu seinen Komponenten Betriebsergebnis, Finanzergebnis und außerordentliches Ergebnis zerlegt. Neben der Erfolgsspaltung ist die Ergebnissegmentierung von Bedeutung, bei welcher der Unternehmenserfolg in Bezug auf Herkunft und Risiken differenziert wiedergegeben wird.