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Die Höhle der Löwen
Veröffentlicht am 11 Sep 2017

Die Höhle der Löwen: das sehen Sie in Folge 2

Veröffentlicht am 11 Sep 2017
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Die vierte Staffel der „Höhle der Löwen“ ist in vollem Gange und bereits in der ersten Folge sicherten sich gleich drei vielversprechende Start-Ups einen Deal. Heute Abend kommen die nächsten Gründer in die Show und pitchen vor den Löwen um Investments. Fünf junge Unternehmen begeben sich dann in die Höhle, in unserer Preview stellen wir die Start-Ups schon vor der Ausstrahlung vor. Außerdem geben wir einen Ausblick auf das, was uns in der Sendung erwartet und wagen eine erste Prognose wer einen Deal erhält – und wer eben nicht.

Teamwallet

Die Mannschaftskameraden Michael, Michael, Nicolo und Kai, allesamt um die 30, haben eines gemeinsam: in ihrer Mannschaft will keiner von ihnen Kassenwart werden, also derjenige sein, der sich um die Finanzen des Teams kümmern. Um das unliebsame Amt zu vereinfachen und attraktiver zu machen, schufen die Jungs aus Kirchheim unter Teck, in Baden-Württemberg, ihre App namens „Teamwallet“.

die höhle der löwen - teamwallet

(v.l.): Kai Hörsting, Nicolo Incorvaia, Michael Schreiner und Michael Schweizer, © MG RTL D / Frank Hempel

Teamwallet ist also eine digitale Mannschaftskasse, die alle Aufgaben eines Kassenwartes einfach auf dem Handy zusammenfasst. Angesichts der großen Anzahl an Sportmannschaft in Europa ist das Potenzial sicherlich riesig, Löwe Frank Thelen weiß jedoch, dass sich die Gründer in einem „brutal schwierigen Markt“ bewegen. Ein weiteres Problem ist, dass es solche Apps – in ähnlicher Ausführung – bereits auf dem Markt gibt. Das Teamwallet-Team pitcht um 75.000 Euro für 10% am Unternehmen.

Das Finanzpilot-Fazit: Für die Fußballer aus Baden-Württemberg wird es nicht leicht an einen Deal zu kommen. Auch wenn das Potenzial groß ist, es gibt viele Konkurrenten und kein Patent. Allerdings sind 75.000 Euro für die Investoren eher Kleingeld, vielleicht lässt sich ein sportbegeisterter Löwe zu einem Angebot hinreißen. Unser Tipp: 50:50

TattooMed

die höhle der löwen - TattooMed

Jenny Fischer, Janusz Hermann, © MG RTL D / Bernd-Michael Maurer

Jenny Fischer (36) und Janusz Hermann (37) aus Stuttgart haben mit „TattooMed“ eine Pflegeserie für tätowierte Haut auf den Markt gebracht. Diese Pflegeserie umfasst nicht nur die reine Hautpflege, sondern auch eine spezielle Sonnenschutzlotion und ein dünnes, wasserfestes Pflaster, das die Frischhaltefolie nach dem Stechen ablösen soll. Gründerin Jenny Fischer arbeitete in einem Tattoostudio und war mit den angebotenen Pflegeprodukten unzufrieden. Für die Produktentwicklung zogen die Gründer einen Pharmazeuten hinzu.

Seit 2013 ist „TattooMed“ auf dem Markt verfügbar, dem Internetauftritt des Unternehmens ist zu entnehmen, dass man bereits in acht weitere europäische Länder expandieren konnte. Das Geschäft scheint zu laufen, die Frage ist nur: mit Löwe oder ohne Löwe? In der Sendung pitchen die beiden Gründer um 300.000 Euro für 10% an ihrem Unternehmen. Selbst für Löwenverhältnisse ein ordentlicher Preis, lassen sich die Investoren von der hohen Bewertung abschrecken?

Das Finanzpilot-Fazit: es gibt eine passende Löwin für den Deal: Judith Williams, die Teleshopping-Queen. Alle anderen Investoren haben keinen Bezug zu einem Tattoopflege Produkt und werden sich daher nicht zu einem Deal hinreißen lassen. Unser Tipp: Williams schlägt zu, ansonsten: Kein Deal.

Fluxbag

die höhle der löwen-Fluxbag

V.l.: Jens Thiel, Dagmar Wöhrl, Carsten Maschmeyer, Lucas Richter, © MG RTL D / Bernd-Michael Maurer

Das Gründerduo aus Jens Thiel (47) und Lucas Richter (33) macht sich, nach eigenen Angaben, die Physik zu Nutze. Sie erfanden eine Art Luftpumpe, die aus 3 Litern Lungenvolumen 150 Liter Luft schafft. Ihr Produkt soll zum Aufblasen von Schwimmtieren, Luftmatratzen oder Campingequipment nützlich sein und so die klassische Standluftpumpe und den Blasebalg ablösen. Der entscheidende Vorteil: Den Fluxbag kann man ganz einfach zusammenrollen und so handlich verstauen. In Familienautos auf dem Weg in den Urlaub ein immenser Pluspunkt.

