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Die Höhle der Löwen
Veröffentlicht am 26 Sep 2017

Die 4. Folge „Höhle der Löwen“: diese Start-Ups pitchen heute Abend

Veröffentlicht am 26 Sep 2017
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Dr. Georg Kofler vertritt Judith Williams.

(c) MG RTL D / Bernd-Michael Maurer

In der letzten Woche gab es für vier der sechs Bewerber einen Deal und auch in dieser Woche kommen sechs vielversprechende junge Unternehmen in die Höhle der Löwen und pitchen um ein Investment. Eine Besonderheit gibt es jedoch: die krankheitsbedingt ausgefallene Judith Williams wird von Medienunternehmer Dr. Georg Kofler vertreten.

Der Südtiroler studierte zunächst in Wien Publizistik und Kommunikationswissenschaften und promovierte im Jahr 1983 zum Dr. phil. Anschließend wurde er Assistent des Intendanten des ORF. Von 1988 bis 2000 war Kofler erst Geschäftsführer und später Vorstandsvorsitzender des damals neugegründeten Privatfernsehsenders ProSieben. Nach einer weiteren Station als Vorstandsvorsitzender übernahm er diese Funktion im Februar 2002 beim Fernsehsender Premiere. Seine Aktien am Unternehmen verkaufte er 2005 beim Börsengang, 2007 verließ er das Unternehmen schließlich. Er gründete die Georg-Kofler-Gruppe, eine Beteiligungsgruppe für Industrieunternehmen, mit der er heute in große Unternehmen und kleinere Start-Ups investiert.

KletterLetter

KletterLetter.

(c) MG RTL D / Bernd-Michael Maurer

Das erste Start-Up „KletterLetter“ wurde von den Freunden Lutz Spendig (39) und Julia Posniak (36) aus Düsseldorf gegründet. Beide lieben Katzen und haben ein Problem: es gibt ihrer Meinung nach keine schönen Kratzbäume für die Haustiere. Mit KletterLetter haben die beiden nun Katzenmöbel in Buchstabenform entwickelt, die nicht nur den Katzen als Kletterplatz dienen sollen, sondern zugleich stylisch in den Wohnraum passen.

Das zweite Problem der Gründer: ihre Produktionskosten sind viel zu hoch, deshalb suchen sie nun einen Löwen der ihnen nicht nur finanzielle, sondern auch bei der Weiterentwicklung weiterhilft. Lutz und Julia benötigen 50.000 Euro und bieten dafür 20% an ihrem Unternehmen. Ein Schnäppchen für die Löwen?

Das Finanzpilot-Fazit: In der Tat sind 50.000 Euro für Löwen eher Kleingeld. Stimmen Pitch und Verkaufszahlen könnte es für die Gründer gut aussehen, unser Tipp: Deal!

Soundbrenner

Soundbrenner.

(c) MG RTL D / Bernd-Michael Maurer

Eins haben die beiden Gründer Florian Simmendinger (28) und Julian Vogels (29) gemeinsam: sie sind leidenschaftliche Musiker. Das brachte sie auf ihre Geschäftsidee, das wohl meistverkaufte Musik-Accessoire der Welt zu revolutionieren. Die Rede ist vom Metronom, das eigentlich je her ein und dieselbe Funktionsweise hatte. Viele Musiker stören sich jedoch am Ton des Gerätes, wollen aber trotzdem nicht darauf verzichten. Da hilft dann Florians und Julians Produkt, der Soundbrenner Pulse.

Der Soundbrenner Pulse ist eine Art Uhr, die an Arm oder Bein getragen werden kann und wie ein Metronom im Takt vibriert – ohne Geräusche zu machen. Eine gute Idee, die für die Löwen allerdings kostspielig werden könnte, denn für 10% der Firmenanteile verlangt das junge Unternehmen mit Sitz in Berlin und Hong Kong happige 1,5 Millionen Euro. Steigt dennoch ein Löwe ein?

Das Finanzpilot-Fazit: Um einem Löwen 1,5 Millionen Euro aus der Tasche zu ziehen muss alles passen. Wahrscheinlicher ist, dass die Firmenbewertung runtergehandelt wird. Stimmt der Rest der Zahlen ist ein Investment verlockend, unser Tipp: Deal!

Kajnok

Durch Essen abnehmen. Ist das nicht der Traum eines Jeden? Das soll nun zu mindestens mit Pasta funktionieren, so der Plan von Gründerin Sonja Zuber (37). Ihre „Supernudel“, mit dem Namen „Kajnok“, hat kein Fett, keinen Zucker, ist glutenfrei, vegan und hat mit nur achte Kalorien pro 100 Gramm weniger als eine Apfelspalte. Die Idee zu ihrem Produkt kam aus London.

Kajnok.

(c) MG RTL D / Bernd-Michael Maurer

2013 brachte eine Freundin der Hamburgerin eine kohlenhydratfreie Packung Nudeln aus Großbritannien mit, der Nachteil damals: die Nudeln riechen extrem nach Fisch. Das liegt an der Herstellung des Produktes, denn die Grundlage der „Abnehm-Nudeln“ ist die ballaststoffreiche und kalorienarme Wurzel der Konjak-Pflanze. Und die riecht eben extrem nach Fisch. Die Idee war geboren, Sonja wollte die Supernudel, verbessert und ohne Geruch, nach Deutschland bringen.

