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Die Höhle der Löwen
Veröffentlicht am 02 Okt 2017

Vorschau: Die Höhle der Löwen – Folge 5

Veröffentlicht am 02 Okt 2017
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Bereits die fünfte Folge der vierten Staffel „Die Höhle der Löwen“ strahlt Vox am Dienstag aus. Auch am Tag der Einheit, am 3. Oktober, macht die beliebte Gründershow keine Pause. Bisher gab es so viele Deals wie noch nie, vor allem Produktspezialist Ralf Dümmel zeigte sich in Hochform und investierte in den letzten beiden Folgen gleich vier Mal. Welche Start-Ups sich diese Woche in die Höhle der Löwen wagen und wie die Erfolgschancen stehen, zeigen wir in unserer Vorschau.

Revodancer

Revodancer.

(c) MG RTL D/ Bernd-Michael Maurer

Wladislaw (37) und Artjom Lalafarjan (29) aus Düsseldorf sind Brüder, Tänzer und Schuhmacher. Letzteres sogar in vierter Generation. Ihren Beruf und ihr Hobby, den Tanz, hat die Familie zusammengebracht und die „Lalafarjan Tanzschuhe“ hergestellt, die bereits „Weltruhm erlangt haben“, wie Gründer Wladislaw erklärt. Europa- und Weltmeister haben die Schuhe der Familie bereits getragen und nun wollen die Brüder ihre Marke weltweit etablieren.

Dafür haben sie mit dem „Revodancer“ einen Tanz-Sneaker entwickelt, der optisch der normalen Straßenmode ähnelt, durch die Wildleder-Sohle aber trotzdem alle Eigenschaften eines Tanzschuhs erfüllt. So passen die Schuhe besser zu den nicht klassischen Tänzen, wie beispielsweise dem Hip-Hop. Um den Revodancer weltweit bekannt zu machen, benötigen die Gründer 350.000 Euro und bieten im Gegenzug 20 Prozent der Unternehmensanteile. Investiert ein Löwe in die Tänzer und ihre Schuhe?

Das Finanzpilot-Fazit: Weder Schuhe noch das Tanzen gehört zum Kompetenzgebiet eines Löwen. Wollen die Gründer einen Investor in unbekanntes Terrain locken, bedarf es also einiger Überzeugungsarbeit. Unser Tipp: Kein Deal.

Veluvia

Veluvia.

(c) MG RTL D/ Bernd-Michael Maurer

Jörn-Marc Vogler (45) aus Hamburg war früher Banker und punktet in der Höhle der Löwen mit seiner eigenen Geschichte. Früher war er häufig krank, hat schlecht geschlafen, zugenommen und war sportlich nicht leistungsfähig. Daher beschloss er was zu ändern, sein Leben um 180 Grad zu drehen. Das gelang ihm mit seinem Nahrungsergänzungsmittel „Veluvia“, denn nun sei er nicht nur weniger krank, sondern auch dünner und sehe, wie seine Freunde immer sagen, „Zehn Jahre jünger aus“. Aber was genau ist dieses Wundermittel, das Jörn-Marc so geholfen hat?

Veluvia ist ein Nahrungsergänzungsmittel in Kapselform, das durch zwei Kapseln den Tagesbedarf an Obst und Gemüse deckt. Das Besondere daran: Veluvia besteht ausschließlich aus natürlichen Lebensmitteln und kommt ohne künstliche Zusatzstoffe aus. So will Jörn-Marc Vogel für eine gesündere Ernährung sorgen – auch wenn dafür nicht immer Zeit ist. Damit er sein Produkt bekannt machen kann, benötigt Jörn-Marc 200.000 Euro für 10% seiner Unternehmensanteile. Kann er einen Löwen für sich gewinnen?

Das Finanzpilot-Fazit: Gesund und natürlich kommt bei den Löwen immer gut an. Aber: Judith Williams und Carsten Maschmeyer haben bereits in Nahrungsergänzungsmittel investiert. Ein Ausschlusskriterium? Angesichts des Potentiales könnte das Produkt etwas für Ralf Dümmel sein, ein Löwe wird sich aber auf jeden Fall finden. Unser Tipp: Deal!

everysize

Everysize.

MG RTL D / Frank Hempel

Sie sind die Leidenschaft von Millionen Menschen auf der Welt: Schuhe. Genauer gesagt geht es um die Sneaker, die in den letzten Jahren zu echten Lifestyle-Produkten geworden sind. Drei dieser Schuh-Fanatiker sind die Brüder Denis (30) und Eugen Falkenstein (37), sowie deren Freund Pascal Prehn (39). Um ein zentrales Problem zu lösen, gehen sie nun einen umgekehrten Weg und wollen den Sneakermarkt von hinten aufräumen. Die Jungs mussten sich häufig durch einen Onlineshop nach dem anderen klicken, nur um dann festzustellen, dass ihr Größe bereits ausverkauft ist.

Daher hat das Trio eine Onlineshop-Suchmaschine erfunden, die anstatt der Marke oder der Farbe die Schuhgröße in den Mittelpunkt stellt. Mittlerweile beinhaltet die 2015 gelaunchte Plattform über 15.000 verschiedene Sneaker von über 80 Marken. Zukünftig sollt die Suchmaschine international bekannt werden, doch dafür benötigen die Gründer neben der strategischen Unterstützung ein Investment von 150.000 Euro für 7,5% and everysize. Ist ein Löwe vielleicht genauso schuhverrückt wie die Gründer selbst?

Das Finanzpilot-Fazit: Eine Onlineshop-Suchmaschine schreit eigentlich geradezu nach Frank Thelen. Dieser wird sich aber wohl nicht mit 7,5% zufriedengeben, abgesehen davon, dass sich die Gründer in einer hart umkämpften Branche bewegen. Unser Tipp: Kein Deal.

