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Bei der DKB hilft der Chatbot
Veröffentlicht am 15 Mrz 2018

Mit dem Chatbot zum Kredit: DKB setzt auf „Herbie“

Veröffentlicht am 15 Mrz 2018
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In der FinTech-Szene gibt es einige Trends, die die Zukunft der Branche nachhaltig verändern könnten. Als ein solcher Trend wird immer wieder der Chatbot als digitaler Kundenbetreuer genannt. Das nächste große Ding in der FinTech Welt. Die Deutsche Kreditbank (DKB) will nun einen Roboter für Kommunikationsaufgaben namens „Herbie“ als weltweit ersten Chatbot für Konsumentenkredite einsetzen. Der digitale Kundenassistent wurde in Kooperation mit dem FinTech „FinReach“ entwickelt und soll in seiner Pilotphase schon ab dem heutigen Donnerstag auf der DKB-Website starten. Der Roboter basiert auf künstlicher Intelligenz und begleitet den Kunden auf dem Weg zu einem Privatkredit bis zu 50.000 Euro.

Chatbots als Zukunft des Online-Bankings?

Das Chatbots ein wichtiges Puzzleteil der Zukunft des Online-Bankings sind, ist in FinTech Kreisen unumstritten. Wie der erste Chatbot für den Kreditbereich tatsächlich angenommen wird, bleibt allerdings abzuwarten. Den Entwicklern war es wichtig, dass das Angebot zum Dialog dezent unterbreitet wird, die neue Technologie dem Kunden also nicht aufgezwungen wird. Daher erscheint „Herbie“ klein, aber dennoch deutlich sichtbar am rechten unteren Bildrand. Der Kunde kann anschließend selbst entscheiden, ob er den Assistenten benutzen möchte oder lieber nicht. Die Online-Bank DKB hat über 3,6 Millionen Privatkunden, die angesichts des Daseins als reine Online-Bank eine gewisse digitale Affinität mitbringen sollten. Vor Problemen mit der Bedienung des Chatbots sollten die Kunden also nicht stehen. „Herbie“ ist, den Entwicklern zufolge, so einfach zu bedienen wie etwa WhatsApp oder der Facebook-Messenger.

Entwicklung ist noch nicht abgeschlossen

„Herbie“ fungiert als digitaler Kundenassistent, der den Kunden mit einer Kombination aus künstlicher Intelligenz und Kommunikationsgewohnheiten auf dem Weg zum Kredit berät. Der interaktive Bot soll durch die höhere Online-Interaktion mit dem Kunden zu einer Steigerung der Kundenzufriedenheit führen. Für Online-Banken sind solche Chatbots eine Möglichkeit, die persönliche Komponente, die durch das Fehlen von Filialen und Bankberatern verloren geht, wieder einzubringen.

Ein ganzes Jahr wurde bisher schon in die Vorbereitung Herbies investiert, Stand jetzt sei man aber immer noch in einer „Entwicklungskooperation“, wie es die Entwickler bezeichnen. Daher startet Herbie auch vor erst in der sogenannten „Pilotphase“. Im großflächigen Einsatz wolle man weiter dazu lernen, so der FinReach-Vorstandschef Sascha Dewald gegenüber dem Handelsblatt. Trotz allem ist man schon jetzt zufrieden mit dem derzeitigen Entwicklungsstand. Herbies Spezialität sei es, anhand von spezifischen Fragen in Echtzeit ein relevantes Produktinteresse zu erkennen und dementsprechend den Gesprächsverlauf zu leiten, wie die Entwickler in einer Pressemitteilung bekannt gaben. Darüber hinaus versteht Herbie Umgangssprache und sieht über etwaige Rechtsschreibungs- und Grammatikfehler hinweg.

Chatbot-Beratung für den Kredit

In diesem Stile klärt der Chatbot alle aufkommenden Fragen und berät den Kunden auf dem Weg zur Kreditaufnahme. Für den Abschluss wird der Kunde allerdings in die Strecke für die Aufnahme eines Kredits weitergeleitet. Der eigentliche Abschluss des Kredits ist also identisch zum herkömmlichen Onlinekredit.

Stand jetzt berät Herbie nur auf dem Weg zum Konsumentenkredit bis zu 50.000 Euro. In Zukunft soll der digitale Kundenassistent aber auch in umfangreicheren Services wie etwa der Baufinanzierung, Investmentprodukten oder Auslandsüberweisungen eingesetzt werden. Außerdem soll bald schon der Abschluss des zuvor diskutierten Konsumentenkredits über den Chatbot möglich sein. Dann könnte Herbie auf der DKB-Website alle Aufgaben einer Filialbank übernehmen und so den nächsten Schritt zur Digitalisierung des Bankenwesen beitragen.

Kooperation zwischen Bank und FinTech

Die Kooperation zwischen der DKB und FinReach ist dabei schon die zweite seiner Art. 2015 setzte die Deutsche Kreditbank auf den Kontowechselservice von FinReach und band diesen in ihr Angebot ein. Lange dürfte der Chatbot „Herbie“ allerdings kein Alleinstellungsmerkmal bleiben. Nicht nur das Interesse an besagtem Chatbot von FinReach ist groß, auch andere FinTechs arbeiten an der Entwicklung ihrer eigenen Kommunikationsassistenten um diese dann in Kooperationen mit Finanzdienstleistern auf den Markt zu bringen. Solche Chatbots könnten eventuell um nächsten großen Ding in der FinTech Welt werden, die DKB ist nun die erste Bank, die die Technologie in Form ihres „Herbie“ für den Bereich „Kredit“ in das tägliche Geschäft einbindet.

Bildquelle: FinReach

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Über den Autor
Marc Steppke ist seit 2017 bei auxmoney. Neben aktuellen FinTech-News berichtet er über die internationale Wirtschafts- und Finanzbranche.