Konto überziehen mit Dispo bei hohen Preisen?

23.03.2023, 14:15 Uhr

Was tun, wenn bei den aktuellen Preisen am Ende des Geldes noch zu viel Monat übrig ist? Viele überziehen in dem Fall mit einem Dispokredit das Konto. Wir erklären, warum das zum Problem werden kann und welche Möglichkeiten es gibt, wenn man im Dispo gelandet ist.


Auf einen Blick

  • Das Konto mit einem Dispokredit zu überziehen, ist bei den derzeit hohen Preisen beliebt. Das zeigt eine Studie.
  • Dispokredite sind wegen der hohen Zinsen nicht zu empfehlen. Um wieder aus dem Dispo raus zu kommen, ist ein Finanzplan sinnvoll.

17 Prozent überziehen ihr Konto

Inflation und Energiekrise sorgen für eine Verschlechterung der finanziellen Situation. Das bestätigt fast die Hälfte der Teilnehmenden einer Studie, die von auxmoney und Statista durchgeführt wurde. Bei 16 Prozent bleibt am Monatsende nichts übrig. Bei diesen Zahlen ist es nicht verwunderlich, dass viele ihr Konto überziehen, um finanzielle Notlagen zu überbrücken. Weil man dabei mit Geld bezahlt, das man eigentlich nicht hat, bieten Banken in diesem Fall einen Dispokredit an. Der Vorteil: Die Bank bewilligt das Überziehen des Kontos bis zu einem bestimmten Betrag, ohne dass ein komplizierter Antrag notwendig ist. Aber ist der Dispo sinnvoll?

Dispozinsen steigen

Die Verbraucherzentralen beobachten den Trend, notwendige Ausgaben auch langfristig mit einem Dispokredit zu finanzieren, mit Sorge. Denn Kredite sollten eigentlich nicht genutzt werden, um langfristig reguläre Ausgaben zu finanzieren, sondern eignen sich vor allem für außergewöhnliche und dringend benötigte Anschaffungen. Für den Dispokredit verlangen Banken hohe Zinsen, die in den letzten Monaten wieder stark gestiegen sind. Im Dezember lag der Zinssatz bei über acht Prozent. Das Konto zu überziehen, ist derzeit also besonders teuer.

Was tun, damit der Dispo nicht zur Gewohnheit wird?

Aber wie kommt man wieder aus dem Dispo raus? Besonders wichtig ist, dass das Überziehen des Kontos nicht zur Gewohnheit wird. Denn so können sich die Gebühren schnell anhäufen. Wenn man im Dispo gelandet ist, sollte man also dafür sorgen, dass es im nächsten Monat nicht wieder passiert. Zunächst macht man sich dazu ein genaues Bild von den eigenen Finanzen. Dabei kann ein Haushaltsbuch helfen. Auf größere und unnötige Einkäufe und Abos sollte man verzichten. Dinge, die nicht mehr benötigt werden, kann man vermieten oder verkaufen.

Mit Umschuldung Kosten abbauen

Wenn das nicht funktioniert, kann eine Umschuldung eine kurzfristige Lösung sein. Dabei nimmt man einen Kredit mit günstigeren Konditionen auf, um die Dispo-Schulden zu bezahlen. Aber auch dieser Kredit muss abbezahlt werden. Deshalb hilft es langfristig nur, Ausgaben zu sparen.

Bildquelle: © Getty Images

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