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Geldanlage in einer Niedrigzinsphase

Geldanlage in der Niedrigzinsphase – Was müssen Anleger beachten?

Veröffentlicht am 07 Feb 2017

Die Zinsen am Kapitalmarkt in Europa hängen vor allem von den Entscheidungen der Europäischen Zentralbank (EZB) mit Hauptsitz in Frankfurt am Main ab. Der EZB Leitzins ist für die Kreditinstitute die Grundlage für die Kalkulation der Guthabenzinsen, die auf Einlagen auf einem Sparbuch, einem Tagesgeldkonto oder einem Festgeldkonto gewährt werden. Der Leitzins bestimmt den Zinssatz, zu dem sich die Banken und Sparkassen in Europa Geld von der EZB leihen können, beziehungsweise die Zinsen, die Kreditinstitute für Guthaben erhalten, das sie bei der EZB anlegen. In einer Niedrigzinsphase kann die EZB entscheiden, dass die Banken Strafzinsen zahlen müssen, wenn sie Geld bei der Zentralbank hinterlegen. Diese Negativverzinsung kann dazu führen, dass einige Kreditinstitute die Belastung an ihre Kunden weitergeben und Strafzinsen für Sparer einführen. Allerdings muss nicht jeder Anleger befürchten, dass er in einer Niedrigzinsphase mit Minuszinsen auf seine Ersparnisse „bestraft“ wird und dadurch sein Guthaben bei jeder Zinsabrechnung schmilzt.

Was sind Negativzinsen beziehungsweise Strafzinsen für Sparer?

Bankkunden sind es gewohnt, dass sie die Zinssätze ohne ein negatives Vorzeichen angezeigt bekommen. Das gilt sowohl für die Zinsen von Sparguthaben als auch für Kreditzinsen. Wenn ein Zinstief länger andauert, sinkt die Verzinsung von Geldanlagen meist immer weiter, bis sich ein negativer Leitzins und in der Folge Negativzinsen auf Sparguthaben ergeben können. Wenn ein Anleger in einem solchen Fall ein Guthaben von 100.000 Euro besitzt und der Strafzins während der Niedrigzinsphase 0,4 % beträgt, verringert sich das Guthaben am Ende des Jahres um 400 Euro.

Was bedeutet eine Niedrigzinsphase mit Minuszinsen für Anleger?

Sobald Banken und Sparkassen in einer andauernden Niedrigzinsphase damit beginnen, den Strafzins der EZB an ihre Kunden weiterzugeben, verlieren die Bankkunden bei Ihren Anlagen Geld. Guthaben auf einem Sparbuch oder Tagesgeldkonto reduzieren sich mit jeder Zinsabrechnung, sodass die Anleger spätestens am Ende des Jahres weniger Geld auf dem Konto haben als am 1. Januar. Von den Negativzinsen für Sparer sind in den meisten Fällen zunächst nur vermögende Kunden betroffen, bei denen sich ein hohes Guthaben auf dem Konto befindet. Wenn sich die voraussichtliche Zinsentwicklung jedoch weiterhin negativ entwickelt, können die Banken auch Strafzinsen von den Kleinsparern verlangen. Daher sollten Anleger, die sich mit dem Thema Geldanlage Niedrigzinsphase beschäftigen, über alternative Anlageformen nachdenken, um ihr Vermögen zu schützen. Zu diesen Anlageformen zählen unter anderem Wertpapiere, Privatdarlehen oder Crowdfunding-Modelle.

Geldanlage in Privatkredite:
anleger cta

Alternative Anlageformen in einer Niedrigzinsphase

Wann steigen die Zinsen wieder? Die Beantwortung dieser Frage hängt von vielen unterschiedlichen Faktoren ab. Die Chefökonomen von Banken und Versicherungen veröffentlichen auch in einer Niedrigzinsphase regelmäßig Meldungen mit einer Einschätzung, wie sich das Zinsniveau voraussichtlich entwickeln wird. Wenn die Finanzexperten der Meinung sind, dass eine Niedrigzinsphase länger andauert und die Kreditinstitute wegen der Negativzinsen EZB Strafzinsen für Sparer in Erwägung ziehen, sollten sich die Anleger nach anderen Finanzprodukten für ihre Geldanlagen umsehen. Als alternative Anlageformen in einer Niedrigzinsphase bieten sich an:

  • Aktien renommierter Unternehmen mit regelmäßigen Dividendenzahlungen
  • Investmentfonds mit einem erfahrenen und erfolgreichen Fondsmanager
  • Exchange Traded Funds (ETF), also an der Börse gehandelte Investmentfonds
  • Crowdfunding mit Gegenleistung in Form von Zinsen oder einer Gewinnbeteiligung
  • Privatdarlehen, die über spezielle Plattformen im Internet vergeben werden

Folgen einer Niedrigzinsphase

Die EZB hält an den niedrigen Zinsen oder sogar einer Negativverzinsung fest, damit die Banken kein Geld bei ihr deponieren. Stattdessen sollen die Kreditinstitute die Gelder als Kredite an Unternehmen und Privatpersonen weitergeben, um auf diesem Weg die Wirtschaft anzukurbeln. Dieses Ziel erreicht die EZB aber nicht unbedingt, weil viele Banken es vorziehen, überschüssige Gelder trotz Minuszinsen bei der EZB zu lagern oder das Bargeld im eigenen Tresor zu verwahren. Private Anleger gehen ebenfalls dazu über, Anlagekonten aufzulösen, sobald das kontoführende Institut mit Strafzinsen für Sparer droht. Doch die Bankkunden bringen das Geld häufig ebenfalls nicht in den Wirtschaftskreislauf ein. Stattdessen sind die Schließfächer bei vielen Banken ausgebucht und die Hersteller von Safes und Tresoren für den Hausgebrauch melden in einer länger andauernden Niedrigzinsphase steigende Umsätze. Viele Sparer vergessen dabei allerdings, dass ihr Geld im Safe zwar sicher vor Strafzinsen ist, es durch die Inflation aber trotzdem laufend an Kaufkraft und damit an Wert verliert. In einer Niedrigzinsphase ist es daher sinnvoll, die Möglichkeiten alternativer Geldanlagen zu nutzen.

Fakten zur Niedrigzinsphase

  1.  Der negative Leitzins der EZB führt dazu, dass Banken für das Hinterlegen von Geld bei der Zentralbank Strafzinsen bezahlen müssen.
  2. Diese Kosten werden bereits an Bankkunden mit hohen Einlagesummen weitergegeben. Für Sparer bedeutet das, dass ihr Bankguthaben schlimmstenfalls mit der Zeit schrumpft.
  3. Niemand weiß genau, wie lange die Niedrigzinsphase noch anhalten wird. Wenn das Zinsniveau weiter sinkt können bald auch Kleinsparer von den Strafzinsen betroffen sein.
  4. Auch Geld, welches beispielsweise im Safe liegt, ist durch die Inflation nicht vor Wertverlust geschützt. Anleger sollten sich deswegen nach alternativen Anlageformen umsehen, um ihr Geld auf Dauer zu vermehren.

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