Für die weiteren Schritte in der Unternehmensentwicklung benötigen die Gründer 130.000 Euro für 10% an ihrem Start-Up. Können die Fluxbag-Gründer in der Höhle der Löwen mit ihrer Präsentation und ihrem Produkt überzeugen, ist es gut möglich, dass ein Löwe in die Jungs aus Leipzig investiert. Das Produkt ist innovativ und bietet gegenüber Konkurrenzprodukten einen entscheidenden Vorteil. Der klingt erstmal nach Investment.

Das Finanzpilot-Fazit: Stimmen die Zahlen und das Produkt, sollten die Gründer den Deal schon beinahe in der Tasche haben. Besonders attraktiv ist „Fluxbag“ wieder einmal für Produktspezialist Ralf Dümmel. Unser Tipp: Deal!

MySchleppApp

Wie der Name schon suggeriert, ist die „MySchleppApp“ eine App und laut den Gründer die „Notrufsäule aus der Jackentasche“. Santosh Satschdeva (31) und Frank Heck (44) wollen dem Automobilclub Konkurrenz

die höhle der löwen-MySchleppApp

Santosh Satschdeva (r.) und Frank Heck, © MG RTL D / Bernd-Michael Maurer

machen und ihre Alternative zum Abschleppen etablieren. Zu einem festgelegten Preis findet die „MySchleppApp“ einen seriösen Abschleppdienst in der Nähe, ganz ohne Dienste von Automobilclubs wie dem ADAC.

Der Markt, so die Gründer, sei riesig. Statistisch werde jeder mindestens 2x im Leben abgeschleppt, da sollte doch eigentlich genug Potenzial vorhanden sein. Für 10% an ihrem Unternehmen verlangen die Gründer als Köln 100.000 Euro. Ob es den Löwen das Geld wert ist, wird sich erst noch zeigen. Da viele Deutsche Mitglied eines Automobilclubs sind und die App der Gründer so eher eine Nische bedient, ist dieses Start-Up kein eindeutiger Investment-Case.

Das Finanzpilot-Fazit: Den Löwen ist der Markt um die App zu unsicher, unser Tipp: Kein Deal.

HELGA

die höhle der löwen-HELGA

(v.l.): Renate Steger, Anneliese Niederl-Schmidinger und Ute Petritsch, © MG RTL D / Bernd-Michael Maurer

Helga ist zunächst einmal ein Frauenname und obwohl das Start-Up von drei Frauen erschaffen wurden, trägt keine der Damen diesen Namen. „HELGA“ steht für healthy algae, also gesunde Alge. Die Chemikerin Annelise Niederl-Schmiedinger (40), Renate Steger (34) und Ute Petritsch (43) aus Berndorf in Niederösterreich haben nämlich ein gesundes Erfrischungsgetränk auf Algenbasis erfunden.

Die Österreicherinnen wollen das „Superfood Alge“ auch zum Trinken anbieten, denn Algen sind sehr nahrhaft und gesund. Ein HELGA-Drink ist vegan, reich an Vitaminen und arm an Zucker. 30 Kalorien enthält eine Portion und deckt 25% das Tagesbedarfes an Vitamin B12. In der Höhle der Löwen bieten die Gründerinnen 15% ihres Unternehmens für 375.000 Euro an.

Das Finanzpilot Fazit: Sehr viel hängt bei HELGA vom Geschmackstest ab. Mundet es den Investoren, können sich gleich mehrere Löwen mit einem gesunden Lifestyle Produkt identifizieren und den Gründerinnen ein Angebot machen. Unser Tipp: Deal!

 

In der zweiten Folge der vierten Staffel treten fünf vielversprechende Start-Ups an, bei denen viel von Präsentation vor den Investoren und letztlich den Gründern selbst abhängt. Welches der vorgestellten Unternehmen schließlich einen Deal bekommt und welche jungen Unternehmer leer ausgehen, das sehen Sie heute Abend um 20:15 auf VOX.

Bildquellen: © MG RTL D / Frank Hempel
© MG RTL D / Bernd-Michael Maurer

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Marc Steppke
Über den Autor
Marc Steppke ist seit 2017 bei auxmoney. Neben aktuellen FinTech-News berichtet er über die internationale Wirtschafts- und Finanzbranche.