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Veröffentlicht am 28 Jan 2020

FinTech Qonto erhält Millioneninvestment zum Start in Deutschland

Veröffentlicht am 28 Jan 2020
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Es sind aufregende Zeiten für das smartphone-orientierte Banking Start-up Qonto. Das FinTech aus Frankreich ist zu Beginn des Jahres in Deutschland an den Start gegangen. Darüber hinaus gab es über 100 Millionen Euro frisches Kapital.

Tencent investiert in Qonto

Pünktlich zum Deutschlandstart haben verschiedene Investoren 104 Millionen Euro in Qonto investiert. Das Geld stammt unter anderem von dem chinesischen Internetriesen Tencent, der auch in N26 investiert hat. Tencent möchte mit diesem Investment sein Europageschäft stärken. Qonto profitiert von dem frischen Kapital nicht nur in finanzieller Hinsicht, sondern kann sich dadurch auch als glaubwürdiges Unternehmen präsentieren.

FinTech konzentriert sich auf Geschäftskunden

Qonto ist – anders als diverse andere Banking FinTechs – nicht auf Privatkunden spezialisiert, sondern auf Geschäftskonten für Start-ups Start-ups, Selbstständige, Freiberufler und KMU. Für das Konto zahlt der Kunde je nach Modell zwischen neun und 99 Euro. Warum diese Ausrichtung auf Geschäftskunden Sinn ergibt, erklärt Philipp A. Pohlmann, der Qonto Deutschland verwaltet, in einer Pressemitteilung:

„Der Großteil aller Unternehmen in Deutschland gehört zu den KMU. Genau für diese Unternehmen ist unser Produkt maßgeschneidert und hilft, das Finanzmanagement deutlich zu erleichtern.“

Schnelles Wachstum des Banking Start-ups

Das FinTech ist bereits in Frankreich, Spanien und Italien aktiv und hat im letzten Jahr Transaktionen im Wert von zehn Milliarden Euro umgesetzt. Zum Vergleich: 2018 betrug das Transaktionsvolumen noch 3,5 Milliarden Euro. Qonto verfügt technisch über ein eigenes Kernbanksystem und ist somit von der Infrastruktur einer Bank unabhängig. Derzeit wartet das französische Start-up noch auf eine Vollbankzulassung durch die Bafin. Dies ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer europäischen Geschäftsbank.
Zu den insgesamt 65.000 Kunden sollen in diesem Jahr 20.000 deutsche Kunden hinzukommen. Ein ambitioniertes Ziel, denn der Markt ist hart umkämpft. Das weiß Qonto natürlich auch und möchte aus den Fehlern der Wettbewerber lernen. So soll zum Beispiel der Kundenservice besonders schnell und kompetent funktionieren. Allerdings hatten sich in der Vergangenheit andere Start-ups dieses Vorhaben auch schon auf die Fahne geschrieben, ohne es tatsächlich umsetzen zu können.

Qonto bietet weitere Dienstleistungen an

Was positiv auffällt, ist, dass der Marktstart in Deutschland keineswegs unüberlegt ablief. Im Vorfeld wurde das Angebot bereits mit einer Beta-Version getestet. Qonto führte anschließend Interviews mit den Testern durch, um herauszufinden, wo noch Verbesserungspotenzial liegt. Dies stieß auf eine sehr positive Resonanz. Vor allem zusätzliche Upgrades wie Kreditkarten und eine berufliche Haftpflichtversicherung kamen bei den Nutzern gut an. Die Voraussetzungen für einen Erfolg in Deutschland sind also nicht schlecht.

Bildquelle: © OLINDA SAS/Alexis Leclercq Photographie

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Michelle Kämpfer
Über den Autor
Michelle Kämpfer beschäftigt sich insbesondere mit der lokalen Startup-Szene mit Schwerpunkt auf der FinTech-Branche. Sie arbeitet seit 2018 bei auxmoney.