Auskunfteien - auxmoney Finanzlexikon

Auskunfteien

Auskunfteien sind private Wirtschaftsunternehmen, die Auskünfte sammeln und weitergeben, beziehungsweise verkaufen. Ihre Auftraggeber sind Unternehmen der freien Wirtschaft; und zwar in erster Linie Kreditinstitute, Leasinggesellschaften, Versandhäuser, Onlineshops sowie Telekommunikationsunternehmen. Sie alle schließen mit dem Kunden als Endverbraucher Verträge ab. Die sind entweder direkt ein Kreditvertrag, oder sie haben mit einer Sachleistung die Wirkung eines Kredites. Der Mobilfunkanbieter tritt mit seinem Vertrag in Vorleistung. Er überlässt dem Handynutzer sofort die Hardware und stellt für die Vertragsdauer von 24 Monaten den Zugang zum Mobilfunknetz bereit. Der Kunde bezahlt diese Dienstleistung zwei Jahre lang in monatlichen Raten, also im Nachhinein. Der Mobilfunkhändler trägt das finanzielle Risiko, dass die Vertragsraten pünktlich und vollständig gezahlt werden.

Auskunfteien sammeln Informationen zur Kreditwürdigkeit

Um dieses finanzielle „Kreditausfallrisiko“ zu minimieren, realistisch einzuschätzen oder zu vermeiden, wird die Bonität des Verbrauchers geprüft. Dabei kommen die Auskunfteien ins Spiel. Sie sammeln alle erdenklichen und zugänglichen Daten über den Endverbraucher, vereinzelt auch über die Unternehmen selbst. Eine bundesweit namhafte und bekannte Auskunftei ist die Schufa, die Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung. Sie fasst alle positiven und negativen Informationen zu einem Score, dem Schufa-Basisscore zusammen. Der wird rechnerisch in Prozentpunkten ausgedrückt. Je höher der Prozentsatz ist, umso besser ist die Bonität, also die Kreditwürdigkeit des Betreffenden.

Auskunfteien haben Aktionäre und Geschäftspartner

Für die Bonitätsbewertung vor Vertragsabschluss wird, um bei dem Beispiel Schufa zu bleiben, der Schufa-Score zugrundegelegt. Das ist nur mit Zustimmung des Endverbrauchers als Vertragspartner möglich. Der kann kaum Nein sagen, weil dann das Verkaufsgespräch beendet wäre. Der Unternehmer seinerseits verzichtet nicht auf die Möglichkeit, sich als Aktionär oder Geschäftspartner "seiner Auskunftei" über die Kreditwürdigkeit des Vertragspartners zu erkundigen. Aus den Informationen der Auskunfteien lassen sich Zahlungsfähigkeit und Zahlungswilligkeit ablesen, ebenso wie das gesamte vertragliche Ausgabeverhalten. Über das Einkommen und Vermögen des Bürgers liegt den Auskunfteien nichts vor. Bei der Bonitätsbewertung werden ausschließlich Verbindlichkeiten und Ausgaben berücksichtigt.

Öffentlich zugängliche sowie vertragliche Informatione

Die Datenbanken der Auskunfteien werden auf zweierlei Weise „gespeist“. Zum einen lassen die Geschäftspartner sämtliche Verträge mit ihren Kunden in die dortige Datenbank eintragen. Zum anderen sammeln die Auskunfteien Informationen aus öffentlichen Bekanntmachungen von bundesweiten Behörden und Gerichten. Aus dieser Gemengelage errechnet sich der Schufa-Score, der im Vierteljahresrhythmus automatisch aktualisiert wird.