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Ist China bald vom Kryptomarkt abgeschnitten?
Veröffentlicht am 28 Feb 2018

Krypto-Handel in China bald unmöglich – Was sind die Folgen?

Veröffentlicht am 28 Feb 2018
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Circa drei Wochen nach der konkreten Ankündigung hochrangiger chinesischer Offizieller, dem Handel mit Kryptowährungen im Reich der Mitte vollständig den Garaus zu machen, scheinen erste Maßnahmen schon bald ergriffen zu werden. Laut einem Bericht von Bloomberg dürften chinesische Anleger damit komplett vom Kryptomarkt abgeschnitten werden.

Konten für ausländischen Kryptohandel im Visier

Dem Bericht nach, der sich nach eigener Aussage auf nicht genannte Insider stützt, versucht die chinesische Regierung, die Verbindung zwischen China und dem globalen Kryptomarkt in beide Richtungen zu kappen. Dafür sollen nun offenbar Konten von chinesischen Banken und Online-Bezahlsystemen, die von China aus für den Handel mit Kryptowährungen genutzt wurden, eingefroren werden. Alternativ könnten sie vom chinesischen Binnenmarkt abgeschnitten werden. Inländische Handelsplattformen für Kryptowährungen sowie ICOs sind in China schon seit längerer Zeit verboten. Anleger wichen dieser Maßnahme bislang aus, indem sie zunehmend zu ausländischen Plattformen wechselten. Sollten die neuen Maßnahmen aber tatsächlich greifen und erfolgreich sein, könnte es für Menschen innerhalb Chinas fast unmöglich werden, mit virtuellen Währungen und Tokens zu handeln und diese wieder in im Alltag verwertbares Kapital zu tauschen.

Folgen für den Bitcoin schwer absehbar

Die Kurse für Kryptowährungen wie den Bitcoin hatten in der Vergangenheit sehr empfindlich auf schlechte Nachrichten aus China reagiert. Häufig folgten auf Hiobsbotschaften große Kursabstürze. Die Hauptgründe dafür sind eine nach wie vor hohe Abhängigkeit von emotionalen Stimmungslagen auf dem Markt sowie die Tatsache, dass chinesische Anleger einst gemessen am Volumen mit Abstand den gesamten Kryptomarkt dominierten. Mittlerweile ist eine Einschätzung darüber, wie groß die Rolle chinesischer Anleger aber tatsächlich ist, schwierig geworden. Der Handel von Kryptowährungen in RMB ist auf einen Bruchteil des einstigen Höchststandes gesunken und stellt nur noch einen sehr kleinen Teil des globalen Handelsvolumens dar, allerdings ist es möglich, dass sich chinesische Anleger stattdessen auf den Handel zwischen verschiedenen virtuellen Währungen spezialisiert haben.

Die erneuten schlechten Nachrichten aus dem Reich der Mitte fallen in eine Aufwärtsbewegung der Kurse, die einige Beobachter als erneuten Start in einen Bullenmarkt werten. Dieser Trend könnte sich nun wieder umkehren. Es ist aber auch möglich, dass sich der Einfluss Chinas auf die Kurse bereits durch die Kursrutsche der letzten Wochen entladen hat. Genau verfizieren lässt sich dies jedoch nicht. Letztendlich wird es spannend sein, den Bitcoin-Kurs und die Kurse anderer Kryptowährungen wie Ethereum & Co. in den nächsten Stunden zu beobachten.

Bildquelle: Shutterstock

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Gerrit Neumann
Über den Autor
Gerrit Neumann schreibt seit November 2017 für den Finanzpiloten und ist auf den Bereich Kryptowährung und Finanzen spezialisiert.