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Veröffentlicht am 25 Apr 2019

Taxfix verspricht: Steuererklärung in 20 Minuten

Veröffentlicht am 25 Apr 2019
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Aufwendig, kompliziert und manchmal auch höhere Mathematik – diese Begriffe verbinden wahrscheinlich viele Menschen mit der Steuererklärung. Das Berliner FinTech Taxfix verspricht eine Lösung, womit diese ganz einfach und vor allem schnell fertig sein soll. Auch die Investoren sind überzeugt. Was steckt hinter dieser Idee, die fast zu schön klingt, um wahr zu sein?

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Gründer und Geschäftsführer Lino Teuteberg und Mathis Büchi. Bildquelle: © Taxfix GmbH

Wie die Steuererklärung mit Taxfix sich lohnen soll

Lino Teuteberg und Mathis Büchi haben ihr Start-up 2016 mit dem Ziel gegründet, Nutzern möglichst viel Zeit bei der Steuererklärung abzunehmen. Dabei nutzen sie eine regelbasierte KI-Technologie. Taxfix gibt es als Webversion und als App.
Zunächst beantwortet man etwa 70 Fragen zu seiner persönlichen Steuer- und Lebenssituation und fotografiert dann die aktuelle Lohnsteuerbescheinigung ab. Dabei ist es wichtig, auf einen dunklen Hintergrund und eine gute Bildqualität zu achten. Die Steuerformulare werden währenddessen automatisch ausgefüllt und am Ende berechnet Taxfix den Anspruch auf Erstattung.
Diese Unterlagen können anschließend online über die offizielle ELSTER-Schnittstelle der Finanzbehörden an das Finanzamt übermittelt werden. Vom Finanzamt bekommt man dann den endgültigen Betrag zurückerstattet oder Bescheid darüber, wie viel nachgezahlt werden muss. Werden 50 Euro oder mehr erstattet, kostet der Service von Taxfix 35 Euro, ansonsten ist die Benutzung kostenlos. Die Berliner werben damit, dass pro eingereichte Steuererklärung durchschnittlich 974 Euro erstattet werden.

Für wen lohnt sich das Angebot des FinTechs – und für wen nicht?

Taxfix ermöglicht Steuererklärungen für die Jahre 2015 bis 2018 und richtet sich generell an Arbeitnehmer, insbesondere an Angestellte. Doch auch Studierende und Auszubildende werden gezielt angesprochen. Paare haben zudem die Möglichkeit, ihre Steuererklärung zusammenzulegen.
Jedoch können Personen mit einem Wohnsitz im Ausland oder ausländischen Einkünften das Angebot nicht nutzen. Ebenfalls ausgeschlossen sind Freiberufler, Selbstständige, Landwirte und Rentner. Darüber hinaus kann das FinTech keine professionelle Steuerberatung ersetzen.

Investoren haben Vertrauen in die Idee des Start-ups

Das Geschäftsmodell kommt offensichtlich an. In der aktuellen Finanzierungsrunde hat Taxfix knapp 27 Millionen Euro einsammeln können. Vor acht Monaten bekam das Start-up bereits 11 Millionen Euro, ein Indiz für ein starkes Unternehmenswachstum. Das FinTech mit bisher 70 Mitarbeitern möchte das Kapital für die Expansion in andere Länder nutzen. Bei den Investoren handelt es sich um Bestandsinvestoren, wozu unter anderem Starinvestor Peter Thiel von Valar Ventures gehört. Er investierte bereits in die Smartphone-Bank N26.

Bildquelle: © Taxfix GmbH

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Michelle Kämpfer
Über den Autor
Michelle Kämpfer beschäftigt sich insbesondere mit der lokalen Startup-Szene mit Schwerpunkt auf der FinTech-Branche. Sie arbeitet seit 2018 bei auxmoney.