Wird Einkaufen per SMS bald zur Normalität?

Nach einem Einkaufswagen greifen, Lebensmittel in den Wagen räumen und dann an der Kasse bei einem Kassierer oder einer Kassiererin bezahlen? So kennen es die meisten vermutlich noch. Doch der Einzelhandel verändert sich. Was sind die wichtigsten Trends und was halten die Kunden davon?

Was passiert, wenn die Kasse aus dem Geschäft verschwindet

Spätestens in der Corona-Krise ist es deutlich geworden: Unser Einkaufsverhalten verändert sich. Besonders bequem und sicher ist das Online-Shopping, was dazu geführt hat, dass auch der stationäre (Lebensmittel-)Einzelhandel sich verstärkt auf das Liefern von Waren spezialisiert hat. Doch auch im Geschäft selbst ist einiges in Bewegung. Das fängt damit an, dass verstärkt kontaktlos mit Karte oder dem Smartphone bezahlt werden kann und endet vielleicht irgendwann damit, dass an der Kasse überhaupt kein Mitarbeiter mehr benötigt wird. Eine Studie von Capterra zeigt, dass bereits über 60 Prozent der befragten Verbraucher von kassenlosen Geschäften gehört haben. Auch in Deutschland wird das Konzept bereits umgesetzt, beispielsweise von Rewe. Die Idee: Kunden laden sich vor dem Betreten des Geschäfts eine App auf ihr Smartphone und erledigen darüber ihren Einkauf im Geschäft. Allerdings haben bisher lediglich fünf Prozent der Befragten ein solches Geschäft zum Einkaufen genutzt. Gewisse Bedenken bleiben für einen Großteil der Befragten bestehen. 45 Prozent fühlen sich nicht wohl damit, die App mit dem Bankkonto zu verbinden, 55 Prozent hätten gerne etwas Personal im Geschäft und 38 Prozent halten es für problematisch, überhaupt nicht mehr mit Bargeld bezahlen zu können. Ein nicht so extremer Mittelweg können Selbstbedienungskassen sein. 36 Prozent der Befragten nutzen diese immerhin manchmal. Dabei muss keine App mit dem Bankkonto verknüpft werden und einige Geschäfte haben sie zusätzlich zu regulären Kassen installiert.

Apps und Textnachrichten personalisieren den Einkauf

Ein weiterer Vorteil beim Online-Shopping: Einkaufen ohne vom Smartphone aufzuschauen. Wenn man das möchte. Auch im stationären Einzelhandel stellt man sich auf das Bedürfnis der Kunden nach kontaktlosem Komfort ein – mit der Text-to-Shop-Technologie. Als Kunde legt man einfach ein Profil bei einem Geschäft oder einer Marke an. Angegeben werden eine Telefonnummer, eine Adresse und die Rechnungsdaten. Per SMS bekommt man Angebote geschickt und muss nur auf die Nachricht antworten, damit das Produkt direkt nach Hause geliefert wird. Fast 60 Prozent der Befragten, die ein Smartphone besitzen, zeigen Interesse daran. Besonders gefällt ihnen daran, dass der Einkauf individueller wird. Allerdings fühlt sich die ältere Zielgruppe nicht so sehr davon angesprochen. Eine weitere wichtige Entwicklung sind Apps, die Kunden insbesondere dazu nutzen, sich genauere Informationen wie Inhaltsstoffe oder Bewertungen zu Produkten anzeigen zu lassen. Denkbar sind auch Apps oder andere digitale Angebote, die es erleichtern, sich im Geschäft zurechtzufinden und Produkte einfacher auffindbar machen.

Manche Bedenken bleiben beim digitalisierten Einkaufen

Auffällig ist bei allen in der Studie angesprochenen Trends und Neuerungen, dass die Befragten sich zwar dafür interessieren, aber es sich im eigenen Alltag noch nicht so richtig vorstellen können. Vor allem für ein Einkaufserlebnis komplett ohne Mitarbeiter sind die meisten noch nicht bereit. Das würde darüber hinaus viele Arbeitsplätze kosten. Außerdem wurden nur Personen aus der Stadt befragt. Traditionell dauern solche Entwicklungen auf dem Land etwas länger.

Bildquelle: © Unsplash / Mike Petrucci