Good Eggwhites

Good Eggwhites.

(c) MG RTL D/ Bernd-Michael Maurer

Eine eiweißreiche Ernährung findet man vor allem bei Sportlern häufig. Meistens läuft es dann aber doch auf das künstliche Eiweißpulver, das dann wieder nur halb so gesund ist, wie es eigentlich sein könnte. Fabian König (36) und Jan Götekin (39) aus München haben dafür nun die Lösung gefunden: Good Eggwhites. Bei den Gründern ist der Name Programm, reines, pasteurisiertes Bio-Eiklar bringen Fabian und Jan in Flaschen. Eine davon enthält dann das Eiweiß aus 16 Bioeiern. Auch das Eigelb wird weiterverwendet und von Bäckereien, Konditoreien und der Lebensmittelindustrie benutzt.

Das besondere an Good Eggwhites: statt der üblichen Haltbarkeit von 21 gekühlten Tagen, ist das Eiweiß der Münchener bei Raumtemperatur ganze vier Monate haltbar. Konservierungsstoffe gibt es trotzdem keine. So ist das Eiweiß nicht nur gut für Shakes und zur Gewichts- bzw. Fettreduktion, sondern kann auch zum Backen und Kochen verwendet werden. Um ihr Produkt „Good Eggwhites“ und die dazugehörige Firma „Pumperlgsund“ richtig groß zu machen, benötigen die Gründer einen starken Partner und 500.000 Euro. Dafür bieten sie im Gegenzug 10 Prozent in ihrer Firma.

Das Finanzpilot-Fazit: Bei einer Bewertung von fünf Millionen Euro werden die Löwen erstmal schlucken. Das gesunde Bio-Produkt wird gut angekommen, über ein Investment entscheiden jedoch die Zahlen und wenn die nicht stimmen, wird es eng für die Gründer. Unser Tipp: 50:50.

ZEI

ZEI.

(c) MG RTL D/ Bernd-Michael Maurer

ZEI steht für die Zeiterfassung und bietet eine intuitive Lösung für alle Agenturen. Die müssen nämlich die Zeit erfassen, die sie für jeden Kunden arbeiten. Normalerweise funktioniert das per Klicks auf dem Desktop, Manuel Bruschi (28) aus Graz hat dafür jetzt eine einfachere Lösung gefunden. Entwickelt hat er ein Polygon, also ein achtseitiges Vieleck, das per Bluetooth mit dem Computer oder dem Smartphone verbunden wird. Jeder der acht Seiten kann ein Kunde zugewiesen werden, wechselt man das Projekt dreht man also einfach nur sein Polygon auf eine andere Ecke. Die jeweiligen Zeiten werden automatisch ins System übertragen, kinderleicht also.

Die Pilotphase hat gezeigt, dass Angestellte mit ZEI etwa zweieinhalb Mal so viele Zeiteinträge haben wie noch zuvor. Dadurch steigt die Genauigkeit und der Kunde spart bis zu 3.500 Euro pro Jahr. Mit seinem System hat der Gründer große Pläne, ZEI soll nämliche die Zeiterfassungslösung auf der ganzen Welt werden. Dafür benötigt Manuel 500.000 Euro und bietet 10 Prozent an seinem Unternehmen. Kann sich ein Löwe in die Agenturarbeit hineinversetzen?

Das Finanzpilot-Fazit: Die erfahrenen Löwen wissen, das ZEI für viele Agenturen eine gute Lösung bieten kann. Allerdings wird kein Investor bereit sein, zu einer Bewertung von 5 Millionen Euro zu investieren. Stimmen die Zahlen, wird gehandelt, dann könnte sich ein Deal ergeben. Unser Tipp: Deal.

Mabyen

Mabyen.

MG RTL D / Frank Hempel

Marie Papenkort (27) hat einen seltenen Beruf: sie ist Baby-Masseurin. Gemeinsam mit Manuela Apitzsch (26) hat sie in Düsseldorf Deutschlands ersten Baby Spa eröffnet. „Erwachsene gehen zur Massage, bei Säuglingen geht es darüber hinaus um die Stärkung des Immunsystems und der Feinmotorik“, erklärt Marie. Dafür bietet sie neben Babymassagen auch Babyschwimmen und das sogenannte „Babyfloating“ an. Zusätzlich haben die Gründerinnen eigene Pflegeprodukte entwickelt.

Nun wollen Marie und Manuela in ganz Deutschland Baby Spas eröffnen, ohne Investor funktioniert das allerdings nicht. Für 125.000 Euro bieten die Gründerinnen 10% an ihrem Unternehmen. Steigt ein Löwe bei den beiden ein?

Das Finanzpilot-Fazit: Zu klein ist der Markt, als dass die Löwen einen Investmentcase sehen würden. Können Marie und Manuela nicht noch ein unschlagbares Argument aus dem Ärmel ziehen, wird es schwierig einen Löwen zu überreden. Unser Tipp: Kein Deal.

 

Wie sich die einzelnen Start-Ups vor den Investoren präsentieren, ob die Gründer einen Löwen überzeugen können und wer am Ende tatsächlich mit Deal nach Hause geht erfahren wir am Dienstagabend um 20:15 Uhr auf Vox.

Bildquellen: © MG RTL D / Frank Hempel
© MG RTL D / Bernd-Michael Maurer

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Marc Steppke
Über den Autor
Marc Steppke ist seit 2017 bei auxmoney. Neben aktuellen FinTech-News berichtet er über die internationale Wirtschafts- und Finanzbranche.