Dafür reiste die Gründerin nach China und bekam sechs Monate später ihre erste „Kajnok-Nudel“ nach Deutschland geliefert. Seitdem wurden etwa zwei Millionen Nudelpakete produziert, jetzt fehlt nur noch der starke Geschäftspartner an Sonjas Seite. Dafür bietet sie, im Gegenzug für 200.000 Euro, 10% an ihrem Unternehmen. In Gesundes investieren die Löwen doch eigentlich gerne.

Das Finanzpilot-Fazit: Die Idee kommt an, Sonja bringt Kajnok gemeinsam mit einem Löwen in Deutschlands Supermärkte. Unser Tipp: Deal!

Go Simply

Go Simply.

(c) MG RTL D / Bernd-Michael Maurer

Sandkastenfreunde und Tuningfans. Das sind die Go Simply-Gründer Christoph Eisold (26), Alexander Wirtgen (26), Simon Gabriel (27) und Jan-Lucca Sielski (27). Ihre Mission: Luxus und Komfort in jeden Kleinwagen zu bringen. Ihre Faszination: automatische Heckklappen. Normalerweise kennt man den sich automatisch öffnenden Kofferraum nur aus den teuren Oberklassewagen. Die vier Gründern haben mit Go Simply nun ein System entwickelt, mit dem man den eigenen Kofferraum kinderleicht nachrüsten kann.

Das Komfortprodukt soll es schon ab 34,99€ zu kaufen geben, wird allerdings bislang nur über den eigenen Onlineshop vertrieben. Um nun den Handel zu erobern, benötigen die Löwen die Unterstützung eines Löwen, dafür bieten sie für 150.000 Euro 10% der Firmenanteile. Einerseits ein Nischenprodukt, andererseits Komfort zum kleinen Preis. Schlägt ein Löwe zu?

Das Finanzpilot-Fazit: Bei diesem Produkt ist alles bis zum letzten gesprochenen Wort offen. Es hängt von den Gründern und der bisherigen Unternehmensbilanz ab ob ein Löwe bereit ist den Preis zu zahlen. Unser Tipp: kein Deal.

Original Unverpackt

Original Unverpackt.

(c) MG RTL D / Bernd-Michael Maurer

Die 27-jährige Milena Glimbovski aus Berlin hat eine große Idee: Ein Leben ohne Müll. Dafür hat sie 2014 ihren „Original Unverpackt“-Laden eröffnet, in dem keines ihrer 600 Produkte mit einer Einweg-Verpackung verkauft wird. Kunden bringen ihre eigenen Mehrweg-Behälter mit, in denen sie frische Ware wie Obst, Gemüse, Gewürze oder Nudeln, gleichermaßen aber auch andere Produkte wie etwa Kosmetik transportieren können.

Selbst lebt die Berlinerin seit zwei Jahren komplett ohne Müll und will jetzt noch mehr Menschen als nur die Kunden ihres Ladens davon begeistern. Ein Onlineshop soll her, für dessen Ausbau und die Entwicklung von neuen eigenen Produkten, die Gründerin 250.000 Euro benötigt. Im Gegenzug bietet sie den Löwen 10% ihres Unternehmens. Ob ein Investor gegen Müll setzt?

Das Finanzpilot-Fazit: Die Idee werden alle Löwen toll finden, ein Business-Case ist das Start-Up mit 2,5 Millionen Euro Bewertung jedoch nicht. Unser Tipp: Kein Deal.

fit taste

fit taste.

(c) MG RTL D / Bernd-Michael Maurer

Die beiden sportbegeisterten Brüder Konstantin (32) und Benjamin Ladwein (35), aus Trier, legen viel Wert auf eine gesunde Ernährung. Da beide neben dem Sport jedoch ein vollgepacktes Berufsleben führen, fehlt oftmals die Zeit um frische Gerichte passend zu den Fitnesszielen zuzubereiten. Dafür gründeten die beiden ihren Lieferdienst „fit taste“.

Über den Onlineshop vertreiben die Gründer bereits 25 Gerichte für verschiedenste Bedürfnisse wie etwa den Muskelaufbau oder die Gewichtsabnahme. In die Höhle der Löwen kommen die Brüder mit prominenter Unterstützung, denn Turnweltmeister und Olympiasieger Fabian Hambüchen richtet sich in einer Videobotschaft an die Löwen. Er ist seit einem Jahr Kunde bei fit taste und begeistert von Komfort und Geschmack. Daher möchte er die Gründer bei ihrem Pitch unterstützen. Um weiter zu wachsen brauchen die Gründer nämlich Kapital in Höhe von 300.000 Euro, im Gegenzug bieten sie den Löwen 12,5% ihrer Firmenanteile. Ob ein Löwe da schwach wird?

Das Finanzpilot-Fazit: Gesund ist immer gut! Wenn die Zahlen stimmen, wird sich ein Investor für die Jungs finden. Unser Tipp: Deal!

 

Welche jungen Gründer tatsächlich einen Deal bekommen und wer am Ende leer ausgeht, sehen Sie heute Abend um 20:15 Uhr auf Vox.

Bildquellen: © MG RTL D / Bernd-Michael Maurer

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Marc Steppke
Über den Autor
Marc Steppke ist seit 2017 bei auxmoney. Neben aktuellen FinTech-News berichtet er über die internationale Wirtschafts- und Finanzbranche.