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Veröffentlicht am 31 Jul 2019

Indischer FinTech-Markt könnte bald boomen

Veröffentlicht am 31 Jul 2019
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Indien – damit verbindet man häufig Armut, eine schlechte Gesundheitsversorgung, unzureichende Bildungs- und Aufstiegsmöglichkeiten und Kinderarbeit. Dass das Land mit der zweitgrößten Bevölkerung der Erde demnächst zu einem FinTech-Hotspot werden könnte, würde man eher nicht vermuten. Wir haben uns die Situation in Indien und die daraus resultierenden Möglichkeiten einmal genauer angesehen.

Großes Wachstumspotenzial für FinTechs

Indiens Nachbarland macht es vor: Die Volksrepublik China hat sich in den letzten Jahren zu einem durchaus relevanten und nicht zu unterschätzenden Player gemausert. Dafür, dass eine ähnlich rasante Entwicklung auch in Indien möglich ist, spricht so manches.

Denn die vielen indischen Einwohner sind allesamt potenzielle Abnehmer von digitalen Finanzprodukten. Ausländische Investoren haben dieses Potenzial längst erkannt und halten teilweise hohe Anteile an indischen FinTechs. Die Entwicklung einer vielfältigen und wettbewerbsfähigen indischen FinTech-Landschaft wird von der Regierung begrüßt und gefördert. Und der nicht-gewinnorientierte Verband NASSCOM geht bis 2020 sogar von einer Verdopplung des derzeitigen Branchenwachstums aus.

FinTechs als Modernisierungsantrieb

Bisher ist der Markt keineswegs ausgeschöpft. 40 Prozent der Bevölkerung nutzt keine Bankdienstleistungen, 87 Prozent der Zahlungen werden in bar getätigt. Die Mehrheit der indischen Kleinstunternehmen hat keinen Zugang zu formellen Institutionen und Dienstleistungen. An diesen Stellen können FinTechs ansetzen und Lösungen für verbesserte und beschleunigte Prozesse bieten. Durch die Zunahme der Internet- und Handynutzung wird die Situation für FinTechs zusätzlich begünstigt. Das ist auch gut so, denn eine Modernisierung der traditionellen Strukturen ist dringend notwendig. Ein paar Vorreiter gibt es bereits: Mehrere indische Banken haben in der letzten Zeit Apps für vereinfachte Transaktionen eingeführt und die britische Großbank Barclays hat ein FinTech-Innovationszentrum in Indien eröffnet.

Mit diesen Hindernissen haben FinTechs zu kämpfen

Und doch wird das Wachstum der FinTechs durch verschiedene Faktoren behindert. Denn die indischen Bundesstaaten haben jeweils unterschiedliche Regulierungsvorschriften und Wachstumsdynamiken. Es mangelt an Transparenz.

Zudem fehlt neuen digitalen Finanzunternehmen eine feste Infrastruktur und das Vertrauen der eher konservativen indischen Kunden. Das macht es schwierig, sich als FinTech zu etablieren.

 

Ist Indien ein schlummernder FinTech-Riese, der kurz vor dem Erwachen steht? Es gibt viele Argumente dafür und der indische Markt steckt voller Potenzial. Doch FinTechs, die dort dauerhaft Fuß fassen wollen, müssen zuerst einige Hindernisse überwinden.

Bildquelle: shutterstock.com

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Michelle Kämpfer
Über den Autor
Michelle Kämpfer beschäftigt sich insbesondere mit der lokalen Startup-Szene mit Schwerpunkt auf der FinTech-Branche. Sie arbeitet seit 2018 bei auxmoney.